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Bontebok National Park

Der Bontebok National Park liegt nur ca.6 km außerhalb des kleinen Städtchens Swellendam und ist täglich von 9:00-18:00 Uhr geöffnet. In wenigen Stunden kann man kann hier eine sehr schöne, 25 km lange Rundfahrt machen und dabei viele Tiere beobachten. Besucher dürfen im Park nämlich mit ihrem eigenen Fahrzeug fahren und sich bei der Beobachtung dann alle Zeit lassen, die man braucht, um die Tierwelt zu entdecken.

Einst in einer weit ausgedehnten Fynbos-Landschaft an der Ostgrenze der Fynbos-Verbreitung in der Kapregion gelegen schützt der Nationalpark heutzutage nur noch kümmerlichen Rest inmitten landwirtschaftlich genutzter Fläche. Mit nur 18 km² vergleichsweise klein und bietet er doch einige Rundwege, in den letzten Jahren wurde noch etwas Land hinzugekauft und die Grenzen wurden erweiteret. Picknickplätze laden zur Rast während einer Wanderung ein, im Sommer kann man im nahen Breede River auch schwimmen oder angeln.

Die beschilderte Anfahrt führt über schmale Straßen durch Weizenfelder und Weiden, bei einigen Richtungswechseln zweifelt man sogar etwas an seinem Orientierungssinn, aber die Strecke ist einfach etwas verwinkelt. Die letzten Kilometer Straße außerhalb des Parks und die Wege im Park selbst sind zwar nicht geteert, aber trotzdem gut zu befahren.

Auch ein Campingplatz am Ufer des Breede River ist im Nationalpark vorhanden, ansonsten übernachtet man gut in den zahlreichen Unterkünften, die das nahe Swellendam bietet. Einige der Wege im Park tragen noch Bezeichnungen aus der Zeit, wo hier eine Art Ralley-Rennstrecke für die lokalen Vollgasfreaks angelegt war.

Zur Vogelbeobachtung sind die beiden 2 km langen Rundwege, die am Campingplatz starten, zu empfehlen. Die heißen "Aloe Hill Trail" und "Acacia Walk".

Am Parkeingang befindet sich ein kleiner Laden, in dem man einige Lebensmittel kaufen kann. Hier entrichtet man auch den geringen Eintritt und bekommt Informationen aus erster Hand von den freundlichen Rangern.

Buntböcke

Der Bontebok National Park dient vor allem dem Schutz der vom Aussterben bedrohten Buntbock Antilopen, in Afrikaans Bontebok und Latein Damaliscus dorcas. Die hübschen Tiere weiden einzeln und in Gruppen auf der Ebene und lassen sich hier gut beobachten. Bei heißem Wetter liegen sie im Schatten und äsen nur morgends und abends, wir hatten beim ersten Besuch 2002 am späten Nachmittag Glück und haben eine ganze Menge von ihnen gesehen. Insgesamt leben hier über 200 Tiere. Bei unserem Besuch im März 2005 hatten wir entweder viel Glück oder sie hatten sich scheinbar sehr stark vermehrt: Während der Rundfahrt zählten wir ca. 120 Böckchen.

Der Park wurde 1961 gegründet und gilt seitdem als eines der erfolgreichsten Naturschutzprojekte überhaupt.

Buntböcke gehörten wegen dem verantwortungslosen Jagdtverhalten in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunders zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Durch ihre auffallende Zeichnung und die weißen Blessen waren die Tiere ein leicht zu findendes Ziel. Natürliche Feine sind Löwen. Leoparden, Geparden oder Hyänen. Da es diese in der Kapregion aber nicht mehr in freier Wildbahn gibt haben die Buntböcke jetzt gute Chancen, sich relativ ungestört zu vermehren.

Inzwischen haben sich die damals letzten 17 Tiere sogar so gut vermehrt, dass Zuchtherden in mehreren anderen Reservaten angesiedelt werden konnten. Buntböcke gelten aber im Fortbestand ihrer Art immer noch als stark gefährdet.

Ein Buntbock wiegt ca. 90 Kilogramm, wird 1 Meter hoch und hat Hörner, die bis zu 43 cm lang werden können. Buntböcke leben in kleinen Rudeln zwischen 8 und 20 Exemplaren. So eine Gruppe besteht entweder aus einem Bock mit mehreren Weibchen sowie den Jungen des letzten Jahres, oder es haben sich neben diesen Familiengruppen auch reine Bock- oder Weibchenrudel zusammen getan.

Aber auch einige Kap-Bergzebras und weitere Antilopenarten leben im Park. Neben den Buntböcken findet man Reh- und Kuhantilopen, Steinböckchen, Greisböcke und Ducker.

192 Vogelarten wurden hier gezählt, dazu gehören Stanley-Trappen, Fischadler, Strauße und Nektarögel. Bei der Rundfahrt in der welligen Buschebenen begegneten wir sogar einem Paar sehr scheuer "Sekretäre" - siehe kleines Bild rechts.

Flora

500 verschiedene Gräser und andere Pflanzen wachsen im Bontebok National Park, die Flora ist zwischen September und November am eindruckvollsten. Vor allem im zeitigen Frühjahr, wenn Tausende von Wildblumen blühen.

An den Flussufern wachsen Yellowwood, Süßdorn und wilde Olivenbäume.

Im Hintergrund ist stets die imposante Kulisse der Langeberge präsent. Am späten Nachmittag ist daher die günstigste Zeit für einen Besuch, den dann scheint die Sonne schräg von links auf die Bergkette und alles erstrahlt in einem warmen Licht.


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