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HAUTE CABRIERE CELLAR RESTAURANT

 Lage und Ambiente: Das Haute Cabriere liegt auf halben Weg zum Franschhoek Pass auf der linken Seite, hoch über dem Tal und dem Ort mit einem tollen Ausblick. Auch hier wurden unzählige Preise gewonnen, Auszeichnungen vergeben und die Yuppies aus Kapstadt lassen sich von der Waterfront per Helikopter einfliegen, ein eigener Landeplatz befindet sich auf dem Dach. Wir fragen uns: Warum?

Wie der Name sagt befindet sich das Restaurant in einem Weinkeller, in den Berg hineingebaut. Gewölbedecken und Pfeiler aus unverputztem grauem Beton ergeben mit dem Boden aus Keramikfließen ein etwas grobes Ambiente. Links und rechts der Tür gibt es um die Ecke jeweils ein kleines Fenster und Raum für etwa ein Dutzend Tische auf jeder Seite. Hinten links geht es zu den gelagerten Weinen. Dort auf der linken Seite sind auch die besseren Plätze, weil ganz rechts die Küche liegt und dort mehr hin- und hergelaufen wird. Trotz des vielen Betons ist die Lautstärke bei voller Besetzung immer noch angenehm, das Platzangebot ist großzügig.

 Getränke: Prinzip der Karte im Haute Cabriere ist "true marriage of food and wine". Alle Gerichte auf der Karte gibt es in halben oder großen Portionen, die auch geteilt werden können. Dazu gibt es Wein im Glas, passend zum Gang in der Karte empfohlen. Auf diese Weise kann man viele verschiedene Speisen und Weine ausprobieren, ein schönes Konzept. So weit, so gut...

Biertrinker können gleich wieder gehen, Bier gibt es hier nicht - Pech gehabt. Rotweintrinker haben nur einen Pinot Noir zu Auswahl. Sekttrinker kommen voll auf ihre Kosten, aber wer will schon zu allen Gängen Sekt? Und anderen Wein oder Sekt als den vom eigenen Weingut gibt es hier auch nicht. Bring your own ist nicht gestattet.

Da man die Weine nicht kennt muss man sich also an die Empfehlungen zu den Gerichten in der Speisekarte halten. Da kamen dann so sonderbare Zusammenstellungen heraus wie: Sekt zum ersten Gang, ein Portwein namens Ratafia bzw. ein Blend aus Chardonnay und Pinot Noir zum zweiten Gang und Pinot Noir zum dritten Gang.

 Essen: Wir haben im November 2002 jeder drei kleine Portionen bestellt, um möglichst viele verschiedene Creationen genießen zu können. Der erste Gang war gut, 3 Zwiebelsorten karamellisiert auf Rosmarintart mit Creme Fraiche sowie Tomaten-Couscous mit Auberginen Pate. Dazu hatte jeder von uns ein Glas sehr leckeren Sekt.

Dann folgten eine sehr gute "Terrine of Guinea Fowl and Confit Foie Gras", etwas eigenwillig kombiniert mit einem Likörwein sowie gebratene Forelle auf Fenchelrisotto. Das Risotto war sehr pappig, weil nach südafrikanischer Vorliebe zu lange gekocht für unseren Geschmack, die Forelle hatte auch etwas zu lange in der Pfanne gelegen, sie wirkte sehr zusammengebacken und fettig. Die Fenchelstängel al dente neben dem Risotto passten zwar zum Fenchel im Risotto selbst, sie waren mit dem Fischbesteck kaum zu zerteilen. Das erste Mal, dass ein Essen schon rein technisch nicht zu bewältigen war...

Das dann folgende Lamb Rack mit Dijon Senf und Gemüsepate war durchaus lecker, konnte aber mit dem entsprechenden Gericht aus dem Bartholomeus Klip zwei Tage vorher bei weitem nicht mithalten. Das auf der Karte ausgeschriebene "gebratene Kalbsschnitzel mit Tagliatellini, Baby Tomaten und Zitronenparmesan" erwies sich als eine Art dünnes Mailänder Schnitzel, sehr durchgebraten und fettig. Die Tagliatellini waren von Spaghetti kaum zu unterscheiden und kaum mit der gelieferten Messer/Gabel Kombi zu essen, wir mussten nach einem Löffel fragen. Unsere Kantine macht dieses Gericht zweimal im Monat auch nicht schlechter...

Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass die Gerichte hier schlecht waren. Gemessen am Anspruch, am Preis und an der Erwartung war dies aber mit Abstand das schlechteste Restaurant, das wir in Südafrika besucht haben. Mehr als die Hälfte unserer Gerichte wirkten unpassend zusammengestellt, wenig inspiriert oder nicht perfekt zubereitet. Wir hatten den Eindruck, in einer Abfütterungsmaschinerie zu sitzen, die sich irgendwann mal einen guten Ruf erworben hat und sich nun auf den Lorbeeren ausruht.

Mit dieser Einstellung stehen wir nicht alleine da, andere Reisende, denen wir begegnet waren, hatten einen ähnlichen Eindruck, von dem wir uns aber nicht vom Besuch abhalten lassen wollten - unser Fehler.

 Service: Wer sich im Haute Cabriere auf Beratung durch den Service verlässt, der ist verlassen. Die beten nur die Speisekarte rauf und runter und nennen die Specials. Freundlich war unsere Kellnerin durchaus. Das uns die weißen, teilweise fleckigen Gespenstergewänder mit roter Kellnerschürze als Bekleidung nicht gefallen haben mag unser eigener Eindruck sein, aber die Schlappen an den Füßen der Bedienungen, mit denen sie motivationslos herumschlurften, entsprachen bestimmt nicht dem Ambiente eines ausgezeichneten Restaurants in dieser Preislage.

 Kosten: Die Rechnung betrug inklusive wenig Trinkgeld 500 Rand. 144 Rand kostete der Wein.

 Kontakt: Telefon: (021) 876-3688 - Das Restaurant wird öfters in die Top 10 vom Magazin Eat Out gewählt. Hier ist die Webseite (mit Reviews): Haute Cabriere Cellar Restaurant

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