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Überall wird in den höchsten Tönen vom Storms River Mouth geschwärmt, dem touristischen Zentrum des Tsitsikamma National Park. Unserer Meinung nach wird dieser Ort aber weit überschätzt. Alle Touristenhorden kommen hierher, zur Hängebrücke führt ein kurzer Wanderweg, der ziemlich überlaufen ist.
Wir waren zweimal im Jahr 2002 hier, einmal im Januar und dann noch einmal im November. Beim zweiten Besuch war das Wetter wesentlich besser, dafür war der Ort aber auch wesentlich überlaufener. Mit dem Auto kamen wir erst gar nicht auf den Parkplatz, sondern wurden von Parkwächtern schon an der Straße eingewiesen, am Rand zu parken. Ein ziemlicher Rummel für südafrikanische Verhältnisse. Wer vor vielen Jahren einmal hier war wird diesem Ort bestimmt nicht wieder erkennen.
Die Abfahrt zum Nationalpark befindet sich von Plettenberg Bay kommend rechts der N 2 ca. l km hinter der Ortschaft Kleinbos. Eine 10 km lange Stichstraße führt hinunter zum Besucherzentrum, jenseits des Parkeingangs nach zwei Dritteln der Strecke geht es steil und kurvig bergab in Richtung Strand.

Am Ende der Straße gibt es einen großen Parkplatz und ein Restaurant mit Selbstbedienung, das zum Essen nicht besonders zu empfehlen ist. Allerdings hat man von der Terrasse eine schöne Aussicht. Angeschlossenen ist natürlich auch ein Souvenirshop mit kleinem Supermarktangebot für die Selbstversorger und ein Informationszentrum.
Der Ministrand unterhalb des Restaurants ist nicht besonders einladend, aber die einzige Möglichkeit ins Wasser zu gehen. Da hat uns die Szenerie am Meer im unbekannteren Goukamma National Park wesentlich besser gefallen.
Am meisten Spass macht es hier, einfach auf den zahlreichen, teils bizarr geformten Felsenrinnen zu sitzen und die hohen Wellen zu beobachten, die an die Küste donnern. In regelmäßigen Abständen sind da Wellengruppen mit ganz schönen Brechern dabei. Möwen und Kormorane beobachten dabei den Besucher. Schöne Fotomotive sind die Belohnung.


Wohnen kann man hier im Restcamp in hölzernen Bungalows, so genannten "Ozeanetten" mit 2 bis 8 Betten, eigenem Bad und Küche direkt im Nationalpark. Die Lage der Hütten ist beeindruckend, einige von ihnen - aber nicht alle - liegen unmittelbar am Meer. Die Gäste haben in ihrem Wohnzimmer fast die Illusion, die Wogen des Indischen Ozeans brechen sich an der Terrasse des Chalets. Die Hütten ziehen sich am Ufer entlang bis zum Anfang des Otter Trail, unterbrochen von einigen Campingplätzen. Auch die Camper haben hier direkten Meerblick von ihrem Wohnwagen, zumindest die in der ersten Reihe.

Es gibt saubere Gemeinschaftsräume mit Duschen, Toiletten und Waschmaschinen. Auf der Wiese zwischen Straße und Meer hat jeder Standplatz einen eigenen gemauerten Grill.
Öffnungszeiten des Eingangstores sind zwischen 05:30 bis 21:30 Uhr. Wenn Übernachtungsgäste mit bestätigten Buchungen später als 18:00 Uhr eintreffen können sie die Schlüssel zu ihrer Unterkunft am Zugangstor abholen. Später abends, wenn die Touristenhorden weg sind, mag es hier unten am Meer ja ganz romantisch sein - wir als Tagesbesucher haben den Ort leider nur als touristischen Rummelplatz erlebt.


Beim Eingang in den Park bekamen wir einige Informationsblätter, darunter auch einen Lageplan der Hütten. Zum Reservieren sollte man sich diesen Plan zufaxen lassen. Dort sind die Häuser nummeriert, so kann man sicherstellen, dass man auch einen Platz in der ersten Reihe bekommt.


Der etwa einen Kilometer lange Mouth Trail vom Besucherzentrum zum Storms River Mouth und seiner bekannten Hängebrücke ist eine Art Waldlehrpfad mit Tafeln und Schildern, die Bäume und Gewächse erklären. Wegen Linksverkehr in Südafrika sollte man sich wie auf Wanderwegen in Australien nach links orientieren. Das nützt aber nichts, wenn einem auf dem schmalen Holzpfad dauernd deutsche Touristenhorden entgegenkommen, die rechts auf Kollisionskurs sind.
Der Anfang dieses Pfades liegt etwas versteckt: man muss erst um das Restaurant herum und über einige Treppenstufen hinuter zu einem kleinen Strand, da geht es dann los. Der Weg ist einfach zu begehen, es geht über Treppen und Plankenwege rauf und runter in Richtung Flussmündung. Lücken im Wald lassen Ausblicke auf das Meer zu, das sich an den Felsen der Küste bricht. Von tief unten hört man, wie große Steine in der Brandung an einander schalgen und zu Sand zermalen werden. Dann fällt das Gelände ab und an der nächsten Ecke stehen zwei Werber, die eine Bootstour auf dem Fluss verkaufen wollen - sicher eine recht beeindruckende Fahrt. Schließlich gehen die Felswände über dem düsteren Wasser rechts und links fast senkrecht über 60 Meter in die Höhe.

Die Schlucht des Storms River ist erreicht und man sieht schon rechts die berühmte Hängebrücke über die Flussmündung. Vorher lohnt sich ein kleiner Abstecher nach links zur Strandloper Cave. Hier informiert ein Schaukasten über die Höhlenbewohner von vor 5.000-2.000 Jahren.
Dann ist die Wackelbrücke erreicht, über 70 Meter spannt sie sich über den Storms River. Von dier Mitte des Übergangs aus hat man einen kleinen Einblick in die Schlucht selbst. Der Fluss darunter führt so genanntes Schwarzwasser, das heißt: es ist braun. Durch Mikroorganismen im Waldboden und im Flussschlamm wird es mit Humin- und Tanninsäuren angereichert. Das lockt zahlreiche Fische, Otter und Robben wegen des reichen Nahrungsangebots bis nah an der Küste. Gesehen haben wir im Wasser leider nichts.
Auf der anderen Seite der Brücke führt vom Kieselstrand aus ein sehr steiler, anstrengender Pfad zwei Kilometer weit die Küste entlang und hinauf zu einem Aussichtspunkt. Das war uns aber bei trübem Wetter zu anstrengend.


Google Map zum Thema
STORMS RIVER MOUTH
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