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Hauptattraktion im Park ist eine Wanderung über den berühmten Otter Trail. Das kann man aber leider nicht mal eben spontan einplanen, dafür braucht es ein Permit und längere Wartezeiten, teilweise bis zu 12 Monate im Voraus. Und natürlich viel Zeit und Kondition. Buchungen über das National Parks Board sind hier unbedingt notwendig, denn nur zwölf Menschen pro Tag werden zugelassen.
Für den 42 km langen Wanderweg braucht man 5 Tage, er ist nur vom Storms River Mouth in Richtung Natures Valley zu begehen. Der Trail führt dabei direkt entlang der schroffen und unwegsamen Küste, an der sich auf der linken Seite die Wellen des Indischen Ozeans an den Klippen brechen und sich nach rechts den Berg hinauf eine dichte üppige Vegetation ausbreitet.

Elf Flüsse sind während der Wanderung zu durchqueren. Regen ist hier keine Seltenheit. Für die Übernachtungen stehen jeweils kleine Camps mit Hütten zur Verfügung. Selbstversorgung ist oligatorisch, man muss also für 5 Tage Wasser und Essen mitschleppen.
Einen sehr schönen und ausführlichen Bericht mit vielen Bildern über eine Wanderung auf dem Otter Trail findet man auf der Seite von Thomas Prade.


Die meisten Touristen laufen am Storms River zur Hängebrücke und zurück. Ein einfach zu begehender Weg, daher trifft man dort auch auf größere Horden.
Da aufgrund der großen Beliebtheit die Nachfrage nach Touren auf dem Otter Trail nicht zu befriedigen ist hat die südafrikanische Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit Privatleuten einen 65 km langen, neuen Trail aufgelegt. Der so genannte Dolphin Trail führt durch die gleichen Landschaftsformen wie der Otter Trail, nur etwas weiter oberhalb der Brandungszone und nicht immer am Meer entlang. Unterwegs hat man schöne Ausblicke auf die einsamen Felsbuchten und Sandstrände zwischen Natures Valley und Storms River Mouth.
Der Dolphin Trail ist ein luxuriös ausgestatteter Zwei-Tages-Wanderweg, mit Übernachtungsmöglichkeit in richtigen Betten.
Der Tsitsikamma Trail dagegen bietet wieder nur einfache Schutzhütten und führt auf etwa 72 km Länge durch das Hinterland. Er ist relativ leicht zu begehen. In 5 Tagen wandert man hier durch die Wälder und Hochflächen der Tsitsikamma Mountains. Unterwegs findet man am Wegesrand sie typischen Fynbos Vegetation, mit unzähligen Erika- und Protea-Sorten, und riesige Yellowwood Bäume.
Zwei weitere beliebte Wanderwege sind der 1 km lange Lourie Walk und der 3,7 km lange Blue Duiker Walk. Beide Wege führen durch bewaldete Hänge oberhalb des Restcamps am Storms River Mouth. In dem Gebiet befindet sich auch ein Fynbos-Garten mit lokalen Pflanzen.
Taucher und Schnorchler können im Tsitsikamma National Park sogar auf einem Unterwasser-Lehrpfad "wandern" - ein in Südafrika einzigartiges Angebot.
Reservieren: Den Tsitsikamma Trail sollte man ca. ein halbes Jahr im Voraus buchen, und zwar beim südafrikanischen Forstwirtschaftsunternehmen SAFCOL, Telefon: +27 42 3910393. Es werden nur Gruppen von 3 bis 30 Personen zugelassen, das Permit für die Benutzung von Weg und Hütten kostete Ende 2002 180 Rand.
Der Dolphin Trail kostet inclusve Übernachtung ca. 2.200 Rand und der Otter Trail ca. 200 Rand. Genau wie die offiziellen Unterkünfte des Nationalparks zu buchen bei:


Wer nicht gleich den ganzen Otter Trail wandern will, der kann auch nur 2,8 km bis zum ersten Wasserfall und wieder zurück wandern. Dieses Teilstück ist für alle ohne Permit offen, entsprechend groß ist oft der Andrang.
Für den Weg ist festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Wasser und mindestens 4 Stunden Zeit unbedingt notwendig. Badesachen sollte man ebenfalls mitnehmen, denn am Ende kann man im Becken des Wasserfalls baden. Entlang der Küste ist das Baden bis auf einige Felsenpools bei Ebbe nicht möglich - und wahrscheinlich angesichts der heftigen Brandung auch lebensgefährlich. Wir starteten diese Wanderung an einem sehr, sehr heißen Tag Ende November.
Die Bilder auf dieser Seite entstanden an der landschaftlich sehr schönen Wanderroute.
Es fängt ganz harmlos am Parkplatz an. Diesen erreicht man, wenn man von der Haupt-Zufahrtsstraße rechts einbiegt und weiter in Richtung Campingplatz und zu den letzten Blockhütten des Nationalparks fährt. Die Abfahrt ist diesbezüglich nicht beschriftet, aber der Lageplan hilft.

Vom Parkplatz aus führt der Weg dann zuerst ziemlich ebenerdig durch grüne Auen mit blühenden Blumen. Auf der linken Seite tobt immer eindrucksvoll das Meer an die Felsen. Manche Wellen sind schon richtige Kracher! Davor befinden sich klare Tidenpools, die von überschwappenden Wellen gespeist werden.
Danach führt der Weg durch üppigen Wald mit zahlreichen Farnen. Mit etwas Glück läßt sich auch einges von der reichen Tierwelt entdecken, vor allem die zahlreichen Insekten und Vogelarten. Es geht jetzt auch mal auf und ab, über Baumwurzeln und ein kleines Bächlein.
Dann endet der Wald, die Küste wird steiler. Zwischen Felswand und Brandung ist nicht mehr viel Platz. Der Weg wird schnell rauer, wunderschöne bunte Felsen mit zahlreichen farbigen Quarzadern und Flechten liegen bald nicht mehr nur am Wegesrand, sondern sind der Weg selbst. Irgendwann ist dann kaum noch ein Weg zu erkennen, man klettert auf Händen und Füßen über riesige Felsbrocken. Dazwischen sind manschmal tiefen Spalten, nicht gut für meine Höhenangst. In der Hoffnung, es gäbe eine einfachere Passage hält man Auschau nach dem kleinen Otter-Symbol, das den Weg kennzeichnet. Streckenweise geht es sehr steil bergauf und wieder hinunter, gute Kondition ist hier erforderlich.
Da ich mich körperlich an dem Tag nicht sehr fit fühlte und die Hitze mir schwer zu schaffen machte, beschlossen wir dann bei etwa zwei Drittel der Strecke auf den Anblick des Wasserfalls zu verzichten und umzukehren. Ich war in Schweiß gebadet und dem Hitzschlag nahe, trotz reichlich Wasser und gutem Sonnenschutz.
Die zwei Bilder oben und unten zeigen eigentlich den Weg, es ist kaum zu glauben. Man hat den Eindruck, durch einen Mondlandschaft zu klettern. Einige fitte Burschen sprangen wie Bergziegen an uns vorbei, das konnten wir mit der Fotoausrüstung so nicht schaffen. Andere kamen uns mit blutenden Schürfwunden entgegen, was den Verzicht doch wieder leicht machte...


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