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BLOU NARTJIE

Wie schon im Jahr zuvor als wir in Calvinia im Dorphuis übernachtet haben, liefen wir auch dieses Mal erst wieder vor verschlossene Türen. Gebucht hatten wir im Blou Narjtie, das zentral an der Kirche liegt und über ein Restaurant verfügt. Leider war es wie ausgestorben und ein Zettel mit Telefonnummer und dem Zusatz "Call Herman" war an die Haustüre gepinnt. Schade nur, wenn es das Handy gerade nicht tut und die Stadt wie ausgestorben wirkt.

Also gingen wir erst einmal im Supermarkt shoppen und danach immer noch vor verschlossener Tür zu stehen. Direkt gegenüber an der Post versuchten wir es dann von einer Telefonzelle aus, aber die Verbindung kam irgendwie nicht zustande, wir verstanden die Tonsignale nicht, und der Apparat fraß unser letztes Kleingeld. Nachdem wir uns in einem Hotel erkundigt hatten erfuhren wir, dass Herman dies Wochenende aus familiären Gründen in Kapstadt sei. Na prima, unsere Laune sank unter den Nullpunkt. Aber die Vertretung sei in der Videothek anzutreffen. Zwar war er gerade nicht anwesend, aber von dort rief man ihn dann an und innerhalb von Minuten war er vor Ort, wahrscheinlich war er zwar zu Hause gewesen, hatte uns aber nicht im Hof der Unterkunft herumirren gesehen.Es handele sich hierbei um den Sohn des gleichnamigen Betreibers - insofern war "Call Herman" etwas verwirrend, wenn man die Handynummern nicht kennt.

Das Haupthaus des Blou Narjtie beherbergt ein Restaurant mit Bar, einen Aufenthaltsraum und Privaträume der Besitzer. Das Gebäude wurde im neugotischen Stil erbaut und ist eines der elf ältesten Häuser in Calvinia. Es war zunächst ein Bauernhaus mit Strohdach, dann wurde es nach und nach erweitert und verschönert mit Giebeln und einem kleinen verglasten Oberlicht. Eine Inschrift auf der Rückseite zeigt ein Datum von 1820. Im Jahr 1863 kaufte Louis Rosenblatt dieses Haus und das heutige Restaurant war bis zum Jahr 1920 die jüdische Synagoge. Dann wurde eine neue Synagoge gebaut.

Die Zimmer liegen in einem Nebengebäude, dazu fährt man durch die Einfahrt auf den Hof. Links sind die Zimmer mit prächtigen Palmen davor, die Häuser weiter hinten sind bewohnt. Der Swimming Pool war geschlossen, was uns bei den kühlen Temperaturen aber nicht weiter gestört hat.


Lage

Das Blou Narjtie ist eines der ältesten Gebäude in Calvinia und liegt mitten im Zentrum 35 Water Street, gegenüber der Kirche. Auf der anderen Seite der Kirche schräg gegenüber liegt das Hantam Huis, in dem wir im Jahr zuvor gegessen hatten und das man unbedingt besuchen sollte. Der kleine Garten an der Kirche war allerdings bei unserem Besuch im März fotogener, jetzt im November war alles trockener und auch der Köcherbaum war braun.

Zimmer

Es gibt 8 Zimmer im Blou Nartjie, alle mit Bad und WC. Die Zimmer sind nett, aber relativ einfach und haben nicht so viel Flair wie im Hausensemble des Dorphuis. Aber es gibt alles was man braucht. Auf der Webseite erscheint es ein wenig prächtiger, aber dafür kostet die Übernachtung hier auch nicht viel. Wir hatten während unseres Aufenthaltes leider eine Kaltfront mit 15°C und heftigem Wind erwischt und das einen Tag nach der Kalahari mit Temperaturen an die 40°C. Dem entsprechend haben wir geschnattert und uns im Zimmer erst einmal zum Wärmen unter die Decke verkrochen. Zum Glück kann die Klimaanlage hier auch heizen, das hat nach einer Weile angenehme Temperaturen erzeugt. Vor der Tür liegt ein Garten mit vielen Vögeln, die aber auch unter den Temperaturen litten und nicht ganz so munter waren.

Es gibt einen Fernseher mit nur wenigen Programmen und viel Schneegestöber trotz Satellitenanlage, die schon erwähnte Klimaanlage, und man kann mit dem Auto vorfahren, wobei man geschickt um die Palmen herum rangieren muss. Das Bad ist leider teilweise im Zimmer, die Becken an einer Wand und die Dusche nach oben hin offen, was eher den Charme eines Motels hat. Immerhin befindet sich die Toilette in einem abgetrennten Raum.

Die Betten waren etwas kurz, aber in Ordnung und wir haben fest und gut geschlafen.


Frühstück

Das Frühstück haben wir an einem Sonntag um 9:00 Uhr im großen Restaurant eingenommen und es war ganz vorzüglich. Es gibt ein kleines Buffet mit Joghurt und Cerealien. Die Eierspeisen werden am Tisch serviert. Man kann sich quasi aussuchen, was man an warmen Zutaten haben möchte und alles wird dann in der benachbarten Küche mit dem großen, offenen Eingang frisch zubereitet und an den Tisch gebracht. Auch Brot und Gebäck. Nur Kaffee und Tee holt man sich selbst.

Essen

Wenn man das alte Haus von außen sieht, ahnt man nicht die Dimensionen des Restaurants mit 30 Plätzen. Umso erstaunter ist der Besucher nach Eintritt in die riesige Halle mit ihren sehr hohen Decken, einer Thekenecke und dem Durchgang zur offenen Küche. Man befindet sich hier in der alten Synagoge, die mit rustikalem Charme renoviert wurde. Im Winter brennt hier ein Feuer im Ofen und im Sommer sorgt eine Klimaanlage für Kühlung. Uns war es zuerst etwas frisch, aber wir hatten uns warm genug angezogen. Mit so einer Kaltfront hatte niemand gerechnet. Man sitzt auf rustikalen Holzstühlen und wir wurden nett bedient von Alitha, der Frau von Herman jun., der in der Küche arbeitete.

Die Speisekarte ist umfangreich und hier hatten wir zum ersten Mal in diesem Urlaub Lust auf ein Bier, denn die Weinkarte war eher übersichtlich. Es gab verschiedene Sorten zur Auswahl, wir entschieden uns für Windhoek Lager. Bei besserem - also normalem - Wetter hätte man das wohl auch auf Steinbänken vor der Tür in lauer Nachtluft genießen können.

Das Menü war umfangreich, von Karoo Küche über Seafood bis zur Pizza.

Zur Vorspeise hatte Michael die Tagessuppe, eine Champignon-Cremesuppe und ich bestellte mir Schnecken in Knoblauchsauce. Die 6 Schnecken kamen auf einem speziellen Teller in einer sehr intensiven Knoblauchstückchen-Tunke und mit extrem leckeren getoasteten runden Brötchen.

Nachdem wir die letzten Tage so viel Fleisch gegessen hatten, konnten wir nicht anders und bestellten uns eine Pizza. Die konnte man sich aus verschiedenen Zutaten selbst zusammenstellen und zu unserer Freude kam sie dünn und knusprig aus einem mit Holz befeuerten Pizzaofen auf den Tisch. Sehr lecker belegt, sogar Schafkäse haben wir auf Wunsch bekommen. Das hat nach wochenlanger Pizza-Abstinenz richtig gut geschmeckt. Dazu das kühle Bier und für einen Nachtisch hatten wir danach keinen Platz mehr.

Wir bestellten uns einen 5 Jahre alten Brandy von KWV, aber als wir noch einen zweiten wollten bekamen wir keinen mehr. Es war wohl irgendeine Sperrfrist überschritten, dabei war es noch nicht sehr spät. Egal, nach einem langen Fahrtag mit aufregender Herman-Suche fielen wir danach ins warme Bett und schliefen fest, bis die Vögel uns weckten.

Die Rechnung an diesem Abend betrug 319 Rand, incl. einer auf der Rechnung aufgeführten Service Fee von 29 Rand.

Fazit

Preiswerte Unterkunft mit einfachen Zimmern und gutem Restaurant.

Im November 2012 waren wir für 1 Nacht hier.

Hier ist ein Link zum Blou Nartjie Guesthouse.

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Blou Nartjie


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