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MONTUSI LODGE

Die Montusi Mountain Lodge hat eine ideale Lage, um die nördlichen Drakensberge und die angrenzende Free State Region zu erkunden. Wer nicht im Royal Natal National Park selbst wohnen will oder kann, dem stehen in der Region nur wenige Alternativen an Hotels und Lodges zur Verfügüng. Von der Lage und Ausstattung ist die relativ neue Montusi Lodge sicher in der Premiumklasse anzusiedeln. Der nächste Ort ist Bergville, 50 km entfernt.

Montusi ist ein Begriff aus der Zulusprache und heißt so viel wie "Berg im Nebel". Wir waren dort im Mai, also im Herbst, und hatten traumhaftes Wetter. Hier sollte man Zeit haben, 4 Nächte waren eigentlich noch zu wenig. Man kann nämlich nicht nur die vielen attraktiven Ziele der Umgebung erkunden, sondern auch auf dem 1.000 ha großen Gelände schöne kleinere Wanderungen machen, zum Beispiel auf den Hausberg, zu Wasserfällen, Höhlen und zu Felsen mit alten Zeichnungen der Buschleute. Ein kleines Booklet, welches man beim Checkin bekommmt, enthält genaue Karten von der Farm und der Lodge sowie Beschreibungen der möglichen Wanderungen, dazu auch einige Anregungen für den Royal Natal National Park.

Die Montusi Lodge ist ein Familienunternehmen und die 4 Besitzer Jean & Anthony Carte und Annelieke & Ross Aitken leben hier auch. Abends essen sie im gleichen Speiseraum wie die Gäste.

Entstanden ist die Lodge auf einem alten Farmgelände, welches brachlag und mit allerlei eingeschleppten Gestrüpp verwildert war. In einer großen, staatlich geförderten Restaurierung wurden große Flächen gesäubert und mit dem lokal üblichen Mischgras aus der Bergregion bepflanzt.

Zur Unterhaltung werden sogar Unterricht im Trapez-Fliegen und Zirkus Workshops angeboten. In den Stallungen von Montusi stehen den Gästen Vollblüter für Ausritte zur Verfügung. Ein sehr schöner Swimmingpool liegt im großen Garten, an dessen bunten Blumen sich zahlreiche Vögel wie Sunbirds beobachten lassen. Der Aufenthaltsraum ist groß, mit Kamin und viel Literatur. Bei unserem Aufenthalt war er aber stets leer, ebenso wurde die kleine Bar anscheinend nur von der Familie genutzt. Dies mag zur Haupsaison anders sein.

Montusi ist vor allem für Paare und Familien aus den Städten als Wochenendflucht attraktiv. Die absolute Ruhiglage mit Pferden vor der Haustüre und Traumblick trägt sehr zur Entspannung bei.

Lage

Die Lage von Montusi ist einmalig: am Südhang des Hausbergs öffnet sich die Anlage zu einem wunderbaren Fernblick auf die Gipfel der Drakensberge und das Ampitheater in wenigen Kilometern Entfernung. Vor allem nach Sonnenaufgang ist dies ein erhebender Anblick, den wir sogar von unserem Bett aus genießen konnten.

Um zur Lodge zu kommen folgt man zum Beispiel von Bergville kommend der R 72 und biegt nach 29 km dann Richtung Royal Natal National Park ab. Die Lodge ist ausgeschildert. Nach weiteren 7 km folgt dann an dem Restaurant Pizza Tower eine weitere Abzweigung nach rechts. Diese schmale Straße führt nicht nur nach Montusi, sondern auch zu anderen Anlagen wie dem Alpine Heath, und dem Cavern Berg Resort, die aber alle nicht so eine Premiumlage haben.

  Nun sind es noch einige Kilometer durch Grashügel mit zwei weiteren Abzeigungen nach Rechs bis zur Lodge. An jeder Stelle, an der man mit dem Wagen abbremsen muss wie die erwähnten Abzweigungen und schmale Brücken warten mehrere Kinder und Jugendliche, die Tonfiguren und mit buntem Sand gefüllte Flaschen verkaufen wollen. Die sind den ganzen Tag dort, von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, es gibt kein Entkommen. Teilweise laufen sie mit den Figuren noch ein paar Meter mit oder stellen sich in den Weg. Wir zählten von der Straße zur Lodge bis zu 5 solcher Posten, was auf die Dauer etwas nervig war.     

Zimmer

Die Zimmer, genauer gesagt Häuser sind eine Wucht und einer der Pluspunkte von Montusi, wahrscheinlich auch ein Grund, warum sich alle direkt nach dem Abendessen zurückzogen und Aufenthaltsraum und Bar verwaist zurückließen. Es gibt 14 geräumige und geschmackvoll eingerichtete Garden Suites und 6 Familienunterkünfte in der Form größerer Häuser. Wir hatten Haus Nummer 12 am unteren Rand mit direktem Blick zur Drakensberg-Gipfelkette und auf eine angrenzende Pferdekoppel.

Jedes Haus hat einen Carport, ein komfortables Schlafzimmer, eine Lounge mit Sofa und Gaskamin, Fernseher und eine private Terrasse mit atemberaubendem Blick. Das Badezimmer ist wunderschön, mit Eckbadewanne, Kacheln mit Buschmannmotiven, geräumiger Dusche und hat sogar Fußbodenheizung! Im Herbst und Winter eine feine Sache. Ebenso der Kamin: einmal kurz am Gashahn gedreht und die Steine werden von Flammen bis zur Rotglut erhitzt und strahlen eine wohlige Wärme ab (siehe unten).

Eine Mini-Küche mit Kühlschrank und der Gelegenheit, Kaffee und Tee zu kochen ist ebenfalls vorhanden. Wir haben uns in dem Raum sehr wohlgefühlt, das hohe Reetdach macht ihn großzügig und die Stoffe und Farben sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt.

Im breiten Bett mit Daunendecke schläft man sehr gut. Am frühen Morgen sollte man die Vorhänge aufziehen und den Sonnaufgang genießen. Die Bergkette färbt sich dann von violett und dunkelrot über orange bis zu goldgelb. Und das alles lässt sich vom Bett aus beobachten.

Frühstück

Montusi kann man nur als Bed and Breakfast inklusive Dinner buchen. Wo sollte man in der Einsamkeit auch hin? Dafür steht ein großzügiger Speisesaal mit hohem Reetdach, Lampen in der Form von Gekkos und großem Kamin zur Verfügung. Die Tische werden zimmerweise reserviert, man sitzt also während des Aufenthaltes morgends und abends immer am selben.

Unser Kellner namens Herbert war der Lichtblick im Service, der netteste und freundlichste Mensch mit dem wir dort Kontakt hatten, außerdem erfahrenster und aufmerksamster der Kellner.

Das Frühstück ist üppig, wie überall gibt es frisch zubereitete Eier nach Wunsch und ein Buffet mit frischen Früchten, verschiedenen Joghurts, Säfte und vielen Sorten Marmelade. Der Kaffe ist besonders Klasse, serviert wird er hier in großen Tassen und macht richtig wach.

Essen

Abendessen ist ja inklusive in Montusi, also findet man sich ab 18:30 Uhr wieder im Speisesaal ein. Jeden Abend bekommt man dann ein ausgedrucktes Blatt mit dem Menü des Tages.

Es gibt immer eine Suppe, eine Vorspeise, die Auswahl zwischen zwei Hauptspeisen und einen Nachtisch. Die Portionen sind üppig, Kaffee, Käse und Bisquits runden das Menü zum Schluss ab, wir haben es aber nie bis zu den Keksen geschafft...

Das Essen und der Koch von Montusi sind hochgelobt. Wir fanden das Essen gut bis sehr gut mit einigen Aussetzern. So hatten wir köstliche Möhren-Orangen Suppe, cremige Zuccini Suppe, Fetaröllchen oder mariniertes Hühnchen mit Mango als Vorspeisen. Das Rindfleisch mit Dijjonsenf in Brandysause war ebenso überzeugend wie das Straußenfilet mit Mango Chutney oder der Malva Pudding (Kuchen) und der warme Walnußkuchen mit Schmand.

Zwischendurch gab es dann einige Merkwürdigkeiten wie Ente mit Erbsen und Möhren aus der Dose oder als Nachtisch ein süßes, klebriges Baisernest mit ebenfalls sehr süßer Schlagsahne gefüllt und 6 kleinen Früchten obendrauf. Insgesamt wirkten die Beschreibungen auf den Menüs verführerischer als die Speisen selbst und bei unserem mehrtägigen Aufenthalt bekamen wir den Eindruck, dass zu viele Komponenten des Speiseplans den Weg aus dem Froster über Fritteuse und Mikrowelle zu uns fanden. Vielleicht hatte der Chefkoch gerade Urlaub, es war ja Nebensaison...

Auch die Weinkarte hat uns ein wenig enttäuscht. Für eine Lodge in dieser Preisklasse war die Auswahl an guten Weinen gering. Die Namen auf der Karte orientierten sich meist am südafrikanischen Publikum, auch der obligatorische Chateau Libertas durfte nicht fehlen. Teuerster Wein auf der Karte war ein Plaisier de Merle Merlot für 115 Rand. Den hatten wir ebenso wie einen Allesverloren Cabernet-Sauvignon für 85 Rand.

Dann wurde die Auswahl, was unseren Geschmack betraf, schon eng. Ein Haus dieser Kategorie hätte bestimmt einige bessere Weine bevorraten können, wir hatten aber noch einige sehr gute Weine in Mooi River eingekauft und BYO war erlaubt. So tranken wir mit Genuss die eigenen Flaschen und vorher orderten wir zum Ausgleich einen hervorragenden Booplas Ruby Port von der Bar.

Das auf anderen Internetseiten beschriebene persönliche Kümmern um Gäste (der Koch soll angeblich kommen und fragen, wie es geschmeckt hat) können wir nicht bestätigen. Dabei waren wir an einem Abend sogar die einzigen Gäste und nur die Familie sass etwas abseits noch mit im Speiseraum.

Fazit

Eine gepflegte ruhige Anlage mit ausgezeichnetem Blick zum Amphitheater und schönen Zimmern. Als Ausgangpunkt für die attraktiven Ziele der näheren Umgebung bestens geeignet. Hierher kommen die wenigsten Gäste für Kontakte, sondern um die hervorragende Unterkunft und die schöne Lage im Zimmer zu genießen.

Unserer Erfahrung nach sollte man hier keine große Herzlichkeit oder persönliche Ansprache erwarten, wie es bei den kleineren B & B's in Südafrika so oft der Fall ist. Zum Ausgleich sind viele Details an der Ausstattung und Einrichtung absolut perfekt.

Wir würden Montusi auch wieder besuchen, beim nächsten Mal nur die Erwartungshaltung in Punkto persönlichem Service und Exclusivität beim Dinner ein wenig herunterschrauben.

Im Mai 2003 waren wir für 4 Nächte hier.

Hier ist die Webseite der Montusi Mountain Loge.

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