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PÄSSETOUR

Oft angeboten von örtlichen Veranstaltern im südlichen Western Cape wird eine so genannte 4-Pässe-Fahrt, die man mit ca. 4 Stunden Zeitaufwand auch sehr gut selbst fahren kann. Hält man unterwegs allerdings öfters mal an um die Aussicht zu genießen, ein Picknick zu machen oder eine kurze Wanderung, dann braucht man für diese Tour schon einen ganzen Tag.

Die 230 km lange Rundstrecke führt von Stellenbosch aus um das Naturreservat der Hottentots-Holland Mountains herum bis Somerset West und zurück nach Stellenbosch.

Die erste der 4 Passstraßen kurz hinter Stellenbosch ist der 336 m.ü.M hohe Helshoogte Pass, übersetzt heißt das Höllenhöhe. Die Ochsenkarren konnten die teilweise steile Strecke früher nur schwer bewältigen. Der Pass führt nicht besonders spektakulär über die Jonkershoek Mountains und den Simonsberg und dann hinab ins malerische Drakenstein Valley, die Straße heißt R 310. Im Tal liegt das 1843 gegründete Missionsdorf Pniel und etwas weiter das berühmte Gut Boschendahl.

Dann zweigt die R 45 rechts ab und man folgt ihr in Richtung Franschhoek. Am Hugenot Denkmal am Ende des Tals fährt man links und die Straße schlängelt sich hoch zum Franschhoek Pass. Die Passhöhe liegt 733 m.ü.M..

Dahinter kreuzt die Straße die 1823 erbaute Jan Joubertsgat Bridge, die älteste Brücke des Landes. Hier ist ein Parkplatz und man kann auf Treppen an der Seite der Brücke heruntergehen.

Viljoen und Sir Lowry's Pass

Die Lanschaft wird auf der anderen Seite des Franschhoek Pass karger und ca. 24 km hinter Franschhoek trifft die R 45 auf die R 321. Hier biegt man rechts ab und passiert den Theewaterskloof Dam, ein Paradies für Angler und Wassersportler und Wasserversorgung für Kapstadt. Dann folgt der 525 m.ü.M. liegende Viljoen Pass, benannt nach Sir Antony Viljoen, dem damals politisch engagierten führenden Kopf der hiesigen Farmer.

Die Nuweberg Forest Station, die dahinter auf der rechten Seite liegt, ist der Eingang zum 42.000 ha großen, wildromantischen und kaum erschlossenen Hottentots-Holland Nature Reserve.

Hinter den Orten Elgin und Grabouw erreicht man die Hauptstraße N 2 und den letzten der 4 Pässe. Der Sir Lowry's Pass wurde nach einem Kapgouverneur des frühen 19. Jahrhunderts benannt. Wie viele Pandere ässe wurde dieser Bergübergang von vielen Tieren als Pfad ausgetreten. Bereits 1838 wurde hier ein Trampelweg für die ersten Siedler angelegt. Heute ist die wichtige Passstraße vierspurig ausgebaut.

Die Region hinter diesem 402 m.ü.M. hohen Pass wurde Overberg gennannt, weil es von Kapstadt aus "über den Berg" war. Fährt man heute die N 2 in Richtung Somerset West, hat man einen wunderbaren Ausblick über die False Bay, viel Verkehr mit Lastwagen und starkes Gefälle mit einigen langen Schleifen hinunter zur Ebene. Es gibt nur einen Haltepunkt auf der Passhöhe, den man nicht verpassen darf.

Du Toits Kloof Pass

Ein sehr spektakulärer Pass, den man sich nicht entgehen lassen sollte, verbindet Worchester mit Paarl. Wir sind den Du Toits Kloof Pass mehrmals gefahren, bei schlechtem Wetter hängen die Wolken tief und es herrscht eine unheimliche Atmosphäre. Bei schönem Wetter erkennt man die Bergspitzen und ist beeindruckt von der Natur und der Straßenbaukunst der Passbauer.

Von Worchester kommend folgt man einfach der N 1. Hinter den heißen Quellen von Goudini beginnt der 27 km lange Du Toits Kloof Pass, der im Jahr 1949 eröffnet wurde. Regengrüne, proteenbedeckte Hänge und steile graue Felswände liegen rechts und links der Straße. Im Winter findet man hier viele Wasserfälle.

Benannt wurde der Pass nach dem hugenottischen Bauern Francois du Toit. Er erhielt hier 1692 Farmland.

Folgt man der N 1, so verschwindet diese im gebührenpflichtigen Hugenot Toll Tunnel. Eindrucksvolle Täler und Berge umgeben die Einfahrt zum Tunnel. Dann sieht man leider nix mehr.

Wer die Landschaft genießen möchte, der sollte vorher links rausfahren und die alte Paßstraße nehmen, die bis auf 820 m hochführt und auch von einigen sparsamen LKW-Fahrern benutzt wird. Dann kommen viele Haltemöglichkeiten beim bergab fahren, mit wunderbaren Ausblicken auf Paarl, die Paarl Rocks und die Weinfelder des Berg River Valley. Tief unten im Tal kommt die Autobahn aus dem Tunnel wieder zum Vorschein (Bild unten). Die alte Passstraße endet übrigens nicht wieder auf der N 1, sondern auf der östlichen Umgehungsstraße von Paarl in der Nähe der KWV.

Alles sehr eindrucksvoll und spannend. Am besten hat uns das enge Tal auf der Ostseite des Tunnels gefallen (Bild oben), es lohnt sich, hier mehrmals bei unterschiedlichen Tageszeiten hin zu kommen, um das Lichtspiel auf den schroffen Zinnen zu genießen.

An der Straße finden sich linkerhand auch einige Eingänge zum artenreichen Limietberg Nature Reserve. Die mit Fynbos bedeckten Hänge des 117.000 ha großen Schutzgebietes bieten vielen Vogelarten Schutz. Ein Netz von Wanderwegen zieht sich durch den Naturpark. In den Flüssen tummeln sich Forellen und die Du Toits Kloof Mountains gelten als bestes Fanggebiet für Bergregenbogenforellen am westlichen Kap.

Unserem Lieblingspass, dem Bains Kloof, habe ich eine eigene Seite gewidmet.

Google Map zum Thema

Hugenot Tunnel Nordeingang


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