| Weltreisen | Südafrika | Western Cape | Winelands | Site-Map | HOME |
| Language Monument | Rundgang mit Aussicht |

Ein weiteres Ausflugsziel in der Region um Paarl ist das Taalmonument (Taal ist Afrikaans für Sprache), das einzige Sprachendenkmal der Welt. Es wurde 1975 zur Erinnerung an den hundertsten Jahrestag der Sprachen-Bewegung gegründet, die von Paarl ausging und zum Teil die ideologische Basis für die Apartheitsbewegung bildete. Die Berufung auf Afrikaans als eigene Sprache und kulturelles Fundament führte zu separatistischen und nationalistischen Bestrebungen innerhalb der Teilstaaten der Südafrikanischen Union. Heute ist Afrikaans eine der elf offiziell anerkannten Sprachen Südafrikas.
Wenn man aus Richtung Kapstadt kommt sieht man kurz vor Paarl auf einer Anhöhe auf der linken Seite schon den Obelisken in den Himmel ragen. Genaut wurde er auf den südlichen Ausläufern des Paarl Rock, entworfen von dem Architekten Jan van Wyk.
Eingeweiht wurde das Denkmal am 10. Oktober 1975. In einer Zeit der zunehmenden Kritik an der Apartheid löste die Errichtung des Monuments zahlreiche nationale und internationale Proteste aus. Afrikaans war die Sprache der Weißen Buren und damit die Sprache der Minderheit der Unterdrücker, die sich mit diesem Monument selbst ein Denkmal gesetzt haben.
Geöffnet ist hier oben täglich von. 8:30 - 17:00 Uhr, der Eintritt kostet 5 Rand. Der Anfahrtsweg ist von Main Street in Paarl aus gut ausgeschildert. Von Paarl aus muss man fast bis zur N 2 und dann auf der rechten Seite den Berg hinauf, am Anfang durch ein Wohngebiet.



Das Monument ist aus Beton, dem als Gestein gebrochener Granit aus der Umgebung zugefügt wurde. Die drei Kuppeln und die drei Säulen symbolisieren die Sprachen Afrikas, Englands und Holland, aus denen Afrikaans hervorgegangen ist.
Damit man als Besucher auch gleich weiß, worum es hier geht, gibt es direkt am Eingang eine in den Boden eingelassene Platte mit den Worten: "Dit es ons erns" in großen Messinglettern. Unten auf dem letzten Bild ist der Schriftzug gut zu erkennen. Wer daran gezweifelt haben sollte, dass die führenden Vertreter der Apartheitspolitik einen psychologischen Knall hatten: Dieser Anblick belehrt eines Besseren.
Ein dreidimensional gewundener und hohler Steinbogen lenkt den Blick dann hinauf zur 57 m hohen und hohlen Säule, welche die Entwicklung der Sprache Afrikaans symbolisieren soll. Dicht daneben ragt die etwa 26 m hohe Säule der Republik in den Himmel. Sie steht symbolisch für die Staaten Großbritannien und die Niederlande, die am Entstehen der Republik Südafrika am meisten beteiligt waren.
Eine Mauer in der Mitte der Treppe steht noch für die malaaische Sprache und Kultur.

Im Inneren des Betonklotzes ist es schön kühl. In dem oben erwähnden Bogen führt ein ebenso gebogener Gang zu einem Wasserbecken. Dort befindet sich ein Brunnen, halb drinnen, halb draußen, das Wasserrauschen ist unter der hohlen Säule am lautesten zu hören. Sowohl dieses Rauschen, die Funktion der Säule als Resoanzraum und Windharfe als auch der Gigantismus bewirken eine unheimliche, Ehrfurcht gebietende Atmosphäre.
Auf Tafeln ist das Ganze mit seiner Symbolik auch erklärt, so richtig erschließt es sich dem Besucher dadurch eher nicht. Die an einzelne Steine angehängte Bedeutung ist wohl auch ziemlich unwichtig, die Gesamtwirkung ist entscheidend. Ein Theoretiker mag das besser erklären können, für uns war an diesem Werk der Begriff "faschistische Kunst" auf einmal mit Leben gefüllt. Die Ästhetik der Form, die psychologische Wirkung auf Auge, Ohr, Temperaturempfinden und Bauch mittels ultratiefem Infraschall, dazu all das Überladen mit höheren Weihen: Alle Komponenten für eine Massenhypnose sind gegeben. Eigentlich abschreckend, aber gerade die bewusste Erfahrung ist einen Besuch wert.



Rund um das Taal Monument gibt es noch einen sehr schönen Park mit Bänken und auch zahlreiche Fynbos- und Proteenarten wachsen und blühen hier. In den Felsen sitzen die gar nicht scheuen Klippschliefer und beäugen die wenigen Besucher. Felsagamen huschen über die Steine.

Auch der Ausblick von dort oben ist nicht zu verachten. Der riesige Obelisk ist immer zu sehen, und bei schönem Wetter kann man von hier sogar den Tafelberg erkennen. Auch die umliegenden Bergketten präsentieren sich bei klarer Luft von ihrer besten Seite
Es gibt einige Wanderwege am Berg, die nicht sehr schwierig zu begehen sind und von denen man jederzeit die Aussicht genießen kann.
Unterhalb des Monuments gibt es einige Souvenirstände und einen Shop neben dem großen Parkplatz.



Video zum Thema
Google Map zum Thema
Taal Monument
| Weltreisen | Südafrika | Western Cape | Winelands | HOME |