Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 1994
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PIRI PURUTO III
    Wer seinen Urlaub auf Rarotonga verbringt, der kommt an Pipi Puruto dem III. nicht vorbei. Werbung für ihn sieht man überall. Der selbsternannte "Master of Desaster", "King of Coconuts" oder "World's greatest Coconut Tree Climber" ist mit seiner One-Man-Show auf ganz Rarotonga bekannt.
     Am Sonntag veranstaltet Piri in seinem Garten ein Umukai-Picknik. Das ist eine Art Barbequeue ohne Grill: in einer Erdsenke wird erst ein Feuer entfacht und danach in Blätter eingewickelte Speisen in dem heißen Loch verbuddelt, um in der Restwärme gegart zu werden. Das Verfahren ähnelt dem Vorgehen bei einem hawaiianischen Luau.
     Wenn man den Hauptdarsteller nicht allzu ernst nimmt kann man einen vernüglichen Tag im Kreise internationaler Gäste verbringen. Da die Insel sehr klein ist, hat man hier eine gute Gelegenheit andere Touristen kennenzulernen, die man dann später an allen möglichen Orten immer wiedertrifft und grüßt.
     Mitarbeiten muss man aber auch, in forschem Kommandoton wird jeder einmal eingespannt um bei der Vorbereitung zum Erdofenessen zu helfen. Auch Nachbarn von Piri helfen beim Ausheben des Erdofens.
 
    Kaum kommt man gegen 11:30 Uhr an, wird einem ein Palmwedel in die Hand gedrückt und man muss zuerst einmal seinen Teller selbstbasteln. Da sitze ich nun und bastel, vom Rauch des Feuers umwölkt, das schon in der ausgehobenen Erdsenke brennt. Auch die Küchenvorbereitungen wie Kokosnüsse raspeln und Hühnerteile mit Gewürzen in Banenenblätter einwickeln werden gleichmäßig auf alle Gäste verteilt.
     Bei diesen Arbeiten darf man sich keiner modernen Hilfsmittel bedienen. Die Hühnerpakete werden zum Beispiel mit den harten Fasern vom Mittelpunkt der Palmwedel zusammengebunden. So wird nach und nach das Essen für alle vorbereitet, während Piri geschäftig hin und herläuft und alles überwacht und Anweisungen gibt.

    Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind wird die Erdkuhle mit Bananenblättern ausgelegt. Darauf kommen dann die Hühnerpakete, Süßkartoffeln, Gemüse, Fisch und andere leckere Sachen. Nochmals eine Lage Bananenblätter, dann wird die gefüllte Erdsenke zugeschaufelt, damit die Hitze im Boden das Essen garen kann. Das dauert einige Stunden. In der Zwischenzeit gibt es Erfrischungen und man kann etwas ruhen.
     Dann folgt Piris Feuershow, in der er zeigt, wie man auf seiner Heimatinsel Aitu Feuer macht. Natürlich müssen wieder einige Gäste assistieren, er hat die Meute gut im Griff. Dann sitzt er auf einem Baumstamm, reibt seine Feuerholzstöckchen und spricht laute Beschwörungsformeln, die alle nachsprechen müssen. Die Gäste sind auch brav und sprechen die Worte im Chor nach, während die Nachbarn hintern Gartenzaun stehen und sich prächtig amüsieren. Was wir da wohl gesagt haben?
 
     Dann folgt die berühmte Climb-Show. Piri hat sich umgezogen und ist nun ganz in Kokosnuss gekleidet. Der durchtrainierte ehemalige Boxer klettert mit affenartiger Geschwindigkeit auf eine 70 m hohe Palme. Er braucht ganze 16 Sekunden und benutzt dabei nur zwei Kokosfaserschlingen als Hilfe. Oben angekommen macht er noch allerhand Mätzchen, damit seine Gäste auch was zu filmen und fotografieren haben. Nach dem Abstieg zeigt er die Kokosfaserriemen, die fast kaputt sind vom rauhen Stamm der Palme.
     Endlich wird der Erdofen geöffnet und das Essen wird auf die gebastelten Teller verteilt. Gegessen wird mit den Fingern, Messer und Gabel gibt es nicht. Wenn ich behaupte, das Essen sei köstlich gewesen, so ist das bestimmt übertrieben. Schlecht war es aber auch nicht, und alles in allem hat der Tag eine Menge Spass gebracht. Deutschen Gästen zeigt Piri dann noch ein Bild, das ihn mit Walter und Mildred Scheel zeigt, lang ist's her. Am Nachmittag macht man sich dann auf den Weg zurück zum Hotel.


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