BTSC
Am 4. Juli 1995 wurde der Bauauftrag für das BTS von der privaten Bangkok Mass Transit System Corporation Ltd. (BTSC) an das Konsortium Siemens AG / Italian Thai Development (ITD) vergeben. Geplant waren zwei Metrolinien, die auf einer ca. 12 Meter hohen Trasse durch die City von Bangkok geführt werden. Wir waren zur Bauphase in Bangkok und haben die Bauarbeiten erlebt, am Tag und vor allem in der Nacht wurde an der Trasse gearbeitet. Lärm und Dreckbelästigung, zum Beispiel auf der Sukhumvit Road, waren Alltag.
Die Finanzierung hing öfters an einem seidenen Faden, Hoehepunkt war die Asienkrise im Jahr 1997. Sie trieb den Hauptfinanzier Tanayong und BTSC an den Rand des finanziellen Ruins. Die Kosten explodierten, am Ende kostete das ganze Projekt satte 2,6 Milliarden Mark. Erst nach 6-8 Jahren wird hier mit schwarzen Zahlen gerechnet.
Die komplette Systemplanung und Koordination lagen in der Hand des Konsortiums unter der Führung von Siemens, die Planung der Trassen, der Gleis- und Signalanlagen, der Central Station und auch die komplette Planung und technische Ausrüstung des Depots in Mo Chit. Das Betriebskonzept wurde erstellt, die Fahrpläne ausgearbeitet und das thailändische Personal in Europa und vor Ort geschult. Das Auftragsvolumen für Siemens betrug ca. 1,5 Mrd. DM.
Gebaut wurden die Wagen in Wien, die Fahrwerke im Porsche-Design stammen aus Graz. Sie sind ein Nachfolgemodell der Metro in Singapore.
Auf der Sukhumvit Line können heute bis zu 22.000 Fahrgäste pro Stunde in jeder Richtung transportiert werden, auf der Silom Line sind es immerhin 13.500. Rund 30.000 Fahrgäste soll das zu 100% privat finanzierte Nahverkehrsprojekt pro Stunde befördern.
Meist sind die Wagen allerdings nur locker gefüllt, die Bevölkerung von Bangkok scheint das neue Transportsystem noch nicht voll in ihren Alltag integriert zu haben. Auf meinem Bild links ist es schon gut besetzt, allerdings war das nicht zur Rush Hour. Vielleicht sind Fahrpreise von 10-40 Baht für die meisten zu teuer, der ursprünglich geplante Einheitspreis von 15 Baht ließ sich auf Grund der explodierten Kosten nicht verwirklichen. Für 10 Baht kann man schon über eine Stunde bis zur Endhaltestelle mit den Expressbooten auf dem Chao Phraya fahren. Wenn die Straßen nicht verstopft sind, dann haben Personengruppen unter Umständen sogar einen Preisvorteil, wenn sie zusammen ein Taxi nehmen. Im Skytrain wird ja immer pro Person bezahlt und Taximeter machen das Taxi in Bangkok relativ preiswert.
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