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Eine Reise nach Kanada erfordert durchaus einiges an Vorbereitung. Die Quellen für Information sind im digitalen Zeitalter vielfältig, man sollte sich dabei aber nicht nur auf eine einzige verlassen. Für eine Reise durch den Osten Kanadas, insbesondere mit einem Truck-Camper, ist eine Mischung aus klassischem Kartenmaterial und spezialisierter Reiseliteratur unverzichtbar. Da der Mobilfunkempfang in den abgelegenen Regionen Newfoundlands und entlang der Eastern Shore in Nova Scotia lückenhaft sein kann, bieten physische Karten eine notwendige Sicherheit.
Die bekommt man sehr gut, zusammen mit anderem gedrucken Infomaterial in den örtlichen Tourist-Informationen. Immer wieder eine der besten Quellen, vor allem nach einem netten Plausch mit den dort arbeitenden Freiwilligen die zu ihrer Region immer noch die besten Tipps auf Lager haben. Dazu kann man machmal auch lokale Produkte und Köstlichkeiten kaufen und die Zustände bezüglich der umliegenden Straßen erfragen.
Wenn es lieber Bücher oder andere nicht-digitale Printmedien sein sollen, die man auch als Reiselektüre mitnehmen kann, dann findet man im Buchhandel immer noch eine breite Auswahl an Reiseführerern, Bildbänden und Reiseberichten.
"Kanada 151" von Bernadette Calonego ist ein hervorragendes Buch für den Einstieg. In 151 kurzen Kapiteln erklärt die Autorin, die selbst in Kanada lebt, die Eigenheiten der Kanadier. Von ihrer Liebe zum Eishockey über das Multikulturalismus-Mosaik bis hin zu kuriosen Alltagsregeln. Ideal, um Fettnäpfchen zu vermeiden.
"The Great Canadian Bucket List" von Robin Esrock ist eine Schatzkiste für Individualreisende. Es beschreibt über 130 einzigartige Erlebnisse im ganzen Land, sortiert nach Provinzen. So findet man Tipps, die in Standard-Führern oft fehlen.
Wenn Sie die Kultur der First Nations verstehen wollen, ist das Buch "An Inconvenient Indian" von Thomas King unverzichtbar. King schreibt mit viel Humor und Scharfsinn über die Geschichte der indigenen Völker Nordamerikas und räumt mit gängigen Hollywood-Klischees auf.
Der "Wildlife Tour Guide Kanada" ist speziell für Reisende zwischen Mai und Oktober konzipiert. Es hilft, die besten Spots für Bären-, Elch- und Walbeobachtungen zu finden, und erklärt das richtige Verhalten in der Wildnis.
Mit Belletristik Eintauchen in die kanadische Atmosphäre kann man unter anderem mit folgenden Büchern: "Schiffsmeldungen" (The Shipping News) (Annie Proulx), "Das Flüstern der Bäume" (Michael Christier), "Wild like a River" (Kira Mohn), "Anne auf Green Gables" (Lucy Maud Montgomery) oder "Volkswagen Blues" (Jacques Poulin). Oder Bücher von Michael Crummey, Kevin Major, Louise Penny, Alistair MacLeod, Margaret Atwood, Frauke Buchholz, Alice Munro und Giles Blunt.



Trotz moderner GPS-Systeme gehört das Backroad Mapbook (BRMB) zur Standardausrüstung für jeden Camper, der gerne abseits der Hauptstraßen unterwegs ist. Unter unter den Campern in Kanada ist das Teil fast schon ein Kultobjekt und glücklicherweise recht einfach zu finden.
Diese Atlanten sind nach Provinzen unterteilt und bieten detaillierte Informationen zu Forstwegen, Schotterpisten und Crown Land – ideal für die Geländegängigkeit eines 4x4-Trucks. Sie verzeichnen zudem versteckte Campingmöglichkeiten, Angelplätze und Wanderwege, die in herkömmlichen Karten oft fehlen.
Man bekommt das Backroad Mapbook in Outdoor-Fachgeschäfte wie MEC (Mountain Equipment Company) oder Jagd- und Angelgeschäften wie Cabela’s/Bass Pro Shops. Die größte Buchhandelskette Kanadas Chapters hat immer eine gut sortierte Abteilung für regionale Reiseführer und Karten, in der die BRMB-Bücher meist vorrätig sind.
Auch große Truck-Stops führen oft die Backroad Mapbooks der jeweiligen Provinz. In Newfoundland findet man die Bücher oft in größeren Visitor Information Centres oder in den General Stores kleinerer Orte, da sie dort auch von Einheimischen für die Jagd oder zum Quad-Fahren genutzt werden.
Man sollte beim Kauf aber unbedingt darauf darauf, dass man die aktuellste Edition erwischt. Denn gerade bei den Forstwegen (Logging Roads) kann sich durch Stürme oder Rodungen oft etwas ändern.
Es gibt die Karten auch als App im Abo-Modell oder als Plugin für Garmin-Navigationsgeräte. Viele Camper nutzen die physische Karte zur Planung am Abend und die App zur präzisen Standortbestimmung im Gelände.
Wir haben auf den Kauf verzichtet, da wir nach einem kurzen Durchblättern und Suchen damit nicht so viel anfangen konnten. Es ist eher für Jäger und Angler, die Wege sind oft nur für Quads und nicht für Geländewagen geeignet. Hinweise auf mögliche Stellplätze haben wir auf Anhieb nicht entdecken können. Frei stehen in Nova Scotia ist sowieso meist ein Problem. In Newfoundland waren Seitenwege fast immer abgesperrt oder extrem matschig oder sie führten zu einem Haus. Da nutzte ohne eigene Ortskenntnisse auch eine Karte wenig, die mit einem Maßstab von 1:200.000 arbeitet. Zum Vergleich: In diesem Maßstab gibt es ganz Deutschland auf 18 überlappenden Blättern, die Generalstabskarte des deutschen Kaiserreiches war mit 1:100.000 vier mal so detailiert.


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