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Der Adirondack-Stuhl, in Kanada vor allem als Muskoka Chair bekannt, ist weit mehr als nur ein einfaches Gartenmöbel. Er verkörpert wie kein anderes Möbelstück das kanadische Lebensgefühl von Gelassenheit, Naturverbundenheit und sommerlicher Ruhe und ist oft an den schönsten Plätzen in der Natur oder auf den Terrassen der bunten Holzhäuser zu finden. Oft farblich abgestimmt, sind diese Stühle oft ein Blickfang und tolles Motiv für Fotografen.
Parks Canada nutzt diese Stühle im Rahmen eines landesweiten Programms als strategische Markierungspunkte, indem leuchtend rote Stuhlpaare an den schönsten Aussichtspunkten der diversen Nationalparks platziert werden. Damit möchte man Besucher zum Innehalten und Genießen der Landschaft einzuladen.
Seine Entstehung geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück, als Thomas Lee im US-Bundesstaat New York einen bequemen Sessel für seine Familie entwarf, der auch auf unebenem Gelände stabil stehen sollte. Das markante Design zeichnet sich durch eine tief abfallende Sitzfläche, eine sanft nach hinten geneigte Rückenlehne und besonders breite Armlehnen aus, die ursprünglich dazu gedacht waren, Getränke oder Bücher ohne separaten Beistelltisch abzulegen.
Während das Urmodell noch aus elf geraden Holzplanken gefertigt wurde, entwickelte sich das Design im Laufe der Jahrzehnte natürlich auch weiter und erhielt so die heute typische, fächerförmig abgerundete Rückenlehne. In Kanada hat dieser Stuhl eine tiefe kulturelle Bedeutung erlangt und ist fest mit der sogenannten "Cottage Culture" verknüpft, also dem sommerlichen Rückzug in die Natur an die zahlreichen Seen und Küstenbuchten des Landes.
Obwohl die Begriffe Adirondack und Muskoka oft synonym verwendet werden, gibt es feine regionale Unterschiede in der Bauweise, da die kanadische Variante oft eine etwas stärker geschwungene Sitzfläche besitzt, um das Aufstehen aus der tiefen Position zu erleichtern.
Heute spiegelt sich die Evolution des Klassikers vor allem in den verwendeten Materialien wider, wobei traditionelles Zedern- oder Kiefernholz zunehmend von modernen Verbundstoffen abgelöst wird. Stühle aus unbehandeltem Holz liegen oft bei rund 80 bis 120 CAD, während lackierte oder fertig lasierte Varianten aus Zedernholz meist ab 150 CAD aufwärts kosten.
Die sogenannten Poly-Chairs bestehen aus recyceltem hochdichtem Polyethylen, das oft aus alten Plastikflaschen gewonnen wird, und bieten den großen Vorteil, dass sie absolut witterungsbeständig sind und im harschen kanadischen Winter nicht splittern oder verrotten. Diese langlebigen Stühle in den typisch leuchtenden Farben trotzen dem rauen Atlantikwetter und müssen nie gestrichen werden, auch wenn die Farbe nach vielen Jahren etwas blasser wird. Sie kosten ca. 150 bis 400 CAD, die angegebenen Preise in kanadischen Geschäften wie Canadian Tire, Home Depot oder Home Hardware sind immer Nettopreise. An der Kasse kommt je nach Provinz noch die Umsatzsteuer hinzu (laut Internet sind das in Nova Scotia beispielsweise 15% HST, auf unseren Kassenbons waren es jedoch nur 14%!). Dies gilt nicht für Nahrungsmittel, sofern es sich nicht um frisch zubereitete Ware oder Erfrischungsgetränge und Süßwaren handelt. Etwas undurchschaubar und lästig, da die entsprechenden Artikel auf dem Bon nicht immer gekennzeichnet sind und die Steuer als Summe unten drunter steht.
Ob in klassischem Weiß, rustikalem Naturholz oder in den für die Ostküste typischen, leuchtenden Farben, der Stuhl bleibt das ultimative Symbol für den kanadischen Feierabend und lädt dazu ein, den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.









In ganz Kanada, von den dichten Wäldern in British Columbia bis zu den felsigen Küsten der Bay of Fundy, ist die Picknickkultur ein fester und tief verwurzelter Bestandteil des täglichen Lebens. Da die Menschen die kurzen, intensiven Sommermonate optimal nutzen möchten, sind die unzähligen Picknickplätze im Land weit mehr als nur einfache Raststationen.
Parks Canada sowie die jeweiligen Provinzparks investieren intensiv in diese Infrastruktur, sodass Reisende selbst an entlegenen Schotterpisten oder spektakulären Klippen perfekt gepflegte Plätze vorfinden, die oft mit kostenlosem Feuerholz, sauberen Wassertoiletten oder rustikalen Schutzhütten für regnerische Tage ausgestattet sind.
Das absolute Herzstück eines jeden kanadischen Picknickplatzes ist die ikonische Picknickbank, die im englischsprachigen Raum als "A-frame table" bekannt ist. Diese massiven Konstruktionen bestehen aus schwerem, wetterbeständigem Nadelholz oder zunehmend aus robustem, recyceltem Kunststoff, wobei der Tisch und die beiden seitlichen Sitzbänke fest miteinander zu einer untrennbaren Einheit verbaut sind.
Dieses Design hat den großen Vorteil, dass die Bänke selbst auf unebenem Waldboden oder sandigem Untergrund absolut kippsicher stehen und selbst den heftigsten atlantischen Herbststürmen standhalten. Die Tische sind oft großzügig dimensioniert, sodass problemlos eine vier- bis sechsköpfige Familie Platz findet, um ausgiebige Mahlzeiten einzunehmen.
Fast jeder größere Picknickplatz in den ländlichen Regionen Kanadas verfügt über schwere, bärensichere Müllcontainer, die mit speziellen Riegeln gesichert sind, damit Waschbären oder Bären nicht angelockt werden. Zudem gilt auf allen öffentlichen Plätzen das strikte No Trace-Prinzip, was bedeutet, dass absolut keine Essensreste zurückgelassen werden dürfen, um die Tierwelt nicht zu konditionieren.







In Kanada, wo sich unberührte Naturräume oft über tausende Quadratkilometer erstrecken, spielt die Sanitärinfrastruktur eine entscheidende Rolle für den Umweltschutz und damit nimmt man es hier sehr genau. Besonders in den National- und Provinzparks, an abgelegenen Wanderwegen oder auf naturnahen Campingplätzen begegnen Reisende einer Vielzahl von Toilettensystemen, die speziell für Regionen ohne Anschluss an das öffentliche Kanalisationsnetz entwickelt wurden.
Das Spektrum reicht dabei von den klassischen Plumpsklos, in Kanada meist liebevoll oder scherzhaft als Outhouses oder Pit Toilet bezeichnet, bis hin zu hochmodernen, geruchsneutralen Komposttoiletten, die als ökologische High End Produkt der Abfallwirtschaft im Freien gelten.
Moderne Komposttoiletten nutzen die Prinzipien der biologischen Zersetzung, um menschliche Ausscheidungen in harmlosen, erdähnlichen Humus umzuwandeln. Diese Systeme arbeiten in der Regel mit einer strikten Trennung von festen und flüssigen Stoffen, da Feuchtigkeit den Zersetzungsprozess verlangsamt und zu unangenehmen Gerüchen führt. Durch den Einsatz von natürlicher Sonnenwärme und speziellen Belüftungsschächten, die einen permanenten Unterdruck erzeugen, wird der Inhalt kontinuierlich getrocknet und von aeroben Bakterien zersetzt, sodass diese Anlagen selbst bei hoher Frequenz erstaunlich geruchsfrei bleiben.
Die Entsorgung und Wartung dieser Systeme ist streng reglementiert und unterscheidet sich grundlegend von der Entleerung mobiler Wassertanks in Wohnmobilen. Während Letztere an speziellen, behördlich genehmigten Entsorgungsstationen, den sogenannten Dump Stations, über dicke Schläuche in das Abwassersystem abgelassen werden, verbleiben die Rückstände der Komposttoiletten oft monate- oder sogar jahrelang in großen, isolierten Kammern unterhalb der Kabine. Erst wenn der Prozess der Kompostierung vollständig abgeschlossen ist und alle potenziellen Krankheitserreger durch die natürliche Hitzeentwicklung im Inneren der Kammer vernichtet wurden, entnehmen Ranger oder spezialisierte Entsorgungsunternehmen das trockene, sterile Endprodukt. Je nach den strengen Umweltauflagen der jeweiligen Provinz wird dieser Humus entweder vor Ort tief im Waldboden vergraben, um den Nährstoffkreislauf zu schließen, oder gesammelt abtransportiert, um in zentralen Industrieanlagen final verarbeitet zu werden.
Wir hatten in den ganzen 8 Wochen im Osten bis auf einen Ausreisser nur saubere Toiletten, wo auch immer mehrere Rollen Toilettenpapier vorhanden waren. Oft waren die auch für mobil eingeschränkte Personen großzügig bemessen und haben einen ausklappbaren Wickeltisch von "Koala-Care" an der Wand.






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