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MOBILES INTERNET

Der Zugang zu aktuellen Informationen, die Kommunikation mit Vermietern und Fahrern sowie eine Navigation mit hilfreichen Hintergrundinfos machen das Reisen deutlich einfacher und bequemer. Eine Zeit lang haben wir lokal eine SIM-Karte für das Smartphone gekauft und den Laptop über dieses gekoppelt, was sich jedoch irgendwann als unpraktisch erwies. Das zweite Smartphone möchte ebenfalls ins Internet, und die eigene Telefonnummer soll erreichbar bleiben, der Service im Telefonladen vertauscht die 2 SIMs - viele nervige Erlebnisse. Auch bei Stromausfällen ist der Mobilfunk meist länger verfügbar als das WLAN im Haus.

Für den Internetzugriff auf Reisen nutzen wir seit mehreren Jahren unseren mobilen Router TP-Link M7350 (MiFi), der für unsere Smartphones und den Laptop einen WLAN-Hotspot bereitstellt und diesen mittels einer jeweils lokal erworbenen SIM-Karte für Daten mit dem Internet verbindet. Dabei werden Netze der Generationen 3G (UMTS) und vorzugsweise 4G (LTE) genutzt. Im Auto hing das kleine Gerät, das etwa so groß wie eine Handfläche ist, bei der Fahrt meist am Zigarettenanzünder, beim Spazierengehen hielt der Akku ein paar Stunden in der Tasche, und notfalls half eine Powerbank aus. Das Gerät ist nicht mehr das neueste, dafür war es günstig und zuverlässig.

Allerdings wurde unser kleiner MiFi unter der Windschutzscheibe in der Sonne manchmal zu heiß, und auf der Mittelkonsole gab es nicht immer den besten Empfang.


Funkfrequenzen

Nachdem wir in Südafrika, Panama, Marokko und Sri Lanka mit dem M7350 gut unterwegs waren, stellte sich vor dem nächsten Kanadaurlaub heraus, dass dieses Gerät dort nicht funktionieren würde. Grund dafür sind die in den USA, Kanada und Mexiko verwendeten Funkfrequenzen, die sich von denen in anderen Weltgegenden unterscheiden. Besonders in dünn besiedelten Gegenden fehlten bei dem M7350 dort wichtige Frequenzbänder, die international mit B-Nummern abgekürzt werden.

Grob gesehen gibt es wohl vier Gruppen von solchen Geräten: für den nordamerikanischen Markt, für Europa und Afrika, für Asien und Ozeanien oder für alle Netze weltweit. Alles ist eine Frage des Preises und des Marktes, auf dem man einkauft. Das gilt auch für Smartphones, bei denen es beispielsweise globale und spezielle US-Varianten gibt.

Man sollte jedoch nicht erwarten, dass diese Eigenschaft in der Produktbeschreibung explizit hervorgehoben wird. Alle Anbieter geben lange Listen von B-Nummern an, ob diese jedoch für einen selbst relevant sind, lässt sich nicht ohne Weiteres erkennen. Dabei ist die Vergabe der Band-Nummern nicht aufsteigend nach Frequenz oder blockweise nach Ländern sortiert, sondern bunt gemischt. Eine vollständige Übersicht bieten diese Tabellen auf Wikipedia.

Hier ist eine Kurzform der Tabelle, die für eine Entscheidung wesentlich ist, wobei ich die für Kanada relevanten Bänder fett markiert habe, mit Fokus auf 3G (UMTS) und 4G (LTE). Die wenigen Bänder, die generell weltweit verwendet werden, wie zum Beispiel B7, dienen vorwiegend dem Roaming und bieten oft nicht den besten Datendurchsatz. Das EU-Gerät funktioniert mancherorts zwar eingeschränkt, aber oft gar nicht mehr so gut wie gewohnt.

In Panama konnten wir zum Glück in der Fläche auf die 3G-Bänder für UMTS ausweichen, was dann etwas langsamer war.

BandUSA/KanadaWelt/EuropaAsien
B1xx
B2x
B3xx
B4x
B5xx
B7xxx
B8xx
B12x
B13x
B17x
B20x
B25x
B28xx
B29x
B30x
B38xx
B40x
B41x
B66x

Welt-Router

Vorweg: Dies ist keine Werbung und erst recht keine bezahlte Empfehlung.

Die Suche Anfang 2026 nach einem neuen mobilen Router ergab erstaunliche Ergebnisse. Unter diesem Begriff findet man oft reine WiFi- oder WLAN-Repeater, die ein öffentliches WLAN nutzen, um dahinter für die eigenen Geräte ein geschütztes Netz aufzuspannen. Das ist jedoch nicht das Gewünschte, da diese Geräte oft noch einen externen Mobilfunk-Adapter benötigen. Das richtige Suchwort lautet beispielsweise "Mobile Wi-Fi Hotspot for travel".

Findet man eine Geräteliste, wie sie bei Travel + Leisure aufgeführt ist, entdeckt man oft Einschränkungen. Diese lauten entweder klar "Nur Nordamerika" oder etwas beschönigend "in 160 Ländern der Welt", was Nordamerika jedoch explizit ausschließt, oder die Geräte besitzen keinen physischen SIM-Karteneinschub. Geräte ohne Akku brauchen bei Wanderungen zwingend eine Powerbank - ungünstig.

Eine Recherche ergab für das Jahr 2026 zwei wesentliche Anbieter: GL.iNet und GlocalMe. Fachbegriffe wie UMTS oder WCDMA lieferten zu einzelnen Geräten sehr brauchbare Angaben, die in der allgemeinen Werbung der Anbieter oft fehlten.

Für vorwiegend ländliche Gebiete ist eine 5G-Ausstattung oft nicht relevant, weshalb sich mehrere 4G-Geräte im Preisbereich um 150 Euro fanden. Auch wenn man meist eine App für Einstellungen erhält, war mir ein kleines Statusdisplay am Gerät wichtig, da eine einfache LED oft nicht aussagekräftig genug ist.

GL.iNet bietet mit dem GL-E750 Mudi V2 ein kompaktes Gerät an. Mit dem eingebauten CAT6-Modem EM060K-G unterstützt es eine beeindruckende Liste an Funkbändern. Die Software OpenWrt ist offen gestaltet und kann mit Plugins erweitert werden, zudem gibt es einen eingebauten VPN-Server. Mit der Einstellung als Repeater kann man somit das eigene WLAN effektiv schützen. Neben einer Nano-SIM kann eine MicroSD-Karte bis zu 1 TB als Speicher dienen.

GlocalMe hat ebenfalls mehrere Angebote: Das DuoTurbo arbeitet intern mit einem zweiten Modem, um bei Problemen nahtlos den Anbieter wechseln zu können. Das G4 Pro verfügt über einen 5-Zoll-Touchscreen und vorinstallierte Apps wie Übersetzer oder Währungsrechner. Das MeowGo G40 Pro nutzt für 4G ein schnelles CAT13-Modem, bietet jedoch nur einen Nano-SIM-Slot.

Generell liegt der Fokus bei GlocalMe auf dem Betrieb ohne SIM-Karte durch den Kauf von Datenpaketen beim Hersteller, was jedoch nicht immer die günstigste Variante ist. Man kann jedoch fast immer auf eine eigene Nano-SIM ausweichen. Erfreulicherweise gibt es hier auf der Webseite sogar Länderlisten bei den Geräten!

SIM oder eSIM

Alle erwähnten Geräte ermöglichen das Einsetzen einer Nano-SIM, die man in lokalen Mobilfunkläden, zum Beispiel direkt am Flughafen, erwerben kann. Mit einem reinen Datentarif für 30 Tage ist man meist gut bedient, üblicherweise wird dieser direkt beim Kauf aktiviert. In Sri Lanka gab es beispielsweise für ca. 8 Euro eine SIM-Karte mit 20 GB Datenvolumen, während in Kanada allein die Karte schon fast 10 Euro kosten kann. simlystore.com bietet für Kanada ein gutes Angebot, bei dem man auch die automatische Verlängerung auf 60 Tage im Voraus buchen kann - bei Telus selbst ist das so nicht zu finden.

Die eSIM ist ein moderneres Angebot. Statt einer physischen Karte wird hier bei einer Online-Buchung eine Datendatei auf einen Chip geschrieben. Wenn das Gerät dies noch nicht nativ unterstützt, gibt es als Alternative beschreibbare SIM-Karten, zum Beispiel von eSIM.me oder 9esim.com, die der App die nötige Hardware vorgaukeln.

Hat man sein eSIM-Profil auf den Adapter geladen, kann man die Karte herausnehmen und im mobilen Router einsetzen. Das lässt sich oft schon vor der Ankunft erledigen. Eine detaillierte Erläuterung der Unterschiede findet sich auf simoase.de. Auf travel-dealz.de gibt es zudem eine umfangreiche Datenbank mit Anbietern und Tarifen.

Ob SIM oder eSIM: Je nach Anbieter oder Gerät kann es erforderlich sein, die Anbieterkennung APN und andere Vertragsdaten über die APP auf dem Smartphone auf dem mobilen Router einzutragen. Nicht immer wird die richtige APN automatisch erkannt.

Wenn man eine physikalische SIM eines bestimmten Anbieters wählt, kann die Netzabdeckung ein Problem werden. Beispielsweise hat Rogers in Kanada ein Roaming mit Telus, welches im ländlichen Bereich die beste Abdeckung haben soll, aber für Daten ist es angeblich auf 50% der gebuchten Menge limitiert. Wählt man eine eSIM, so findet auf jeden Fall ein roaming statt, da ja der virtuelle Anbieter mit allen physikalischen Anbietern kooperieren muss.

Die Anbieter veröffentlichen ihre eigene Abdeckung auch im Internet, z.B. Telus hier oder Bell hier oder Rogers hier. Bei Rogers gibt es auch die Option einer Satellitenabdeckung, die erst ganz wenige neue Smartphones beherrschen. Die sogenannte "extended Coverage" auf der Karte ist nichts anderes als das Roaming bei Telus.

Tools wie nperf liefern keine sinnvolle Aussage zur Netzabdeckung, da hier nur Funkzellen erfasst sind, von denen aus einmal eine Breitbandmessung erfolgt ist. Das liefert natürlich eine nur punktuell genaue Karte, ganz viele Funkzellen fehlen hier.


Praxiserfahrung

Es ist ein Mudi V2 von GL.iNet geworden, da mir die Trennung von Hardware und Netzanbieter lieber ist als das gebündelte Angebot von GlocalMe. Dazu kommt für Kanada noch eine SIM von simlystore.com., und wohl noch ein eSIM-Adapter für die Zukunft. Egal, was zum Einsatz kommt, das Hantieren mit SIM-Karten bleibt einem bei mobilen Hotspots auch 2026 noch nicht erspart, sofern diese keine native freigeschaltete eSIM-Funktion besitzen. Jede Bequemlichkeit hat ihren Preis.

Wie hat sich meine Kombi nun in der Praxis bewährt? Nun, der Mudi V2 ist deutlich größer und schwerer als unser altes MiFi, dafür ist auch eine Powerbank von 7000 Ah gleich eingebaut. Man braucht keine App dafür, das Ding bietet ein ziemlich gutes Web-Interface über sein eigenes lokales WLAN. Beim Start in Halifax ging erstmal nix, ich musste bei der SIM-Karte den Zugangsprovider erst noch manuell eintragen. Der Start des Gerätes ist mit langsamer CPU etwas zäh, dafür hält der Akku dann auch lange durch.

Folglich waren wir die ersten Tage mit 2 Simkarten im Smartphone unterwegs, die sich bei Android auch sehr gut verwalten und einstellen ließen. Der Zugangsprovider wurde automatisch erkannt, auch von unseren 7 Jahre alten Huawai P30 pro.

Der Gedanke "Mist, Router umsonst gekauft!" hat sich dann aber rasch gegeben, sobald der Empfang etwas dünner wurde. Die Kanada-SIM in den Router und diesen dann am langen USB-Kabel oben in Schrank über den Alkoven gepackt, oder auf dem Campground sogar draußen aufs Dach gelegt: Dort gab es Empfang, den man unten im Camper nicht bekommen konnte. So saßen wir oft im eigenen WLAN, wo die anderen auf Tischhöhe nicht einmal Mobilfunk hatten. Auch der Mobilfunk von oben im Alkoven wurde per WLAN problemlos ins Auto darunter durchgereicht, ohne dass der Router in der Sonne überhitzen konnte.

Alternativ hatten einige Campgrounds WLAN - aber nur rund um das Office herum. Wenn man eine Site in der Nähe hatte und kein Riesen-Trailer die Sichtlinie blockierte, dann konnte das funktionieren. Ansonsten half uns auch hier der mobile Router. Von SIM auf WLAN umgestellt und dann das Gerät irgendwo passend einige Meter vor dem Auto mit Sicht auf das Office draußen auf eine Bank oder einen Anschluss-Pfosten hingelegt, für die Nacht zur Sicherheit noch eine Powerbank angeschlossen. Schon baute sich wieder eine brauchbare Verbindung auf, und wasserfest ist das Ding ja.

Etwas nervig dabei war nur die Umschaltzeit, wenn man die SIM deaktiviert und das WLAN aktiviert hat. Da musste man schon ziemlich viel Geduld haben verglichen mit einem Smartphone, bis die Suche nach aktiven Netzen Ergebnisse anzeigte.

Alles in allem: Der Einsatz hat sich gelohnt, für etwas Gefummel und Suche nach Empfang bekam man Netzwerk und Internet auch dort, wo andere leer ausgegangen sind. Mit einem Hotspot im Smartphone wäre das meiste davon nicht lösbar gewesen.

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