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Wir waren seit dem ersten Bescuh im jahr 2002 schön öfter im Addo Elephant Park und hatten dort viele tolle Sichtungen, wie Ihr auf den anderen Seiten sehen könnt. Zuletzt hatten wir den Park im Jahr 2018 besucht und so haben wir dann 2025 noch einmal drei Nächte im Main Camp gebucht.
Auch dieses Jahr kamen wir aus dem wunderschönen ruhigen Mountain Zebra Nationalpark bei Cradock hierher. Der Addo Elephant National Park hat in den letzten drei bis vier Jahren eine massive Transformation durchlaufen, ein komplexes Ökosystem mit großen Herausforderungen.
Wir waren am ersten Tag ziemlich geschockt, warum könnt Ihr unten nachlesen. Zu allem kommt hier noch ein "Luxusproblem": es gibt hier zu viele Elefanten auf zu engem Raum. Die Dichte ist eine der höchsten weltweit. Beim letzten Besuch haben wir über 100 Tiere an einem Ort gesehen, siehe Elefantentreffen am Hapoor Damm.
Die Elefanten zerstören die typische Spekboom-Vegetation. Diese Sukkulente speichert extrem viel CO2 und wird von ihnen schneller gefressen als sie nachwachsen kann. Am Hapoor Damm vom Link weiter oben ist rundum alles ziemlich kahl und wo wir damals noch so viele Tiere gesehen haben, gab es jetzt weder Wasser noch einen einzigen Elefanten. Nur ein großer Reisebus fuhr auf der einsamen, fast tierlosen Gravel Road.
Da man im Addo kein Culling, also keine Abschüsse, mehr betreibt, ist die Umsiedlung das wichtigste Werkzeug um die Population zu regulieren. In den letzten zwei Jahren wurden ganze Familienverbände in private Reservate oder andere Nationalparks wie den Kruger oder Parks in Mosambik umgesiedelt. Andere Gruppen wurden in die neu zum Park hinzugekommenen Gebiete wie den Nyathi-Block nördlich der R342 getrieben, wo wir von der Straße aus einige mittelgroße Herden gesehen haben.
Auch das Thema Wasserlöcher ist im Addo hochemotional. Elefanten sind "Ökosystem-Ingenieure", das bedeutet sie dominieren Wasserstellen und vertreiben dadurch andere Tiere. Mittlerweile hat man einige Wasserstellen durch elektrische Drähte so gesichert oder umzugestaltet, dass sie für Elefanten unzugänglich sind, aber kleinere Antilopen und die seltenen Spitzmausnashörnern weiterhin zum Wasser kommen können.
In Dürreperioden litten andere Arten massiv, weil die Elefantenherden die Wasserlöcher stundenlang besetzten und das Wasser durch Schlammbäder unbrauchbar machten. Um die Biodiversität zu erhalten, schafft SANParks nun elefantenfreie Zonen.
Wir fanden nur noch wenige Wasserlöcher für die verbliebenen Elefanten, an denen sich kleinere Gruppen trafen. Die ehemals schönsten gibt es nicht mehr, Hapoor soll wohl neu angelegt werden, wenn sich die Vegetation erholt hat.
Wir haben umgetauft: Addo Pig Park, denn Schweine haben wir hier bei den Rundfahrten mehr gesehen als Elefanten.











Den grössten Schock bekamen wir aber bei der ersten Rundfahrt im Park. Es war unglaublich voll, was uns vor allem auffiel, weil wir aus dem ruhigen Mountain Zebra Nationalpark kamen. Nicht nur die üblichen Autos mit Touristen und die offenen Safarijeeps von SanParks und privaten Lodges, sondern auch jede Menge kleiner Toyota-Busse, offene Canter-Busse, auf denen 30 Leute sassen und sogar große 3-Achsige Reisebusse. Wir waren geschockt.
Auf dem Weg in den ruhigeren Süden standen wir dann im Stau. Genau an der Wendeschleife für Busse, die wegen der Steilstrecken nicht in den südlichen Teil fahren können und dürfen, lagen zwei männliche Löwen schlafend auf einem Hügel. Auf der schmalen Straße war das Chaos perfekt, statt 2 Fahrspuren gab es jetzt vier, fast alles vollgeparkt und es ging nur mit Mühe vorwärts oder rückwärts. Wir haben hier fast eine Stunde im Stau gestanden bis wir weiter fahren konnten.
Um uns herum kleine Busse, Canter, OSVs, Transporter, dicke Campmobile und Autos. Ein bisschen wie im Süden vom Krüger, aber hier hatten wir das nicht vermutet. Was war los? Kein Wochenende, kein Feiertag - es war viel schlimmer.
Wir haben einfach Pech gehabt, denn in PE lag die "Voyager of the Seas" - ein großes Kreuzfahrtschiff. Dieses Ding kann bei Doppelbelegung bis zu 3.114 Passagiere befördern, mit einer maximalen Kapazität von bis zu 4.269 Passagieren. Wenn da nur ein paar Prozent den Game Drive buchen, dann ist hier Ende mit der Ruhe. Das haben wir dann am Abend bei Recherche im Internet herausgefunden, weil auf einigen Safari-Fahrzeugen etwas mit "Crusader Adventures" stand. Wenn im Hafen von PE oder jetzt Gqeberha ein großes Kreuzfahrtschiff anlegt, strömen teilweise bis zu 50 Reisebusse gleichzeitig in den Park, wo die meisten dann auf die üblichen Safari-Jeeps und Canter-Busse umsteigen.
SANParks hat zwar auf den Massentourismus aus Gqeberha reagiert, indem sie die Wegeführung teilweise angepasst haben, aber für Selbstfahrer können wir nur vor der Buchung raten, sich den "Cruise Ship Schedule" des Hafens zu anzuschauen und diese Kreuzfahrttage zu meiden.
Am nächsten Tag war der Spuk dann vorbei und am frühen Morgen nach der Öffnung der Gates waren wir sogar im Nordteil in der Nähe des Main Camps fast alleine unterwegs.
Verlassen haben wir den Park dann durch das südliche Gate, denn über Colchester reist man sicherer über die N2 in Richtung Garden Route.
Fazit: Für uns war dies erstmal der letzte Besuch im Addo. Man sollte nie nie sagen, aber es gibt wesentlich schönere Parks, ruhigere Parks und Elefanten haben wir auch schon sehr oft gesehen. Aber die vielen kleinen Tiere könnten uns schon locken.











Am zweiten Tag zeigte unser Bordsystem Luftdruckverlust in einem Vorderreifen an, kurz nach Einfahrt in den Park. Er war noch nicht platt, es handelte sich um einen "Slow Puncture", den der nette Mann an der Addo Tankstelle im Main Camp auch mit Hilfe von etwas Seifenwasser schnell fand. Ein kleiner Riss an der Seitenwand, durch den bei bestimmten Belastungen ganz langsam Luft entwich. Fahren konnten wir noch.
Leider konnte man uns an der Tankstelle nicht helfen, Reifen flicken gehörte nicht zum Programm. Eine Autowerkstatt kannte man auch nicht. So fragten wir Google Maps und bekamen eine Adresse bei Addo namens "Km block yard and Tire services".
Tire Services? Nichts wie hin. Leider führte uns das Navi über sehr schlechte Straßen in ein Township und es handelte sich um einen sehr originell benannten Blues Club, der geschlossen war. Na toll, nix wie weg hier.
Weiterfahrt zur TotalEnergies Expressmark Addo, hier war man nett, konnte uns aber auch nicht helfen. Also wieder den Reifen mit frischer Luft auffüllen. Mittlerweile hatte ich recherhiert, dass es in Paterson einen 24-Stunden-Repair gibt: Paterson Tyres and 24 HRS road assistance. Die fahren vor allem raus zu liegen gebliebenen LKWs auf den Olifantkoppas-Pass in Richtung Cradock und nehmen dazu Kompressor, Werkzeug und Reifen auf ihrem Anhänger mit.
Also quälten wir uns erneut durch die Baustellen mit Stops und Wartezeiten auf dem Weg nach Paterson, die wir schon auf der Hinfahrt zum Addo passiert hatten. In Paterson fuhren wir zur angegeben Adresse, sahen aber nur ein Haus und eine Scheune, kein Firmenschild, nichts. Also zurück zur Hauptstrasse zur Quest Service Station und dort nachgefragt. Die haben uns versichert, dass es den Service tatsächlich gibt, dann den Besitzer Charlie angerufen und unsere Ankunft mitgeteilt.
Die Werkstatt war von außen wirklich nicht zu erkennen, aber genau dort, wo wir gesucht hatten: in der Kirkwood Street 6 in Paterson, wie auch bei Google-Maps vermerkt. Das Firmenschild war außen auf dem Tor, das aber zur Werkstatt geöffnet war und somit von der Strasse nicht lesbar.
Hier waren die richtigen Profis am Werk. Der Reifen wurde wie gewünscht an der defekten Stelle von innen mit einem Flicken versehen, nach 25 Minuten war das Rad wieder am Wagen. Das war genauso selbstverständlich wie wir es in Marokko erlebt hatten. Die Nachbarn kamen derweil vorbei, um sich mit Michael zu unterhalten. Das Ganze sollte 160 Rand kosten, wir haben 200 Rand gegeben und so waren wir alle happy. Die Reparatur hat ohne Probleme die nächsten 4 Wochen gehalten. Wenn man eine Panne im Addo NP hat, Charlie kommt zur vor-Ort-Hilfe auch dorthin, Telefon +27815631120. Einen passenden neuen Reifen hätten wir bei Charlie auch direkt ohne Wartezeit bekommen können.
Wir haben einige Visitenkarten für die Tankstelle und die Rezeption im Addo mitgenommen, damit die nächsten mit Problemen direkt wissen, wo man hinfahren muss. Zu Werkstätten in Kirkwood ist es etwa doppelt so weit zu fahren.
Wenn man schon mal in Paterson ist, kann ich noch einen Besuch im Addo Brauhaus empfehlen. Das Lokal ist innen ganz gemütlich eingerichtet, mit trockenem Gestrüpp an der Decke und schönen Tischen. Man kann auch einiges im Shop kaufen. Das Bier, das wir mitgenommen haben, hat uns allerdings nicht so gut geschmeckt.
Wir hatten nach dem Reifen-Abenteuer Hunger und haben hier beide einen frisch zubereiteten Kudu-Burger mit sehr leckeren Pommes bekommen. Danach noch einen Cappuchino getrunken und zusammen dafür 290 Rand bezahlt.







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