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| Besuch | Am Groenvlei |

Einige Kilometer hinter Sedgefield auf dem Weg nach Knysna führt die Fernstraße N2 am idyllisch gelegenen Groenvlei vorbei. Am Ende des Sees zweigt rechts eine ca. 6 km lange Straße nach Buffelsbaai ab. Das ist ein kleiner, immer noch recht verschlafener Ferienort mit schönen Häusern und weiten Stränden. Wir haben hier am Strand auf dem Weg zum Ort angehalten und sind etwas herum gelaufen, dabei konnten wir zahlreiche kleine Felsenpools erkunden und sahen einige Vögel wie die seltenen schwarzen Austernfischer. Zu Fuß kann man vom Walker Point aus immer am Strand entlang bis nach Brenton-on-Sea laufen, dem Strandvorort von Knysna.
Dieser Abstecher an die Küste lohnt sich auf jeden Fall, denn hier liegt auch der Zugang zum Goukamma Nature and Marine Reserve, es repräsentiert eines der wertvollsten Ökosysteme entlang der Garden Route. Das Reservat umfasst ein weitläufiges Areal, das sowohl dichte Küstenwälder als auch einige der höchsten bewachsenen Dünen Südafrikas einschließt. Ein zentrales Merkmal des Gebiets ist der Groenvlei-See etwas landeinwärts, ein Süßwassersee, der keine sichtbaren Zuflüsse besitzt und durch Versickerung aus den umliegenden Dünen gespeist wird. Dieses Gewässer bietet einen ruhigen Lebensraum für zahlreiche Fischarten und eine beeindruckende Vielfalt an Wasservögeln, was die ökologische Bedeutung des Reservats unterstreicht.
Nachdem wir hier zuletzt im Jahr 2002 waren und die alten Dias noch auf der Seite zu sehen waren, sind wir dann 2025 auf dem Weg von unserer Unterkunft Greenhill Farm bei Plettenberg Bay in Richtung Wilderness noch einmal hierher gekommen.
Für Besucher bietet das Reservat ein verzweigtes Netz an Wanderwegen, die durch unterschiedliche Vegetationszonen führen. Während die Wege im Landesinneren durch schattige Waldabschnitte und entlang des Seeufers verlaufen, führen die Küstenpfade hinauf auf die Dünenkämme. Von dort aus eröffnet sich ein weiter Blick über den Indischen Ozean, wobei die erhöhte Position besonders während der Walsaison exzellente Beobachtungsmöglichkeiten bietet. Die unberührten Strandabschnitte des Reservats erstrecken sich über mehrere Kilometer und sind geprägt von einer rauen, natürlichen Ästhetik, die einen starken Kontrast zu den erschlossenen Ferienorten der Umgebung bildet.
Innerhalb des Goukamma Nature Reserve gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten, die fast ausnahmslos auf Selbstversorgung ausgelegt sind. Zu den Optionen gehören rustikale Chalets wie das Blacktail, Kabeljou oder Stumpnose Cottage, die teilweise mit einem Whirlpool ausgestattet sind und einen Blick auf den Fluss bieten. Zudem gibt es das Otters Rest Lodge mit Aussicht auf das Meer und den Fluss sowie das Fish Eagle Loft für zwei Personen. Wer eine abgeschiedenere Lage bevorzugt, findet im Mvubu Bushcamp, das am Ufer des Groenvlei-Sees liegt, eine Unterkunft inmitten von Küstenwäldern.











Die Eintrittspreise für Tagesbesucher liegen bei etwa 60 Rand für Erwachsene und 40 Rand für Kinder. Hat man eine Übernachtung im Reservat gebucht, dann reduziert sich die tägliche Naturschutzgebühr auf circa 40 Rand für Erwachsene und 20 Rand für Kinder. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Tarife saisonal schwanken können und Inhaber einer "Wild Card" in der Regel freien Zugang genießen.
Ein besonderes Erlebnis im Reservat ist die Überquerung des Goukamma River, die notwendig ist, um die Wanderwege auf der westlichen Seite des Flusses zu erreichen. Dies geschieht an einer markierten Stelle mittels einer kleinen Fähre oder eines Kahns, der Platz für etwa vier Personen bietet. Das Boot wird über ein umlaufendes Seilzug-System manuell von den Passagieren selbst über das Wasser gezogen, was den Beginn vieler Wanderungen zu einem kleinen Abenteuer macht. Rettungswesten hängen bereit, leider hatten wir für diesen anstrengenden Spaß zu wenig Zeit. Auf jeden Fall sollte man nicht am falschen der zwei Seile ziehen, da bewegt sich nichts, weil man das Boot nur weiter aufs Ufer ziehen würde.
Diese Fahrt und die dann möglichen Wanderungen sind sicher ein Grund, irgendwann auch mal Übernachtungen in Gaukamma einzuplanen. Es hat uns hier sehr gut gefallen, auch wenn wir nur einen kleinen Spaziergang für einen ersten Eindruck gemacht haben. Das Wasser in der Mündungslagune des Gaukamma war bei unserem Besuch sehr hoch, so dass Picknickbänke und Tische schon teilweise im Wasser standen.
Neben der botanischen Vielfalt, die insbesondere durch die typische Fynbos-Vegetation geprägt ist, beherbergt Goukamma eine reiche Tierwelt. Da das Reservat auch ein marines Schutzgebiet umfasst, bleibt die Küstenlinie weitgehend unberührt von industriellen Einflüssen, was die Ansiedlung seltener Arten begünstigt.
Im Park leben nur wenige größere Säugetiere wie Buschböcke, kleine Blauducker oder Schweine. Wir haben nicht ein einziges davon gesehen, dafür aber um so mehr Vögel. 150 Arten wurden registriert, darunter auch Sekretäre und Fischadler. Besonder gut ließen sich hier am Meer zwischen den Felsen die seltenen schwarzen Austernfischer beobachten. Sie brüten hier auch und sitzen meist als Pärchen auf den Muschebänken. In den Tidenpools lassen sich auch hier kleine Fische und Krebschen beobachten.
Zu unserer großen Begeisterung entdeckten wire hier im Sand am Ufer die Schnauze von einem Mull, dem südafrikanischen Maulwurf. Eine sehr seltene Sichtung.










An der Nordgrenze des Goukamma Nature and Marine Reserve befindet sich der Groenvlei Lake, der am Rand sumpfige grüne See liegt 3 Meter über dem Meeresspiegel. Im Gegensatz zu den vielen Lagunen der Garden Route hat der See keine direkte Verbindung zum Meer und wird primär durch Regenwasser und unterirdische Sickerströme aus den angrenzenden, bewaldeten Dünen gespeist. Diese Isolation hat ein einzigartiges und stabiles Ökosystem geschaffen, das besonders für seine Klarheit und den Reichtum an Wasserpflanzen bekannt ist.
Das Stillgewässer ist ein bedeutendes Refugium für über 200 Vogelarten, darunter der majestätische Fischadler und verschiedene Reiherarten, die in den Schilfgürteln nisten. An seinem Ufer, gegenüber der N2, liegt ein Hotel, zum Glück eingermassen an die Landschaft angepasst. Wenn man auf der Zufahrtstraße zu diesem Hotel dann am Eingang vorbeifährt kommt man auf allmählich schlechter werdender Straße vorbei an einigen Privathäusern und Gründstücken.
Die Straße wird schließlich ungepflastert und geht am Ende ziemlich steil bergab, um am Meer auf einem kleinen Parkplatz zu enden. Hier hat man einen weiteren Abschnitt des Goukamma Nature Reserve erreicht, eine Treppe führt hinab zum schönen und meist einsamen Strand. Für Angler steht hier noch mal eine Bildtafel mit ausführlicher Beschreibung, wieviele Fische welcher Sorte pro Tag geangelt werden dürfen.







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Strandabschnitt
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