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AUSFAHRT GHARAGAB

War die Einfahrt nach Gharagab noch sehr einfach und mit einem normalen Auto durchaus zu bewältigen, so war die Ausfahrt vom Wilderness Camp dann doch schon eine ganz andere Nummer. Erst hier versteht man, warum das Camp nur mit Allrad zu erreichen ist. Am besten fährt man recht früh los, denn es sind einige höhere Sanddünen zu überqueren und da fährt es sich besser, wenn der Sand noch fest und kühl ist.

Die Löwen vom Vortag haben wir am Morgen leider nicht mehr gesehen, wahrscheinlich lagen sie einfach nur unsichtbar hinter einem Dünenkamm. Nach einigen Hundert Metern erreicht man die Abzweigung, wo sich Zufahrt und Abfahrt trennen, ab hier ist es wieder Einbahnstrasse bis zum Hauptweg im Nossob-Tal. Die Landschaft wird nach ein paar Kilometern mehr von Dünen durchzogen und am Wegrand sieht man überall im Gras kleine Löcher. Es ist schwierig, die kleinen Bewohner, die Pfeiffratten (Parotomys brantsii), mit der Kamera zu erwischen. Die scheuen Tierchen haben mehrere Ein- und Ausgänge und ein weit verzweigtes Höhlensystem, so dass man nie errät, wo sie sich gerade zeigen. Aber neugierig sind sie schon und so konnte ich mit etwas Geduld doch noch ein paar Bilder machen. Da die Dünen von Löchern übersäht waren wie ein Schweizer Käse, muss es sehr viele von den kleinen Wühlern geben.

Ein paar Kudus haben wir noch gesehen und als wir um eine Kurve bogen liefen zwei Löffelhunde auf uns zu. Sie waren sichtlich irritiert über das komische Ding in ihrer Laufrichtung. Einer legte die Ohren an, das sah lustig aus und erinnerte uns spontan an den Film "Die Gremlins". Löffelhunde (Otocyon megalotis oder richtiger Bat eared Fox) ernähren sich hauptsächlich von Termiten. Benannt sind sie nach den auffälligen, großen Ohren, die beim Aufspüren leisester Geräusche von Termiten in deren Bauten zum Einsatz kommen.

Nachdem wir die beiden fotografiert hatten, sind wir weiter gefahren und mussten dann auch schon die erste Sanddüne in Angriff nehmen. Die war noch harmlos, aber mit Tiefsand ist nicht zu spaßen. Da hilft nur Schwung und viel Gefühl im Gasfuß. Man darf nicht zum Stillstand kommen, dann muß man zurück und neuen Anlauf nehmen. Unterwegs kommt man noch an einem Wasserloch namens Dankbaar vorbei, an dem sich aber weit und breit kein einziges Tier zeigte. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, beschlossen wir dann weiter zu fahren. Schließlich wollten wir im Waterhole-Hide in Nossob noch eine Pause machen und mussten danach an diesem Tag noch bis nach Urikaruus weiter fahren.




Tiefer Sand

Es folgten noch ein paar Tiefsandfahrten über Dünenkämme, bei einem brauchten wir dann auch mal einen zweiten Anlauf. Das lag weniger an Steigungen, sondern eher an den von anderen Fahrern ausgefahrenen und gepflügten Fahrspuren unterhalb der Steigung, die schon viel vom Schwung nehmen. Die Bodenwellen im Sand rütteln einen ganz schön durch, aber da darf man nicht bremsen oder langsamer werden, sonst bleibt man stecken. Die anderen Dünen haben wir mit unserem Auto dann doch eher bequem geschafft. Das größte Hindernis liegt dann fast am Ende der Ausfahrt, die letzte Düne hat es in sich. Unten auf Google Maps ist sie mit ihrer Umgehung zu sehen, auf dem letzten Foto die beiden Fahrspuren.

Drei Abende vorher hatten wir uns in Grootkolk mit den dort anwesenden südafrikanischen Gästen unterhalten, die alle schon vorher mehrmals in Gharagab gewesen waren. Unser Glück, denn so wussten wir den besten Weg. Wenn man sich der letzten Düne nähert, gibt es zwei Spuren. Die rechte erscheint harmlos und flach, die Linke geht steil bergauf und man kann nicht erkennen, was dahinter liegt. Doch wir wussten aus den Erzählungen, dass es in den letzten Jahren rechts niemand mehr auf Anhieb geschafft hatte und sich dort erst mal jeder im Tiefstand festfährt. Dort ist es - vielleicht von den LKW, welche das Baumaterial für das Camp geliefert hatten - sehr tief ausgefahren und der Sand sehr weich und fein. Da wir keine Lust auf Sandschippen hatten fuhren wir gleich links auf der Umgehung über die Düne. Nach dem zweiten Anlauf klappte es dann auch sehr gut. Auf dem Foto unten sieht die Auffahrt leider nicht sehr spektakulär aus.

Nachdem wir dieses Hindernis gemeistert hatten, folgte nur noch eine kurze Fahrt durch flaches Gelände und nach einiger Zeit mündete die Ausfahrt von Gharagab auf einer der Schleifen, die von der Hauptstrecke zwischen Nossob und Unions End durch Grasland führt. Tiere waren hier kaum zu sehen und so bogen wir dann rechts ab in Richtung Nossob. Am nächsten Wasserloch Liejersdraii war auch wenig los, erst 50 Kilometer weiter südlich in Bedinkt sahen wir wieder ein paar Löwen im Schatten liegen.




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Die letzte Düne

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