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Drei Nächte haben wir im Dragon Rock Chalet gewohnt, einer der drei Unterkünfte der Tierkloof Mountain Cottages. Das Klima in der Region rund um die Tierkloof Mountain Cottages ist typisch für die Tankwa Karoo, sie zählt zu den trockensten und sonnenreichsten Gebieten Südafrikas. Es handelt sich um ein semi-arides bis arides Klima, das stark von großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht geprägt ist.
Daher hat man hier alles, was man braucht: einen kalten Pool für heiße Tage, einen Hotpool für einsame Nächte unter einem fantastischen Sternenhimmel und einen Ofen im Inneren für kalte Winterabende.
Die einzigartige Lage der Farm verbindet zwei unterschiedliche Biome und Topografien mit vielfältigen Subhabitaten und Geländetypen. So verwandelt sich die charakteristische dornige, trockene Tankwa-Gestrüppvegetation der flachen, sandigen östlichen Ebenen auf weniger als 8 Kilometern in sanft abfallende Hänge mit dichtem, pflanzenreichem Buschland und schließlich in steile, felsige Quarzit-Bergfynbos-Vegetation. Dadurch bietet Tierkloof einer großen Vielfalt an Pflanzen, Vögeln und anderen Tieren ein Zuhause.
Um diese Tiere zu sehen, muss man gar nicht weit laufen, Besuch von Vögeln und niedlichen Grasmäusen bekommt man täglich am Cottage. Am Himmel sieht man manchmal große Greifvögel wie den Felsenadler (Verreaux Eagle).
Sogar ambitionierte Vogelbeobachter kommen hier voll auf ihre Kosten. Es gibt eine Vielzahl endemischer Vögel, darunter der Zimtbrust-Waldsänger, Karoo-Buschrotkehlchen, Bokmakieries, Südliche Doppelkragen-Nektarvögel, Weißkehlkanarienvögel, Bergsteinschmätzer, Graurücken-Zistensänger, Malachit-Nektarvögel und die Karoo-Eremomela.
Wer Fotos vom Zimtbrust-Waldsänger sehen will, ich habe leider keine, der besucht die schöne Seite von Vogelfotograf Richard Flack.
Landtiere gibt es auch, wie Oryxantilopen, Steinböcke und Klippspringer. Leider haben wir keine gesehen, weil wir am Morgen nicht so früh in die Gänge kamen und am Abend lieber im geheizten Pool gesessen haben. Nächstes Jahr stehen wir hier früher auf.
Auch Paviane und unzählige andere Kleintiere wie Mangusten, Klippschliefer und Schildkröten sind relativ häufig anzutreffen.
Selbst der wunderschöne Kapleopard ist hier verbreitet, doch die meisten Besucher werden wohl höchstens seine Spuren zu Gesicht bekommen. Aufgrund ihrer geringen Größe, sie sind etwa halb so groß wie ihre nördlichen Verwandten, und ihrer scheuen Natur gelten Kapleoparden nicht als Gefahr für den Menschen.
Robin zeigte uns ganz stolz Aufnahmen der Wildkamera aus dem Tal, auf denen in der Nacht gleich zwei der seltenen Tiere zu sehen waren.
Laut Robin kommt hier auch öfters mal der Brillenbilch (Graphiurus ocularis) zu Besuch. Auf Englisch Spectacled Dormouse, diese Tiere sind in den Cederbergen und der Karoo heimisch. Er sieht aus wie eine Mischung aus Maus und kleinem Eichhörnchen mit einem sehr buschigen Schwanz. Das Markanteste ist sein Gesicht: Er hat tiefschwarze Ringe um die Augen, die wie eine Brille oder eine schwarze Maske wirken. Der Körper ist ca. 13–15 cm plus langer Schwanz. Er lebt in Felsspalten und ist meist nachtaktiv, leider haben wir keinen gesehen. Vielleicht haben wir beim nächsten Besuch mehr Glück, denn hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch.












Als wir am Nachmittag auf der Terrasse im Schatten sassen, kamen Cape white-eyes (Zosterops virens) zu Besuch, kleine Singvögel aus der Familie der White-Eyes. Wir haben sie fotografiert und eine Weile beobachtet, dann wieder Platz genommen unter dem Schattendach und gelesen.
Plötzlich fingen die kleinen Vögel an zu schimpfen und zu zetern und hörten gar nicht mehr auf. Im dichten Busch an der Terrasse waren viele Blätter, aber die kleinen Vögel flogen immer wieder schimpfend dahin. Die Ursache haben wir schnell erspäht: eine Schlange lag dort. Als sie uns sah, bewegte sie sich schnell innerhalb vom Busch an eine andere Stelle.
Eine Begegnung mit einer männlichen Boomslang (Dispholidus typus) ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. In der Region rund um die Cederberge und die Karoo kommt sie zwar vor, ist hier aber deutlich seltener zu sehen als die Kapkobra oder die Puffotter, da sie sich meist in Bäumen oder höheren Büschen aufhält.
Laut unserem Vermieter gab es in den letzten Jahren erst einmal eine Sichtung von einem Weibchen. Hier hatten wir ein männliches Exemplar. Er war leuchtend grün bis fast neongelb, wobei die Schuppen schwarz umrandet sind, was ein wunderschönes Netzmuster ergibt. Leider sahen wir das nur im Schatten. Das auffälligste Merkmal sind die riesigen, grünen Augen. Eine Boomslang hat im Verhältnis zum Kopf die größten Augen aller afrikanischen Schlangen und sie sieht dich also sehr genau.
Sie kann bis zu 1,6 Meter lang werden, mit Tele mussten wir aber nicht zu nah ran. Eine Boomslang ist zwar extrem flink, aber auch scheu und sie wird niemals von sich aus angreifen. Bemerkt sie, dass sich Menschen in ihrer Umgebung befinden, weicht sie aus und versteckt sich, so gut es geht. Es handelt sich um eine Giftschlange, deren Biss für Menschen durchaus tödlich sein kann.
Fühlt sie sich in die Enge getrieben, bläht sie ihren Hals spektakulär auf. Dabei zeigt sie oft ihre dunklen Zwischenräume der Schuppen, ein klares Zeichen für "Bleib weg!". So weit kam es hier aber nicht, weil wir ihr nicht zu nah kamen. Es war sehr anstrengend, ein paar gute Bilder zu machen, denn sie war richtig schnell im Gebüsch unterwegs. Zum Glück gab es immer wieder Pausen, wo sie unbewegt auf ein kleines Vögelchen gelauert hat.















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