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Auf Wein haben wir in Sri Lanka verzichtet, meist gab es Billgwein aus Chile zu hohen Preisen. Alkohol haben wir nur ab und zu in Form von Lager-Bier oder in einem Cocktail am Anbend getrunken. Auf der Insel ist die Biermarke Lion unangefochtener Marktführer. Das klassische Lion Lager ist ein leichtes, süffiges Bier, das ideal zum tropischen Klima passt. Wir haben auch Ice Lion probiert, das ist ähnlich dem Corona Bier.
Die marktführende Lion Brewery PLC betreibt ihre moderne Hauptproduktionsstätte in Biyagama, etwa 25 Kilometer östlich von Colombo. Da Carlsberg eine bedeutende Beteiligung an Lion hält, werden auch die Biere der Marke Carlsberg für den lokalen Markt in dieser Fabrik unter Lizenz gebraut. Ursprünglich wurde Lion Beer in Nuwara Eliya im Hochland gebraut. Dort nutzte man das weiche, reine Quellwasser der Berge, was dem Bier damals seinen legendären Ruf einbrachte. Mit dem Umzug nach Biyagama im Jahr 1998 wurde die Produktion zwar effizienter, man muss nun jedoch das Flusswasser des Kelani River technisch aufbereiten, um die gewohnte Reinheit zu erzielen.
Die Produktion von Heineken und lokaler Marken wie Tiger oder Anchor findet in der Nähe von Kurunegala mit Tiefbrunnenwasser statt.
Neben Bier spielt der traditionelle Arrack beim Alkohol eine zentrale Rolle. Dieser hochprozentige Schnaps wird aus dem vergorenen Saft der Kokosblüte (Toddy) destilliert. Hochwertiger Arrack reift oft in Teakholzfässern und erinnert in seinem Profil an eine Mischung aus Rum und mildem Whiskey, wobei er meist mit Ginger Beer oder Mineralwasser gemischt getrunken wird.
Das Ginger Beer war unser Lieblingsgetränk, aber nur das Elephant House Ginger Beer (EGB), eine ikonische Marke. Dieses Getränk basiert auf einem Rezept von 1896 und unterscheidet sich deutlich von westlichem Ginger Ale. Es wird mit Extrakten aus lokalem Ingwer hergestellt und besitzt eine markante, natürliche Schärfe, die im Abgang ein angenehmes Brennen im Rachen hinterlässt. In der lokalen Gastronomie ist es ein unverzichtbarer Begleiter zu scharfen Currys, da die Ingwer-Note die Gewürze der Speisen hervorragend ergänzt. Das Konkurrenzprodukt von Coca Cola namens Lion Ginger Beer konnte da bei weitem nicht mithalten, es war einfach zu süß.
Frische Fruchtsäfte bekommt man auch überall, je nach Saison aus Wassermelonen, Ananas, Mango, Passionsfrucht oder gemixt. Ein Unikum der Insel ist der Saft der Holzapfel-Frucht (Wood Apple). Die Frucht selbst hat eine extrem harte, steinern wirkende Schale und ein dunkles, faseriges Fruchtfleisch mit einem sehr intensiven, säuerlich-herben Geruch. War leider so gar nicht unser Ding.
Als Saft oder Smoothie zubereitet, wird das Fruchtfleisch oft mit Wasser, Zucker und manchmal Kokosmilch vermengt. Das Ergebnis ist ein dickflüssiges, erfrischendes Getränk, das geschmacklich an eine Mischung aus Tamarinde und Rosinen erinnert und eine völlig neue Geschmackserfahrung ist. In den Unterkünften so gut wie nie zu bekommen. Dafür bekommt man immer und überall kostenlos stilles Wasser in Plastikflaschen, manchmal auch gefiltertes Wasser frisch in Glasflaschen abgefüllt, um Plastik zu vermeiden.
In der srilankischen Kaffeekultur begegnet man einer ganz eigenen Art der Zubereitung, die in Köln wohl als "Kaffee mit Prütt" bezeichnet wird, da er ungefiltert serviert wird. Obwohl die Insel heute eher für Tee berühmt ist, hat der Kaffee eine lange Tradition. Oft wird der Kaffee auf eine sehr ursprüngliche Weise zubereitet, die an den türkischen Mokka erinnert.
Die Zubereitung erfolgt meist so, dass das fein gemahlene Kaffeepulver direkt mit heißem Wasser in der Tasse oder einer Kanne aufgebrüht wird. Ein Filter kommt dabei selten zum Einsatz, weshalb sich das Kaffeemehl nach einer kurzen Ziehzeit am Boden der Tasse absetzt.
Da der Kaffee in Sri Lanka oft sehr dunkel geröstet wird und eine kräftige, fast erdige Note besitzt, wird er traditionell mit reichlich Zucker und manchmal mit einem Schuss frischer Büffelmilch getrunken. Mn sollte die Tasse nicht ganz bis zum Ende zu leeren, damit der Satz am Boden bleibt und nicht mitgetrunken wird. Manche Unterkünfte servieren ihn auch in einer French Press, was den Bodensatz in der Tasse etwas reduziert.
Zur Zeit erlebt der srilankische Kaffee eine kleine Renaissance. Während der einfache Kaffee mit Bodensatz weiterhin der Standard in den ländlichen Regionen ist, entstehen in Städten immer mehr Cafés, die hochwertigen und teuren srilankischen Hochland-Arabica anbieten. Und antürlich bekommt man in Ketten wie Barista und in manchen Unterkünften auch hervorragenden Espresso oder Cappucino aus einer italienischen Siebträgermaschine. Dennoch bleibt die traditionelle, ungefilterte Variante ein authentisches Stück Alltagskultur.










Sri Lanka, das ehemalige Ceylon, ist weltweit als die "Tee-Insel" bekannt. Der Teeanbau ist hier das Rückgrat der Wirtschaft, ein kulturelles Erbe und prägt die gesamte Landschaft des zentralen Hochlands.
Die Geschichte des Inselstaates ist untrennbar mit dem Schicksal einer kleinen Pflanze verbunden. Ursprünglich dominierte der Kaffee die Landwirtschaft der Region, bis eine zerstörerische Pilzerkrankung in den 1860er Jahren die gesamte Branche vernichtete. Diese Krise wurde zur Geburtsstunde des heutigen Weltruhms: James Taylor, ein visionärer Schotte, pflanzte 1867 die ersten Teesträucher in den Hügeln von Kandy. Was als Experiment begann, verwandelte die Insel in ein grünes Meer aus Plantagen und schuf ein globales Markenzeichen für Qualität und Tradition.
Heute ist der Sektor ein gigantischer Wirtschaftsmotor. Mit einer jährlichen Ernte von etwa 280 Millionen Kilogramm sichert der Teeexport den Lebensunterhalt von Millionen Menschen und ist eines der wichtigsten Devisenbringer des Landes. Dabei ist Tee nicht gleich Tee: Die Geografie Sri Lankas ermöglicht eine enorme geschmackliche Bandbreite. Während die Plantagen in Küstennähe (Low Grown) aufgrund der Hitze einen sehr dunklen, kräftigen und fast erdigen Sud hervorbringen, liefert das kühle Hochland (High Grown) in über 1.200 Metern Höhe feine, goldfarbene Qualitäten. Besonders die Region Nuwara Eliya gilt unter Kennern als Herkunftsort der edelsten Sorten, die mit ihrem blumigen Charakter oft mit edlem Wein verglichen werden.
Neben dem dominierenden schwarzen Tee, der in verschiedenen Blattgraden von grobem Pekoe bis hin zum feinen Dust sortiert wird, bietet die Insel auch Raritäten wie den "Silver Tips" an. Dieser weiße Tee besteht ausschließlich aus den zarten, silbrig schimmernden Knospen und wird mit äußerster Sorgfalt verarbeitet.
Wer die Produktionsstätten besucht, taucht ein in eine Welt, in der die Zeit teilweise stehen geblieben zu sein scheint. In den oft über hundert Jahre alten Fabriken rattern noch immer die historischen Rollmaschinen, während der intensive Duft welkender Blätter die Luft erfüllt. Ein Spaziergang durch die Felder zeigt die harte Arbeit hinter dem Genuss: Erfahrene Pflückerinnen wählen selektiv nur die frischesten Triebe aus, bevor diese in der Fabrik gewelkt, gerollt, fermentiert und schließlich über heißer Luft getrocknet werden. Eine Verkostung direkt vor Ort macht deutlich, warum dieses grüne Gold bis heute weltweit so begehrt ist.
Es gibt eine Differenzierung zwischen den klassischen schwarzen Blattgraden wie dem Pekoe und den spezialisierteren Varianten wie grünem und dem weißem Tee. Während der herkömmliche Schwarztee den Großteil der Produktion ausmacht, repräsentiert der Pekoe eine besonders hochwertige Sortierung innerhalb dieses Segments. Er zeichnet sich durch seine charakteristisch gerollte, fast kugelähnliche Blattform aus, die beim Aufgießen ein vollmundiges, kräftiges Aroma entfaltet.
Im Gegensatz zum fermentierten Schwarztee wird der grüne Tee in Sri Lanka unmittelbar nach der Ernte durch Hitzeeinwirkung daran gehindert zu oxidieren. Dadurch bleiben die natürlichen Gerbstoffe und die frische, hellgrüne Farbe der Blätter erhalten. Obwohl die Insel historisch für ihre schwarzen Tees berühmt wurde, gewinnt die Produktion von Grüntee stetig an Bedeutung, da er weltweit für seine Frische und die ihm zugeschriebenen wohltuenden Eigenschaften geschätzt wird.
Die absolute Krönung der Handwerkskunst stellt jedoch der weiße Tee dar, der oft als "silver Tips" oder "golden Tips" bekannt ist. Für diese exklusive Spezialität werden ausschließlich die ungeöffneten, silbrig schimmernden Blattknospen verwendet, die nur in den frühen Morgenstunden behutsam von Hand gepflückt werden dürfen. Da diese Knospen weder gerollt noch mechanisch bearbeitet werden, sondern lediglich über mehr als zwei Wochen an der Luft trocknen, bleibt ihr Aroma extrem filigran. Ein Aufguss dieses Tees ist fast farblos bis zartgelb und bietet ein unvergleichlich mildes, leicht süßliches Geschmackserlebnis, das an Frühlingsblumen erinnert. Aufgrund des enormen Arbeitsaufwands und der geringen Erntemengen gilt der weiße Tee als das kostbarste Juwel der srilankischen Plantagen.
In Supermärkten oder Boutiquen bekommt man den Tee fertig abgepackt und im Höchstfall eine Präsentation der verschiedenen Qualitäten auf einem Brett mit Schaugläsern. Wir haben uns in Kandy einen Gerwürzladen gesucht, wo der Tee lose in großen Fächern lagert und man jede Sorte des getrockneten Schwarztees in einer Schnupper-Schale gereicht bekommt. So fanden wir heraus, dass uns die zweitbeste Qualität PEKOE am bessten gefiel, aber das muss jeder für sich selbst erschnüffeln.
Bei der Zubereitung beachten: Knapp 2 Minuten ziehen lassen, nicht länger!







In der tropischen Vielfalt Sri Lankas nimmt die Kokosnuss eine zentrale Rolle ein, wobei die leuchtend orangefarbene King Coconut, lokal als "Thambili" bekannt, eine ganz besondere Stellung genießt. Im Gegensatz zur gewöhnlichen grünen Kokosnuss, die primär für die Gewinnung von Milch, Öl und Kopra genutzt wird, wird die King Coconut fast ausschließlich für ihr köstliches Wasser kultiviert. Sie wächst in Büscheln hoch oben an den Palmen und unterscheidet sich optisch durch ihre leuchtende orange Farbe und ihre eher längliche Form von ihren Verwandten.
Wir hatten gleich in der ersten Unterkunft jeden Morgen eine Kokosnuss zum Frühstück, die niedlich als Maus dekoriert war. In einer anderen Unterkunft bekamen wir eine Elefanten-Deko. Eigentlich wollten wir jeden Tag eine trinken, was nicht ganz gelang. Viele Unterkünfte bieten sie gar nicht an, da muss man unterwegs an einem Stand stehen bleiben und sie dort schlürfen. Uns ist auch passiert, dass wir auf Nachfrage eine bekamen, die dann aber mehr als das dreifache als am Straßenstand kostete.
Dort öffnet der Verkäufer die Nuss oben mit geschickten Schlägen einer Machete. Das Trinken des kühlen Wassers direkt aus der natürlichen Schale ist ein fester Bestandteil des srilankischen Alltags und dient als ultimative Erfrischung. Touristen bekommen meist einen Stohhalm dazu. Der Geschmack des Wassers ist im Vergleich zur Standard-Kokosnuss deutlich süßer, milder und weist eine feine, fast nussige Note auf, ohne jeglichen säuerlichen Beigeschmack.
Nachdem das Wasser getrunken wurde, sollte man den Verkäufer bitten, die Nuss zu spalten. Mit einem kleinen, aus der äusseren Schale geschnittenen Löffelersatz lässt sich dann das weiche, gallertartige Fruchtfleisch im Inneren herausschaben. Dieses ist bei der King Coconut besonders zart und schmilzt fast auf der Zunge.
Aus gesundheitlicher Sicht gilt die King Coconut als wahres Superfood und natürliches Elektrolytgetränk. Sie ist reich an Kalium, Natrium und Magnesium, was sie zu einem idealen Mittel gegen Dehydrierung und Erschöpfung macht. In der lokalen ayurvedischen Medizin wird ihr Wasser zudem wegen seiner kühlenden Wirkung auf den Körper geschätzt und oft zur Reinigung der Nieren sowie zur Beruhigung des Magens empfohlen. Da das Wasser steril in der Schale eingeschlossen ist und kaum Fett oder Kalorien enthält, stellt es eine der reinsten und gesündesten Flüssigkeitsquellen dar, die die Natur zu bieten hat.







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