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| Kapruka Pooja |

Der Besuch der Ruwanweli Maha Seya, auch bekannt als die "Große Stupa", bildet einen spirituellen Höhepunkt jeder Reise nach Anuradhapura und war für uns eines der eindrücklichsten Erlebnisse in Sri Lanka.
Dieses monumentale Bauwerk, das im 2. Jahrhundert v. Chr. von König Dutugemunu errichtet wurde, ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern gilt als Symbol für den Sieg des Buddhismus und die Einheit Sri Lankas. Mit ihrer strahlend weißen, glockenförmigen Kuppel, die weithin über die Ebene ragt, gehört sie zu den höchsten antiken Bauwerken der Welt und beherbergt laut Überlieferung die größte Menge an Reliquien des Buddha auf der gesamten Insel.
Ein besonders beeindruckendes Merkmal der Anlage ist die sogenannte Elefantenwand. Rund um den Sockel der Stupa scheinen hunderte von lebensgroßen Elefantenreliefs das massive Bauwerk auf ihren Rücken zu tragen, was die Stärke und Beständigkeit des Glaubens symbolisiert. Die 344 Elefanten, die diese Stupa tragen, wurden in der Moderne restauriert, basieren aber auf dem antiken Design. Sie bilden die sogenannte Hatthisala, die Elefanten-Terrasse. Sie sehen alle quasi gleich aus, unterscheiden sich aber durch die jeweils individuell gestalteten Fußfesseln.
Die Bedeutung der Ruwanweli Seya spiegelt sich auch in ihrer Zugehörigkeit zu den acht heiligen Stätten, den Atamasthana, wider. Sie ist ein Ort, an dem Geschichte und lebendige Tradition aufeinandertreffen, da die Stupa über die Jahrtausende hinweg trotz Kriegen und Naturereignissen immer wieder restauriert wurde und so ihren Glanz bewahren konnte.
Das wahre Herz der Anlage offenbart sich jedoch in den täglichen Zeremonien. Besonders in den Abendstunden, wenn die Hitze des Tages nachlässt, strömen Gläubige in weißer Kleidung herbei, um die Stupa im Uhrzeigersinn zu umrunden. Wir waren am Morgen dort, sodass es nicht zu voll war und wir die besondere Atmosphäre genießen konnten.
Der Duft von brennenden Öllampen und Räucherstäbchen erfüllt die Luft, während das leise Murmeln von Gebeten und das Schlagen ritueller Trommeln eine fast meditative Stimmung schaffen. Überall werden Opfergaben mit wunderschönen Blüten getragen und auf Tischen vor der Stupa abgelegt.
Für Besucher bietet dieser Ort eine tiefe Ruhe, die trotz der vielen Menschen die hier unterwegs sind spürbar bleibt. Es ist üblich, die Schuhe bereits weit vor dem eigentlichen Tempelgelände auszuziehen und den warmen Steinboden unter den Füßen zu spüren, während man die spirituelle Energie dieses Ortes aufnimmt. Später holt man sich die Fußbekleidung an den Ständen gegen eine kleine Spende wieder ab.
Die Ruwanweli Maha Seya ist somit weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit, sie ist ein pulsierendes Monument des Glaubens, das die tiefe Verbundenheit der Menschen in Sri Lanka mit ihrer Geschichte und Religion eindrucksvoll dokumentiert. Wir sahen um uns herum Gruppen in traditioneller Kleidung, ausländische Besucher mit ihren Guides und weiß gekleidete Pilgergruppen.
Der Übergang vom gleißenden Sonnenlicht des Plateaus in das schummerige, kühle Innere des Bildhauses sollte man nicht verpassen. Das Image House der Ruwanweli Maha Seya, das sich auf der Westseite des großen Plateaus befindet, ist ein Ort von besonderer spiritueller Intimität. Viele Gläubige knien hier für längere Zeit im Gebet, weshalb man sich besonders leise, vorsichtig und respektvoll bewegen sollte.
Während die Stupa selbst durch ihre Größe beeindruckt, bietet das Innere des Bildhauses davor einen ruhigen Kontrast. Der liegende Buddha stellt den Moment des Parinirvana dar, den endgültigen Heimgang des Buddha und den Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Er liegt auf seiner rechten Seite, den Kopf auf die rechte Hand gestützt.
Im Gegensatz zum schlichten Weiß der äußeren Stupa ist das Innere hier in kräftigen Farben bemalt. Auch die Statuen sind meist kunstvoll bemalt, was ihnen eine lebendige Präsenz verleiht. Die Flächen vor den Statuen sind meist überhäuft mit duftenden Lotosblüten, Jasmin und Frangipani. Der Duft ist hier deutlich intensiver als im Freien.
Unter den Bäumen außerhalb im nahen Park suchten Mensch und Tier Schatten und Ruhe. Hier lauern die Hanuman-Languren, sie gelten in Indien und Sri Lanka oft als heilig, da sie mit dem Affengott Hanuman assoziiert werden. In Anuradhapura sind sie allgegenwärtig und lauern auf eine Chance, sich etwas Futter zu stibitzen. Doch selbst dazu war es ihnen an diesem Tag zu heiß, sie lagen lieber herum und lausten sich gegenseitig.












Die Kapruka Pooja ist eine der farbenprächtigsten und tiefgründigsten Zeremonien Sri Lankas, die besonders an den großen Stupas wie der Ruwanweli Maha Seya in Anuradhapura praktiziert wird. Der Begriff Kapruka leitet sich vom mythologischen Wunschbaum namens Kalpavriksha ab, der alle Wünsche erfüllt. Die Zeremonie symbolisiert das Bekleiden der Stupa, die als lebendiger Körper des Buddha betrachtet wird.
Die Gläubigen tragen den Stoff oft auf ihren Köpfen oder in den Händen, während sie die Stupa mehrmals im Uhrzeigersinn umrunden. Begleitet wird dies von rituellen Gesängen und dem Schlagen traditioneller Trommeln.
Das Herzstück der Kapruka Pooja ist das Umwickeln der riesigen, glockenförmigen Kuppel der Stupa mit langen Bahnen aus safrangelbem oder orangefarbenem Stoff. Diese Stoffbahnen können mehrere hundert Meter lang sein.
Mit Hilfe von Stangen oder durch das Hochreichen von Ebene zu Ebene wird der Stoff schließlich um den Bauch der Stupa gewunden. In dem Moment, in dem der Stoff das Bauwerk berührt, gilt dies als Akt höchster Hingabe und Verdienstübertragung.
Für die Gläubigen ist diese Handlung ein Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber den Lehren des Buddha. So wie man einem geschätzten Lehrer oder Mönch Kleidung spendet, wird hier die Stupa als Symbol des Erleuchteten "gekleidet". Die Zeremonie erfordert oft die Zusammenarbeit vieler Menschen, was den Zusammenhalt der buddhistischen Gemeinschaft stärkt.
Wenn man das Glück hat, eine Kapruka Pooja zu erleben, ist die Energie vor Ort greifbar. Das leuchtende Orange des Stoffes vor dem strahlenden Weiß der Stupa bietet einen unvergesslichen Anblick. Wir waren begeistert.
Der Geruch von brennenden Öllampen, das Aroma von Lotusblüten und die rhythmischen Klänge der Trommeln verschmelzen zu einem Erlebnis, das die tiefe Spiritualität Sri Lankas unmittelbar erfahrbar macht. Wer zusieht, sollte sich im Hintergrund halten, um die Zeremonie nicht zu stören, kann aber oft beobachten, wie Pilger Fremde dazu einladen, den Stoff für einen Moment mit anzufassen, um an dem positiven Karma teilzuhaben.


















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