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Über die Strände, die Brandung und die Touristenhochburgen habe ich auf der Seite Allgemeines - Strände und Pools schon berichtet.
Sri Lanka besitzt über 1.300 Kilometer Küstenlinie und diese ist mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Ökosystemen gesegnet. Die Strände, Dünen, Mangroven und Lagunen bilden Übergangszonen zwischen Meer und Land und sind ökologisch besonders wertvoll. Wir haben zwar insgesamt nur ca. 10 Nächte in Hotels mit direkter Strandnähe verbracht, konnten aber schon einige Bewohner dieser Region bei Spaziergängen entdecken.
Pflanzen wie Strandwinde, Spinifex-Gras, Strandbohne und sukkulente Salzpflanzen stabilisieren den Sand und verhindern Erosion. Sie bilden die erste natürliche Schutzlinie gegen Sturmfluten und Küstenerosion. Dahinter wachsen häufig Kokospalmen, Seemandelbäume, Pandanus und Kasuarinen, die Schatten spenden, das Mikroklima verbessern und Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten.
Diese Küstenvegetation ist eng mit der Vogelwelt verbunden. Viele Küstenvögel nutzen die Strände und angrenzenden Flachwasserzonen als Nahrungs- und Rastgebiete. Reiher, Silberreiher, Kormorane, Pelikane, Seeschwalben, Regenpfeifer und Strandläufer sind hier regelmäßig zu beobachten. Zugvögel aus Eurasien nutzen Sri Lankas Küsten als wichtige Überwinterungsgebiete.
Ein charakteristisches Element der Strände Sri Lankas sind auch die zahlreichen Krabbenarten, insbesondere die Geisterkrabben. Sie graben ihre Löcher in den Sand und sind vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden aktiv. Krabben, die niedlichen Einsiedlerkrebse mit ihren Muschelhäusern, kleine Muscheln und andere wirbellose Tiere spielen eine zentrale Rolle im Nährstoffkreislauf. Sie zersetzen organisches Material wie Algenreste, tote Fische oder Pflanzenmaterial und tragen so zur Reinigung des Strandes bei. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Küstentiere.











Zwei Mal haben wir eine Bootsfahrt auf einer Lagune unternommen. Einmal in Hikkaduwa am frühen Morgen und bei Tangalle am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Beim nächsten Urlaub machen wir das sicher öfter, denn hier wird nur manuell gepaddelt, ohne Motor und Störung der Ruhe. Was das Ganze zu einem sehr angenehmen Erlebnis macht.
Die vielen Lagunen hinter den Stränden gehören zu den ökologisch wichtigsten Lebensräumen Sri Lankas. Es handelt sich meist um flache, brackige Gewässer, die durch Sandbänke vom offenen Meer getrennt sind und einen Austausch von Süß- und Salzwasser ermöglichen. Diese besonderen Bedingungen führen zu einer sehr hohen biologischen Produktivität. Lagunen sind Kinderstuben für viele Fisch- und Krebstierarten, die später ins Meer abwandern und für die Küstenfischerei von großer Bedeutung sind.
Für Fotografen lohnt sich die Überganzszone an der Sanbank zwischen Meer und Lagune, denn hier tummeln sich besonders viele Vogelarten wie Dickschnabel-Brachvogel, Grosser Brachvogel oder Lachseeschwalben.
Ein zentrales Element der Lagunen sind Mangrovenwälder. Mangroven stabilisieren die Ufer, filtern Schadstoffe aus dem Wasser und bieten Schutz- und Brutplätze für Fische, Vögel und andere Tiere. Darüber hinaus speichern sie große Mengen Kohlenstoff und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Für das Hinterland haben Lagunen auch eine direkte wirtschaftliche Bedeutung. Sie sichern die Existenzgrundlage vieler Familien durch Fischerei, Garnelenfang und zunehmend auch durch sanften Tourismus.
Leider sind Lagunen aber auch stark bedroht durch Abholzung von Mangroven, Abwassereinleitungen, Überfischung und unkontrollierte Bebauung. Der Schutz dieser Systeme ist daher nicht nur für die Tierwelt, sondern auch für die langfristige wirtschaftliche und ökologische Stabilität der Küstenregionen Sri Lankas von zentraler Bedeutung.












Sri Lanka ist international bekannt für seine Meeresschildkröten. Mehrere Strände, insbesondere an der Süd- und Westküste, dienen als wichtige Brutgebiete für verschiedene Schildkrötenarten. Die Weibchen kommen nachts an Land, um ihre Eier im Sand abzulegen. Diese sensiblen Phasen sind stark störanfällig. Unkontrollierter Tourismus, grelles Licht, laute Geräusche und das Anfassen der Tiere können den Fortpflanzungserfolg erheblich beeinträchtigen. Verantwortungsvolle Anbieter achten darauf, Abstand zu halten, rotes oder schwaches Licht zu verwenden, die Tiere nicht zu berühren und Nester nicht zu manipulieren.
Leider sieht die Wirklichkeit an den gut besuchten Stränden von Sri Lanka anders aus, alle halten sich für Tierschützer und mokieren sich dann über die anderen, die Tiere hochhalten, streicheln oder bedrängen für ein Foto. Aber alleine die Tatsache, dass man zu solchen Stränden fährt sorgt ja schon für den Massentourisms.
Auch bei Bootstouren entlang der Küste sollten die Motorboote langsam gefahren, Tiere nicht verfolgt und Brutgebiete respektiert werden. Leider findet man das eher selten auf Sri Lanka. An Hotspots wie Mirissa und Trincomalee fahren oft viele Boote mit mit 40 Leuten drauf gleichzeitig zu einer Sichtung. Siehe Videos von Besuchern weiter unten.
Studien und Feldbeobachtungen zeigen, dass Wale dabei von mehreren Booten umzingelt werden, in ihrer Schwimmrichtung geschnitten werden und zu schnellen, unnatürlichen Tauchgängen gezwungen werden. Das führt zu Stress, Energieverlust und Verhaltensänderungen, besonders gefährlich für Mutter-Kalb-Paare.
Unsere einzige Bootstour vor der Küste Kalpitiyas bot ein beeindruckendes Naturerlebnis, das sich durch seine relative Ruhe deutlich von den touristisch überlaufenen Regionen im Süden unterscheidet. Mit unserer kleinen Gruppe an Bord ermöglichte die Ausfahrt eine beinahe private Atmosphäre, um die Spinner-Delfine in ihrem natürlichen Element zu beobachten. Wir zählten außer uns etwas verteilt 14 andere kleine Boote, und auch die waren nicht alle voll besetzt, was den Moment weitaus authentischer und auch weniger störend für die Tiere gestaltete.
Wir haben auf gehypte Highligts wie Elefanten-Waisenhäuser und Turtle Beaches komplett verzichtet. An einem einsamen Stränd haben wir uns über kleine Köpfe von Schildkröten gefreut, die in der heftigen Brandung ein Stück aus dem Wasser schauten. Natürlich konnte man da kein gutes Foto machen, aber wir konnten sie lange alleine beobachten.
Das Schwimmen mit Walen ist in Sri Lanka gesetzlich verboten, wird aber dennoch von vielen Anbietern angeboten. Wer okologisch vertretbar Wale sehen will, der fliegt in andere Regionen dieser Welt. Zum Beispiel auf die Azoren oder stellt sich an den Strand von De Kelders in Südafrika. Sri Lanka ist jedenfalls kein gutes Ziel für solche Art von Aktivitäten, hier schlagen oft die Einnahmen das Umweltbewusstsein und es gibt kaum verbindliche Standards wie in Australien, Neuseeland oder Kanada.











Videos zum Thema Mirissa
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