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Sri Lankas tropisches Klima und seine abwechslungsreichen Ökosysteme bieten einen idealen Lebensraum für eine beeindruckende Vielfalt an Reptilien, von denen wir immerhin eine bunte Auswahl gesehen und auch fotografieren konnten. Noch mehr verstecken sich im dichten Blattwerk, die wir leider nicht zu Gesicht bekamen, so wie das seltene Nashornchamäleon, das durch seine bizarren Kopffortsätze besticht.
In der lebendigen Natur Sri Lankas gehören die Schönechsen und Gartenagamen zu den faszinierendsten Beobachtungen, da sie wahre Meister der visuellen Kommunikation und Anpassung sind. Diese Echsen verfügen über die beeindruckende Fähigkeit, ihre Körperfarbe innerhalb kurzer Zeit drastisch zu verändern. Dieser Farbwechsel dient jedoch weniger der Tarnung vor Feinden, sondern ist in erster Linie ein Ausdruck ihres emotionalen Zustands und dient der Kommunikation mit Artgenossen.
Besonders spektakulär zeigt sich dieses Phänomen während der Paarungszeit oder bei Revierstreitigkeiten. Ein Männchen der gewöhnlichen Gartenagame (Calotes versicolor) kann seinen Kopf und Nacken in ein leuchtendes, fast glühendes Orange oder Rot verwandeln, während der restliche Körper oft dunkler wird.
Im Regenwald konnten wir die Braungefleckte Känguruechse sehen, die zur Familie der Agamen gehört. Sie verdankt ihren außergewöhnlichen Namen einer ebenso ungewöhnlichen Fortbewegungsart. Wenn sie sich bedroht fühlt oder besonders schnell vorankommen möchte, richtet sie ihren Oberkörper auf und flieht auf ihren langen Hinterbeinen, was optisch stark an die Sprünge eines Kängurus erinnert. Diese Form der bipedalen Fortbewegung ist im Tierreich ein faszinierendes Beispiel für spezialisierte Evolution. Ein interessantes Merkmal dieser Art ist ihr langer, dünner Schwanz, der ihr bei ihren schnellen Sprints als Balancierstange dient.
Die Höckernasenechse (Lyriocephalus scutatus) hat eines der außergewöhnlichsten Erscheinungsbilder. Sie gehört zur Familie der Agamen und ist eine endemische Art, was bedeutet, dass sie ausschließlich in den feuchten Regenwäldern und schattigen Gärten des srilankischen Tieflands und der mittleren Höhenlagen vorkommt. Ihr markantestes Merkmal, dem sie auch ihren Namen verdankt, ist ein auffälliger, kugelförmiger Auswuchs an der Schnauzenspitze, der bei ausgewachsenen Tieren besonders ausgeprägt ist. Ihr grüner Körper verleiht ihr eine perfekte Tarnung im dichten Blattwerk.
Ein faszinierendes Merkmal sind ihre Augen, die fast unabhängig voneinander beweglich sind und ihr ein weites Sichtfeld ermöglichen, um sowohl Beutetiere als auch potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. Ihre langsame Lebensweise macht sie zu einem schwierigen Beobachtungsobjekt, da sie vollkommen mit ihrer Umgebung verschmilzt und oft stundenlang regungslos verharrt.
Allgegenwärtig sind die flinken Geckos, die in fast jedem Haus als nützliche Insektenjäger geschätzt werden. Auch im oder rund um das Hotelzimmer waren immer einige anwesend. In Sri Lanka werden sie oft liebevoll nach ihrem charakteristischen Ruf "Chit-Chat" genannt. Dank ihrer spezialisierten Haftorgane an den Zehen können sie mühelos senkrechte Wände und sogar Zimmerdecken überwinden, wo sie geduldig auf Insekten lauern.
Sehr oft sieht man auch Warane in allen Größen. Der weit verbreitete Bindenwaran (Varanus salvator) ist oft in der Nähe von Kanälen und Seen zu finden. Diese Tiere können eine Länge von über zwei Metern erreichen und sind exzellente Schwimmer, die ihren kräftigen Schwanz als Ruder benutzen. Trotz ihrer imposanten Erscheinung und ihres räuberischen Aussehens sind sie meist friedfertig, solange sie nicht bedrängt werden.
Der scheue Landwaran (Varanus bengalensis) ist wesentlich kleiner als sein Verwandter im Wasser und bevorzugt trockene Waldgebiete, Gärten und Buschland. Sein Schuppenkleid ist eher in schlichten Grau- oder Brauntönen gehalten, was ihm eine perfekte Tarnung am Boden verleiht. Er ist ein flinker Jäger von Insekten, kleinen Nagetieren und Vögeln und klettert bei Gefahr oft mit erstaunlicher Geschwindigkeit an Baumstämmen empor.
Abgerundet wird diese Gruppe durch die Sumpf- und Salzwasserkrokodile, die man in den Nationalparks als majestätische Herrscher der Wasserwege entdecken kann. Sie spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Das Sumpfkrokodil (Mugger) ist vor allem in den Süßwasserseen und künstlich angelegten Reservoirs im Flachland zu finden. Diese Tiere sind für ihre Anpassungsfähigkeit bekannt und können in den Trockenperioden weite Strecken über Land zurücklegen, um neue Wasserlöcher zu finden. Das Salzwasserkrokodil bewohnt vorwiegend die Brackwassergebiete, Mangrovensümpfe und Flussmündungen an den Küsten.














Die Welt der Schlangen in Sri Lanka ist ebenso faszinierend wie artenreich, erfordert jedoch aufgrund der Anwesenheit einiger hochgiftiger Vertreter Respekt und Vorsicht. Und einen Guide, der sie kennt und weiß, wo sie zu finden sind. Abgesehen von einer Rattenschlange, die wir zufällig vom Tuk-Tuk aus am Wegrand in Hikkaduwa entdeckt haben, gab es alle Schlangensichtungen und somit auch die Bilder auf dieser Seite im Regenwald von Sinharaja. So konnten wir hier die Grüne Peitschennatter und relativ oft auch die Ceylon-Lanzenotter entdecken.
Die Grüne Peitschennatter (Ahaetulla nasuta) ist ein Meister der Eleganz und Geschwindigkeit. Ihr extrem schlanker, fast fadenförmiger Körper und die charakteristisch langgezogene, spitze Schnauze machen sie im Geäst nahezu unsichtbar. Eine Besonderheit dieser Schlange sind ihre waagerechten, schlüssellochförmigen Pupillen, die ihr ein hervorragendes binokulares Sehen ermöglichen. Das ist eine Seltenheit unter Schlangen, die ihr dabei hilft, Entfernungen zu Beutetieren wie Eidechsen oder kleinen Vögeln präzise einzuschätzen. Obwohl sie zu den Trugnattern gehört und über ein schwaches Gift verfügt, ist sie für den Menschen weitestgehend harmlos und flieht meist blitzschnell bei der kleinsten Störung.
Im starken Kontrast dazu steht die Ceylon-Lanzenotter (Craspedocephalus trigonocephalus), eine endemische Art, die ausschließlich auf dieser Insel vorkommt. Sie ist deutlich gedrungener und kräftiger; ihr dreieckiger Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt, und das markante schwarze Muster auf dem leuchtend grünen Schuppenkleid sind ihre unverkennbaren Merkmale. Als Grubenotter besitzt sie spezialisierte Infrarot-Sinnesorgane in kleinen Gruben zwischen Augen und Nasenlöchern, mit denen sie die Körperwärme ihrer Beute selbst in absoluter Dunkelheit wahrnehmen kann.
Sie ist eine klassische Lauerjägerin, die oft stundenlang völlig regungslos im Gebüsch verharrt und dadurch gut fotografiert werden kann. Ihr Gift ist wesentlich potenter als das der Peitschennatter und kann beim Menschen schmerzhafte Schwellungen verursachen, weshalb bei Entdeckungen in den Teeplantagen oder im dichten Unterholz stets eine respektvolle Distanz gewahrt werden sollte. Ein Teleobjektiv ist hier sehr hilfreich.
Die Insel beherbergt aber fast hundert verschiedene Schlangenarten, von denen jedoch nur ein kleiner Teil für den Menschen wirklich gefährlich ist. Zu den "Großen Vier" der medizinisch relevanten Giftschlangen zählen die Kobra, der Indische Krait, die Kettenviper und die Sandrasselotter. Während die Kobra in der lokalen Mythologie oft als heiliger Wächter verehrt wird, ist die Kettenviper aufgrund ihrer Tarnung und Aggressivität für die meisten Unfälle in ländlichen Regionen verantwortlich.
Neben diesen gefährlichen Arten gibt es jedoch eine Vielzahl an harmlosen und nützlichen Schlangen, wie die imposanten Tigerpythons, die in den geschützten Urwäldern leben.











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