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"Wenn ich in der Stille und Wärme meines Hauses meine Seele in der Erinnerung vieler Bilder und Abenteuer umherwandeln lasse, erscheinen die Spitzen Patagoniens so unwirklich, von einer solch phantastischen Schlankheit, daß ich den Eindruck habe, diese Bilder entstammten einem grotesken Traum." Lionnel Terray

"Der Fitz Roy ist jener Berg, den Gott auf die Erde stellte, um den Stolz der Menschen zu brechen und ihnen die äußerste Grenze ihrer Möglichkeiten aufzuzeigen." Andreas Madsen

HOHE BERGE

Der mächtige Turm aus Stein und Eis des 3.406 m hohen Fitz Roy beherrscht die südlichen Andengipfel ganz im Norden des Los Glaciares Nationalparks und ist einer der imposantesten Berge der Welt. Der steinge, pyramidenförmige Gipfel der in verschiedenen Spitzen endet, erhebt sich schon aus großer Entfernung abrupt markant aus seiner Umgebung. Der Höhenunterschied zwischen dem Reisenden auf der Fahrt nach El Chaltèn und den oft von Kondoren umkreisten, vereisten Spitzen beträgt immerhin 3.000 m.

Bei guter Sicht kann man die Berge schon 100 km vor Ankunft am Fuß in der Trekkingmetropole El Chaltèn bewundern.

Die weißen Gletscher, wie der mächtige Glaciar Piedras Blancas oder der Glaciar de los Tres, die sich an seinem Fuß befinden, sind wunderschön anzuschauen. Sie münden in die Lagunen Piedras Blancas, de los Tres and Sucia.

Die benachbarten schroffen Felszacken rahmen den Fitz Roy malerisch ein. Leider versteckt sich alles hier sehr oft hinter dichten Wolken. Denn hinter diesen Bergen befindet sich das Kontinentaleis des Südens, eines der größten der Welt und eine enorm wechselhafte Wetterküche.

Früher wurde diese Region von den Tehuelche Indianern bewohnt. Sie gaben dem Berg den Namen El Chaltèn, dies bedeutet in ihrer Sprache "Vulkan". Heute nimmt man an, sie vergaben diesen Namen, weil sie die ständig präsenten Wolken an der Spitze mit Rauch verwechselten.

Den Namen Fitz Roy bekam der Berg dann vom argentinischen Landvermesser Francisco Peritio Moreno (nach dem ebenfalls ein Gletscher, ein Nationalpark und ein Ort benannt sind). Fitz Roy war der Kommandant des britischen Forschungsschiffs Beagle, auf dem auch Charles Darwin mitreiste.

Wahrscheinlich waren diese beiden Männer die ersten Weißen, die den Berg zu Gesicht bekamen, als sie 1834 dem Rio Santa Cruz folgten und so bis zur Andenkette kamen.

Auch der 3.128 m hohe Cerro Torre, der 2.höchste Gipfel neben dem Fitz Roy, ist auf Grund seiner extrem steilen Säulenform sehr schwer zu besteigen. Er bildet eine elegante Linie mit mehreren nebeneinander liegenden Gipfeln, unter anderem der Poincenot mit 3.076 m und der Cordón Adela mit 3.938 m, auf dem Bild unten die Dreiergruppe links.

Erstbesteigung Fitz Roy

Der erste Versuch, den sturmumtobten Gipfel zu erreichen wurde im Jahr 1937 von einer italienischen Expedition durchgeführt, die es allerdings nicht schaffte. Mehrere weitere erfolglose Expeditionen folgten, doch niemand fand die schwache Seite dieser scheinbar unerreichbaren Granitbastion.

Die technischen Schwierigkeiten überschritten einfach alles bis dahin Machbare. Vor allem der ständige furchtbare Wind, der über das Gebirge fegt mit seinen betäubenden und unvorhersehbaren Sturmböen ließ viele Vorhaben scheitern.

1951 traf dann eine französische Expedition unter Lionel Terray, einem bekannten Bergsteiger aus den Alpen, mit zweieinhalb Tonnen Material in Buenos Aires ein. Nachdem einige der Teilnehmer zuvor den Gipfel des Annapurna im Himalaja bezwungen hatte, wollte man nun die Eroberung des Fitz Roy in Angriff nehmen.

Mit von der Partie waren Jacques Poincenot, Guido Magnone, M.A. Azena, R. Ferlet, Lliboutry, Depasse, Strouvé, Lionel Terray und der Argentinier Francisco Ibáñez.

Leider stand die Expedition schon am Anfang an unter keinem guten Stern, denn Jacques Poincenot ertrank schon gleich am Anfang im Fluss Fitz Roy. Ihm zu Ehren wurde später eine der schönsten an den Fitz Roy angrenzenden Nadeln benannt. Die anderen Namen stammen vom Geographen der Expedition. Er kartographierte das Areal und vergab Namen wie Saint-Exupery, Mermoz oder Guillaumet zu Ehren dieser Pioniere der französischen Luftfahrt.

Viel Material wurde unter großer Anstrengung in ein Basislager geschafft, dass geschützt vor Winden am Ufer des Rio Blanco lag.

Die Expeditionsteilnehmer übernahmen verschiedene Aufgaben, einige begannen das Material zu den hoch liegenden Lagern zu tragen, wo nur kleine Höhlen aus Schnee und Eis ein wenig Schutz boten.

Eine erste Seilmannschaft begann die Marschroute zwischen dem Ausgangslager und der Basis der Steilwand zu erforschen und Material hinzuschleppen. Am ersten Tag an dem sie in der Bergwand kletterten schaffen sie gerade mal zwanzig Meter. Bis zum Gipfel sind es aber von diesem Punkt aus noch ganze 700 Meter.

Als die Nahrungsmittel knapp wurden und der Brennstoff ausging, stiegen alle Expeditionsmitglieder wieder zum Ausgangslager ab. Allgemeine Mutlosigkeit machte sich breit.

Erst ein Wetterwechsel macht neue Hoffnung und man geht mit frischer Kraft wieder den Berg hinauf. Wieder wurde mühsam Proviant zu den Lagerplätzen geschafft. Drei Tage später nehmen Lionnel Terray und Guido Magnone den Angriff auf und schaffen dieses Mal ganze 120 Meter der vertikalen Wand. Die Seile bleiben hängen, um am nächsten Tag schneller hochzukommen.

Am Morgen dieses Tages ist das Wetter wieder ideal, nun muss man einfach hoch! Doch die entfernteren Bergspitzen hüllen sich schon wieder in Wolken, bald folgt der gefürchtete Westwind. Die Schwierigkeiten lassen nicht nach und der Wind nimmt immer mehr zu. Der erfahrene Bergsteiger Terray, die lebende Legende seiner Zeit und wegen seiner körperlichen Zähigkeit in Nepal selbst von den Sherpas bewundert, will aufgeben und entscheidet sich für den Rückzug. Doch sein Kamerad Guido Magnone will entgegen aller Vernunft weitermachen. Das Risiko scheint ihm die einzige Lösung.

Am Ende ihrer Kraft, ohne Haken, um sich zu sichern und seit 48 Stunden ohne feste oder flüssige Nahrung haben sie es dann endlich geschafft.

Am 2. Februar 1952 um 17:00 Uhr umarmen sich schließlich die beiden Männer auf der Bergspitze. Die Erstbesteigung war gelungen!

Trekking

Auch heute noch schlagen Jahr für Jahr die ehrgeizigsten Bergsteiger der Welt am Fuße des Fitz Roy ihr Basislager auf. Der Gipfel gilt unter Alpinisten als einer der schönsten und schwierigsten Berge der Welt. Selbst Reinhold Messner ist an der Besteigung des Fitz Roy schon gescheitert.

Die meisten Besucher treibt es allerdings nicht so hoch hinaus, denn auch auf den zahlreichen Wanderwegen am Fuße des Berges kann man an seine Leistungsgrenzen kommen. Der stete Wind ist dabei sehr anstrengend.

Hier ist ein Foto von Thomas Bubendorfer, das ihn auf dem Gipfel nach 14 Stunden Kletterei zeigt. Es war nicht nur die 1. Alleinbegehung, sondern auch erste Begehung des Berges durch einen Alleingänger an einem Tag. Nach diesem Foto dauerte der Abstieg dann noch 8 Stunden...

Auch wir wollten eigentlich eine der einfacheren Touren zum Basislager manchen, mussten an dem dafür vorgeesehen Tag unserer Reise aber leider wegen Nullsicht, heftigem Sturm und Regenwolken bis hinunter ins Tal auf eine Wanderung verzichten.

Was man dort alles erleben kann wenn man Touren in die Berge macht kann man auf dieser schönen und informativen Homepage nachlesen.

Video zum Thema

Fitz Roy and Cerro Torre

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