Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2003

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BUNTE SEEN

Es gibt 8 große und etliche klein Seen im 115.000 Hektar großen Nationalpark Perito Moreno, deren Schönheit man leider wohl am besten nur von oben sehen kann.

Sie heißen Belgrano, Burmeister, Escondido, Volcán, Nansen, Azara, Mogote und Península. Stolz ist man hier auch auf die milchigen Wasser und Stromschnellen des Flusses namens Lácteo.

Nur einige Ufer lassen sich mit dem Auto oder in kleinen Wanderungen erkunden, einige Seen liegen weit in der unberührten Wildnis des Nationalparks und sind nur zu Fuß zu erreichen. In den unzugänglichen westlichen Regionen des Parks sind nur Forscher oder Ranger unterwegs, Besucher sind nicht zugelassen.

Auffallend ist, dass jeder See und kleinere Tümpel im Park eine andere Farbe hat. Besonders der türkise Lago Belgrano ist ein echter Hingucker. Steinmehl, kleinste Partikel durch die Gletscherbewegung vom Fels abgeschmirgelt, bleibt in diesen Seen im Schwebezustand und gibt Ihnen ihre so typische, unwirkliche Farbe. Je nach Sonnenstand und vorüberziehenden Wolken verändert sie sich ständig.

Aber nicht weit entfernt gibt auch braune, gelbliche, graue und glasklare Seen und Tümpel im Perito Moreno Nationalpark. Durch Algen oder verschiedene Mineralen erhalten sie ihre Farbe, auf den folgenden Bildern sind die Unterschiede gut zu sehen.

Lago Belgrano

Gut erreichbar mit dem Auto sind die Ufer des Lago Belgrano. Auf der Rangerstation machte man uns mit einem Blick auf unseren Renault Kangoo drauf aufmerksam, dass man auf dem Weg zur Halbinsel einen kleinen Bach durchfahren muss. Das war aber halb so wild, wie sich bald herausstellte.

Die Fahrt führt vorbei an einigen Wirtschaftsgebäuden und führt dann nach links erst einmal den Berg hoch. Von oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Seen und die darin liegende Halbinsel Peninsula Belgrano, die man umwandern kann.

Der vom Festland aus rechte Teil des Sees schimmert eher grau-blau, während der tiefere Teil links vom schmalen Isthmus, der auf die Halbinsel führt, im typischen Türkis des Gletscherwassers leuchtet. Steht man auf der Halbinsel mitten im See, so ist es natürlich umgekehrt, je nach Winkel der Sonneneinstrahlung ergeben sich auch immer wieder ganz andere Farben...

Michael ist auf der Passhöhe ausgestiegen, um ein Foto zu machen, und der Wind hat ihn hier fast weggepustet. Alleine die Autotür aufzumachen war ein kleines Abendteuer mit vereinten Kräften und draußen konnte man kaum stehen. Dazu fing es leicht an zu regnen, ein wirklich garstiges Wetter.

Ein kleiner Parkplatz befindet sich unten vor dem Isthmus, ein Wanderweg führt hinüber auf die Península. Bei einer Wanderung dort kann man einige wilde Tiere beobachten, vor allem Guanacos und Condores, in Anbetracht des ständig wechselnden Wetters und des starken Windes hatten wir allerdings wenig Lust auf eine längere Tour und sind nur ein wenig am Ufer herumgestapft um ein paar Fotos zu machen. In rasender Folge wechselten sich hier Sonnenflecken mit Regen ab, der ganze April in einer Stunde.

El Rincón

Viele Straßen gibt es nicht mehr im Nationalpark Perito Moreno, so fuhren wir die einzig verbleibende in Richtung El Rincón. Straße ist ein wenig übertrieben, es handelte sich vielmehr um zwei schmale Reifenspuren mit vielen Löchern und einigen matschigen Stellen. Auch ein Fluss musste durchquert werden und am Ufer eines gelblichen Sees war der Weg dann kaum noch zu erkennen.

Einige Bilder gibt es dazu noch auf der Seite Off Road Feeling.

Die Bergwelt ist auf dieser Strecke sehr bunt und ebenso beeindruckend wie die riesigen Guanacoherden die man hier trifft. Wir zählten auf einer kleinen Gras-Ebene 40 Tiere. Auch der Condor, der in einer Felswand hinter der Estancia Oriental nistet, ist ein ständiger Begleiter am Himmel.

Der Weg ist nur ca. 16 Kilometer lang und führt am Ende zu einer Rangerstation. Zuerst passiert man ein Gitter, welches man öffnen und wegen der Rinder auf der Estancia wieder schließen muss. Dann kommt man nach einer steilen Abfahrt an einem rot-braunen See vorbei, der oben auf einem Foto zu sehen ist. Kurz dahinter muss man eine Bachfurt durchqueren, die ziemlich tief aussah. Dort haben wir mit dem Stativ erst einmal ausgelotet, ob der optische Eindruck täuschte - er täuschte nicht, aber es war zu schaffen.

Mit dem höhergelegten argentinischen Renault Kangoo kamen wir mühelos hindurch. Der Untergrund bestand zum Glück aus Kieselsteinen. Kurz vor Erreichen der Rangerstation zweigt ein kaum sichtbarer Weg links ab und führt hinauf einem wunderschönen Aussichtspunkt.

Der holperige Pfad kurvt bergauf und man reibt sich verwundert die Augen angesichts eines kleinen, schwefelgelb-grünlichen Sees. Dort standen einsam ein paar Flamingos als Farbtupfer herum. Das Auto schlitterte über die Steine am Ufer, ganz nah am Wasser verläuft hier die Fahrsput. Dann ging es weiter bergauf und ein winziger See in giftgrün wurde sichtbar.

Oben angekommen steht das Auto auf einem Felsplateau, das mit Flechten bewachsen ist und der Blick ist herrlich. Leider hingen die Wolken sehr tief, aber die schneebedeckten Berge zeigten sich ab und zu dank des stürmischen Windes. Auch der tief unten liegende Lago Belgrano entfaltete seine ganze Farbenpracht, wenn sekundenweise die Sonne durch die Wolken kam.

Von diesem Parkplatz aus gibt es einen kurzen Wanderweg bis zum Milchfluß - ein Fluss, der von Mineralien gefärbt ist wie Kondensmilch. Ein weiterer schöner Wanderweg führt von dem oben erwähnten schwefelgelb-grünem See aus zur oberen Kante des Kondorfelsens. Eigentlich wollten wir den gehen, nachdem wir im Auto sitzend gemütlich unser Lunchpacket von der Estancia Menelik verzehrt hatten.

Kaum aufgegessen, fing es allerdings stark an zu regnen und wir beugten uns dem ungemütlichen Wetter und fuhren den gleichen Weg wieder zurück zur Rangerstation.

Einen weiteren kleinen Abstecher zum Lago Burmeister und zur Flamingolagune gaben wir dann wegen waagerechtem Schneesturm und Sicht unter 50 Meter ebenfalls auf und machten es uns am späten Nachmittag lieber vor dem Kamin unserer Estancia mit Lesematerial gemütlich.

Bleibt zu erwähnen, dass wir den ganzen Tag im Park werder ein anderes Auto noch andere Menschen außer den Rangern gesehen haben.

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Bunte Seen


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