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KALGOORLIE-BOULDER

Die Existenz von Kalgoorlie begründete ein Mann namens Patrick (Paddy) Hannan, dem man in der Stadt auch ein Denkmal gesetzt hat, auch die Hauptstrasse ist nach ihm benannt. Denn er entdeckte hier im Jahr 1893 Gold und löste damit einen großen Goldrausch aus. Der Name Kalgoorlie stammt aus der Sprache der lokalen Aborigines vom Wort Karlkurla, gall-gall-la gesprochen.

Seit Paddy Hannan hier Gold fand und die ersten Häuser aus dem Boden gestampft wurden ging es mit der Stadt bergauf. 1893 gab es noch Wald in der Umgebung, der wurde aber radikal abgeholzt, denn die Minen der ersten Jahre verbrauchten 6.000 Tonnen Holz pro Woche. Der Rest wurde für den Bau der Eisenbahn verbraucht, heute gibt es keine Bäume mehr in der Region und zusammen mit der Landwirtschaft führt dies zu einem großen Umweltproblem: der Versalzung des Bodens. Ganz abgesehen davon, dass der Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere für immer verloren ging.

Die Bedeutung der Stadt wurde mit dem Bau der Eisenbahnstrecke nach Perth 1896 noch gesteigert, im Gegensatz zu vielen anderen Orten in der Umgebung wurde es nie eine Geisterstadt. 1903 lebten hier 30.000 Menschen. Das liegt natürlich auch an der Golden Mile, einer der größten Goldadern der Welt, die bis heute intensiv ausgebeutet wird. Wichtig war für Kalgoorlie auch die Wasserleitung, die unter der Leitung eines Ingenieurs namens O'Connor im Jahr 1898 aus Holzrohren gebaut wurde. Ab 1903 floss Wasser aus den Bergen nahe Perth durch die etwa 560 km lange Goldfields Pipeline in den Tank auf dem Hügel Mount Charlotte. Nach der Erschöpfung der Oberfächen-Goldfelder wurde die Goldförderung im Untertagebau weiter geführt. Einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung brachte dazu die Entdeckung reicher Nickelvorkommen in Kambalda im Süden von Kalgoorlie und natürlich der zunehmende Tourismus.

Seit dem 1. Februar 1989 ist Kalgoorlie-Boulder eine Doppelstadt, die größte im Outback mit knapp 30.000 Einwohnern. Doch die Zahlen sinken, auch weil die großen Minengesellschaften immer mehr dazu übergehen, ihre Arbeiter ein- und ausfliegen zu lassen. Und durch die zunehmende Mechanisierung dieses Industriezweigs fallen viele Arbeitsplätze weg. Dennoch ist Kalgoorlie-Boulder immer noch wichtiges Versorgungszentrum für die weiten Outback-Regionen und die vielen Minenarbeiter der Umgebung. Die Orte rings umher wie Wiluna oder Southern Cross sind trostlos, da fährt man gerne nach Kalgoorlie. Auch der Tourismus ist eine gute Einkommensquelle, denn hierher reisen vor allem Australier, die auf den Spuren ihrer Vergangenheit unterwegs sind. Es gibt jede Art von Unterkunft in der Stadt, vom Luxushotel bis zum Campground.

In Kalgoorlie und Boulder gibt es eine Menge zu entdecken und ein längerer Aufenthalt lohnt sich auf jeden Fall. Einen schönen Überblick hat man vom Mount Charlotte Lookout.



Boulder

Boulder hat einiges zu bieten, allem voran die riesige Goldmine Super Pit, der ich eine eigene Seite gewidmet habe. Der Ort entstand ebenfalls in der Zeit der Goldgräber, zunächst als Lager direkt an den Minen. Die heutige Mine fasziniert durch ihre Ausmaße und die Abraumhalden beherrschen den Ort, der sich auch gerne den Beinamen "Home of the Super Pit" gibt. In Boulder habe ich die hübsche, kleine Hauptstrasse Burt Street und die angrenzende Piesse Street mit ihren netten Geschäften und historischen Gebäuden auch ausgiebig fotografiert. Leider sind an diesem Abend durch einen unbemerkten Übertragungsfehler von Kamera an Festplatte über 70 Bilder vom Super-Pit Ausblick und von Boulder verloren gegangen, schade. So sieht man auf dieser Seite nur Bilder aus Kalgoorlie.

Die Doppelstadt besitzt gleich zwei Hauptstrassen, die beide noch den Charme der frühen Goldgräbertage ausstrahlen. Während es in Kalgoorlie etwas pompöser zugeht und Nachtleben sowie Einkaufsmöglichkeiten dort besonders ausgeprägt sind, wirkt die Innenstadt von Boulder beschaulicher, als sei dort die Zeit stehen geblieben. An der Burt Street reihen sich die historischen Gebäude aneinander wie Perlen auf einer Schnur: die Boulder Town Hall, das Goldfields War Museum oder die alte Apotheke. Hier befindet sich auch der Super Pit Shop, in dem man allerlei rund um die Goldmine kaufen kann. In Boulder gibt es auch eine Bahnstation mit einem Museum, früher konnte man Karten kaufen für eine einstündige, kommentierte Fahrt mit dem Rattler auf der restaurierten Golden Loopline Railway. Sie führte an vielen Punkten der riesigen Mine vorbei, ist seit 2007 aber geschlossen, weil der Super Pit erweitert wird. Infolgedessen muß auch die Streckeführung geändert werden.

Folgt man der Burt Street weiter nach Süden, dann erreicht man den durchorganisierten Campground des Kalgoorlie Accomodation Village, auf dem wir die Nacht verbracht haben. Ganz am Ende der Burt Street um die Ecke die Royal Flying Doctor Base am städtischen Flughafen, von dem man zum Glück kaum etwas hört.


Kalgoorlie

Kalgoorlie ist wirklich sehr beeindruckend, mit prächtigen Fassaden entlang der Hannan Street. Wenn man nicht einkaufen geht in den zahlreichen Geschäften, dann kann man in der Stadt einiges besichtigen. Da wäre die The Australian Prospectors and Miners Hall of Fame, das School of Mines Mineral Museum, und das The WA Museum. Oder man bucht eine Untergrund-Minentour in der Hannans North Mine. Auf jeden Fall sollte der erste Weg in die Tourist Information führen, denn dort bekommt man Broschüren für den Self-Guided Walk durch die Stadt.

Wir schlenderten ausgiebig die ein Kilometer lange Hannan Street entlang, wo es wirklich ein paar sehr nette, kleine Geschäfte gibt und angenehmen Schatten unter den Arkadendächern. Sogar eine alte Markthalle aus dem Jahr 1901 gibt es hier und die prächtige Kalgoorlie Town Hall. Die Strasse ist auch hier extrem breit, weil früher ganze Kamelkarawanen wenden können mussten, denn die Tiere gehen nicht rückwärts.

Wie überall in Australien sind auch hier die Hotels, gebaut an den Ecken der Kreuzungen, ein Highlight. Das Australian Hotel, das Duke of Cornwall Hotel, das Exchange Hotel, das prächtige York Hotel, das Oriental Hotel, das Kalgoorlie Hotel und natürlich das Federal Hotel; alle präsentieren vom Charme und Patina längst vergangener Zeiten. Damals gab es über 100 Hotels in der Stadt.

In Kalgoorlie haben sie heute noch eine besondere Bedeutung, die man schon von außen an den aufgestellten Schildern ablesen kann. Denn dort steht, welche Skimpies am Abend bedienen. Skimpies haben eine lange Tradition in Kalgoorlie und sind aus dem Nachtleben der Stadt nicht wegzudenken, denn jede Bar beschäftigt sie. Es handelt sich dabei um leicht bekleidetet Damen in Unterwäsche hinter dem Tresen. Als netter Anblick halten sie die komasaufende männliche Gemeinschaft der Minenarbeiter bei Laune und verdienen dabei sehr gut. Hierher kommt der Mann nicht zum Anbandeln, sondern um mit seinen Mates zu trinken. Die Skimpies sind die Dekoration. Allerdings werden es immer weniger Mädchen, die im String-Tanga hinter der Theke stehen, denn die Trinkgelder gehen zurück und die Polizei setzte strenge anti-skimpy laws durch. Mehr zum Thema im Bericht Australian town debating future of its brothel bars.


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Kalgoorlie-Boulder


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Video zum Thema

Einige alte Fotos aus Kalgoorlie Boulder

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