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ALLGEMEINES

Der Kakadu National Park liegt etwa 200 km östlich von Darwin und die meisten Besucher erreichen ihn direkt auf dem gut asphaltierten Arnhem Highway. Er gilt als der wohl schönste Nationalpark Australiens und sowohl seine einzigartige Natur als auch die kulturellen Schätze der Ureinwohner wurden von der UNESCO in die World Heritage List aufgenommen. Seit Ende 1992 ist der gesamte Park mit Ausnahme der Uranabbaustellen bei Jabiru, Jabiluka und Koongarra als Weltkulturerbe anerkannt. Die Wandmalereien in unzähligen Galerien sind überzeugender Nachweis für eine mehr als 40.000 Jahre alte Kultur.

Neben dem Kakadu sind noch zwölf weitere australische Nationalparks diese Liste der UNESCO aufgenommen. Über den Mungo Nationalpark zum Beispiel habe ich eigene Seiten.

Der Name des Kakadu hat nichts mit den gleichnamigen Vögeln zu tun, sondern ist abgeleitet vom Wort Gagudju - so heißen die traditionellen Eigentümer des Landes. Seit 1978 ist das Gebiet wieder "aboriginal land" und gehört dem Buntji-Clan des Gagudju-Stammes. Dieser hat es wieder als Nationalpark an die Regierung verpachtet mit dem Wunsch, das Land zu erhalten und seine Schönheit den Menschen zugänglich zu machen. Nur wenige Buntji leben heute noch im Nationalpark, doch in dieser Region ist die innere Bindung der Ureinwohner zu dem Land ihrer Vorfahren noch intakt. Der Park wird von den traditionellen Eigentümern und 41 Mitarbeitern von Parks Australia gemeinschaftlich verwaltet.

Auf den 19.804 km² des Parks leben ca. 1.300 Einwohner, die meisten im Städtchen Jabiru. Dazu kommen dann eine Menge Touristen, die den Park besuchen, vor allem zur Hauptreisezeit im trockenen Winter. Der Eintritt in den Park ist seit 2005 kostenlos, 2001 bezahlten wir noch pro Person 16,25 AU$. Drei Tage sollte man mindestens für den Kakadu Nationalpark einplanen, inklusive Anreise ab Darwin. Jeder zusätzliche Tag lohnt sich natürlich, denn es gibt einiges zu sehen, wenn nicht gerade wegen Regenfällen die meisten Attraktionen geschlossen sind.

Klima

Im Gebiet des Nationalparks herrscht tropisches Monsunklima, mit einer Trockenzeit von Mai-Oktober und einer Regenzeit von November-April, in der 90% des jährlichen Niederschlags fällt. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen zwischen 30° und 36° Celsius. So wird das Klima im Nationalpark von den weißen Einwanderern in nur zwei Jahreszeiten eingeteilt: Wet und Dry.

Die Aboriginal-Stämme kennen im Kakadu National Park dagegen sechs unterschiedliche Jahreszeiten:

Die beste Reisezeit für Besucher ist kurz nach der Regenzeit (April-Juni). Dann sind die Wasserfälle und Billabongs noch gut gefüllt und alles ist noch grün, vor allem, wenn die Regenzeit so heftig ausfiel wie 2001, als wir im Juni dort waren. Im Jahr 2006 war die Regenzeit sogar bis in den April hinein verschoben, es gab Überschwemmungen. So konnten wir im Mai nur wenige Attraktionen des Parks besuchen. Ubirr Rock, Gunlom Falls und viele Campingplätze waren noch wegen Überflutungsschäden gesperrt. Sogar der Parkplatz von Yellow Waters stand noch unter Wasser und man konnte nur mit organisierten Touren hinter die Absperrung. Es trocknet dann aber meist schnell ab, die Highways werden repariert und es ist möglich, bis in den November hinein in den Kakadu National Park zu reisen, ohne durch Überschwemmungen gefährtet zu sein. Später sind dann wieder viele Straßen und Campingplätze wegen Überflutung geschlossen.

Hier ist das aktuelle Wetter für die nächsten Tage für Jabiru, mitten im Park.

Um in der Trockenzeit Großbrände zu vermeiden wird in der Zeit davor von Rangern mit Feuern das trockene Untergras kontrolliert abgebrannt, so wie es die Aborigines schon seit alter Zeit taten. Trotzdem kann man auch öfters wilde Buschbrände beobachten, wie auf den Bildern unten zu sehen. Anfang August muss das Abbrennen abgeschlossen sein, da es dann zu trocken wird und ein Feuer auch die Büsche und Bäume beschädigen würde.

In der Regenzeit führen alle Flüsse des Parks sehr viel Wasser und überschwemmen weite Gebiete und viele Verkehrswege. In der Trockenzeit geht dann die Wassermenge wieder zurück, es bleiben nur Wasserlöcher, die so genannten Billabongs, oder ausgetrocknete Flussbetten übrig. Hier konzentriert sich dann das Leben.


Uranabbau

Im Kakadu National Park ist eines der größten Uranerzvorkommen der Welt zu finden. Dies führt immer wieder zu Konflikten zwischen den Aborigines, Naturschützern und den Firmen, die Uran abbauen. Die Aborigines sehen es als ihre Pflicht an, sich für den Erhalt ihrer Umwelt einzusetzen, und durch den Uranabbau sehen sie ihre Umwelt gefährdet. Sie wissen seit altersher über die Gefahren, die Fundorte für Uranerz und andere giftige Schwermetalle heißen bei ihnen buladjang oder sickness country - krankmachendes Land.

Sie sind mit dieser Ansicht nicht alleine, eine Meinungsumfrage von Ende Juni 1998 ergab, daß 67% aller Australier sich gegen den geplanten Uranabbau in Jabiluka aussprachen.

Um 1950 wurden hier erstmals kleinere Uranvorkommen abgebaut. Nachdem sich die Entstehung des Nationalparks abzeichnete wurde der Abbau jedoch gestoppt. 1981 begann man aber wieder, ein reichhaltiges Uranvorkommen in der Ranger Mine bei Jabiru abzubauen. 1983 hat die neu gewählte Labour-Regierung das Jabiluka-Projekt erst mal eingefroren, denn die zu erwartenden Umweltrisiken zeigten sich schon bei der seit 1980 arbeitende Ranger-Uranmine. Beide Gebiete liegen, nur 20 Km voneinander entfernt, in einem Hochwassergebiet. Jedes Jahr während der Regenzeit ist hier für sechs Monate alles überflutet. Dann laufen immer wieder die Auffangbecken für Erzschlämme aus den Verarbeitungsstraßen der Ranger-Mine über und verseuchen die Flussläufe der Umgebung mit radioaktiver Brühe und Schwermetall. In Jabiru können Touristen die Ranger-Uranmine besichtigen.

Ausführlich und interessante weiterführende Informationen gibt es auf der Homepage von der Gesellschaft für bedrohte Völker, deren Besuch ich sehr empfehlen kann.

Ebenfalls zum Thema, diesmal in englisch:

Google Map zum Thema

Kakadu National Park


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Video zum Thema

PleaseTakeMeTo Kakadu and Arnhem Land

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