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PINE CREEK

Der kleine Ort Pine Creek liegt am Stuart Highway, 248 km südlich von Darwin. Ganz in der Nähe befindet sich die Abzweigung zum Kakadu Nationalpark, von wo der Kakadu Highway über das Mary River Roadhouse vorbei an den Gunlom Falls nach Jabiru führt. An Pine Creek fahren die meisten Reisenden auf dem Highway vorbei, es lohnt sich aber den kleinen Abstecher zu dem hübschen Ort mit seiner lebendigen Geschichte zu machen.

Den Namen Pine Creek bekam der kleine Ort nach den Fluss, der im Dezember 1870 von den Bautrupps überquert wurde, die an der Telegraphenleitung nach Süden bauten. Die Flussufer waren, wie der Name vermuten lässt, von mächtigen Kiefern bewachsen. Obwohl die Stadt am 24. Januar 1889 offiziell Playford genannt wurde, konnte sich dieser neue Name nie durchsetzen. In den Köpfen der Menschen war der Ort durch die vorausgegangene Goldgräberzeit immer nur als Pine Creek bekannt, und so heißt er auch heute offiziell wieder.

Goldrausch

Der Ort war, bis zur Jahrhundertwende, einer der Hauptorte der Minenindustrie im nördlichen Australien und die Spuren der langen Geschichte sind heute noch bei einem Rundgang zu besichtigen.

Im Dezember 1870 entdeckten Arbeiter bei Bohrungen zum Bau der Telegrafenmasten Gold nahe Yam Creek. Im folgenden Jahr verwandelte sich Pine Creek fast über Nacht und war Zentrum des fanatischten Goldrausches der Region. Das Eleanor Goldfield wurde Ende 1872 eröffnet und im folgenden Jahr das Union Goldfield. Damit war Pine Creek die bedeutenste Fundstelle für Gold im Norden und die Stadt wuchs schnell. 1873 wurde ein Polizeicamp gegründet, ein Jahr später eröffnete das erste Hotel, das Royal Mail Hotel, ein Jahr später folgte das Standard Hotel.

Das Oberflächengold war schnell abgebaut, und um die Minen am Laufen zu halten wurden von der Regierung viele Kulis aus Singapore und Malaysia geholt. Sie hatten aber keine Lust, für wenig Geld zu arbeiten, wurden oftmals krank und schließlich durch chinesische Digger aus Hongkong ersetzt. Mitte 1880 lebten über 2.000 Chinesen in Pine Creek.

Im zweiten Weltkrieg war Pine Creek ein bedeutender Armeestandort und nach dem Krieg wurden auch die Minen wieder geöffnet. Mineralien wie Uran, Eisenerz, Silber, Blei und Zink wurden gefunden und über 500 Bergleute lebten und arbeiteten in der Stadt. Auch heute noch hat Pine Creek ergiebige Minen und neue Firmen wurden gegründet, um mit neuen Geräten die tieferliegenden Bodenschätze zu erschließen.

Die Eisenbahn

1889 wurde die chinesische Einwanderung gestoppt, in den Jahren zuvor wurden die Arbeiter aber noch beim Bau der Eisenbahn eingesetzt. Ein erfolgloser Versuch, eine durchgehende Eisenbahnlinie von Darwin im Norden bis nach Port Augusta in South Australia zu bauen. Obwohl von Experten davon abgeraten wurde nahm man die Strecke in Angriff. 1883 entschied die australische Südregierung, eine Strecke von Darwin nach Pine Creek zu bauen. Singhalesen und Inder erledigten die Erdarbeiten, nach ihnen kamen die Chinesen, die pro Tag bis zu 1.200 Meter Schwellen und Gleise verlegten.

Der Bau war aufwendig. Zwischen Darwin und Pine Creek mussten 310 Brücken- und Flutöffnungen für die Regenzeit gebaut werden. Im Juni 1889 erreichten die Gleise Pine Creek. Aber schon 1890 wurde auch den größten Träumern klar, dass sich eine transkoninentale Verbindung nicht rechnete und der Verkehr beschränkte sich fortan nur auf 2 Züge in der Woche. 1917 erreichten die Gleise als Endpunkt den Katherine River und Pine Creek wurde eine Übernachtungsstation auf dem Weg von und nach Darwin.

Güter und Rindvieh wurden unregelmäßig auf den Gleisen transportiert, aber erst 1930 gab es einen Zug mit festem Fahrplan, der als Leaping Lena bekannt wurde und niemals pünktlich war. Er verließ Mittwochs um 8:00 Uhr Darwin und sollte um 4:46 p.m Pine Creek erreichen. Wer weiter nach Katherine wollte, der musste hier übernachten. Um 8:00 Uhr am nächsten Morgen ging es weiter nach Katherine, wo man um 1:00 Uhr ankam. Nach einer Stunde Aufenthalt ging es bis 5:51 p.m. weiter bis Burdam, wo die Gleise endeten.

Heute ist die alte Bahnstrecke stillgelegt, aber darfür sind die lang kursierenden Pläne vom Neubau einer Nord-Süd-Bahn von Darwin nach Alice Springs in den letzen Jahren bis 2005 endlich umgesetzt worden.

Rundgang

Die alten Bahngebäude in der Miller Terrace sind heute ein kleines Museum. Man kann ein Stationgebäude, Wasserbehälter und eine Wiegebrücke besichtigen. Unter einem Schattendach steht ein kleiner Zug mit Dampflock, Güter- und Personenwaggons. Der örtliche Verein pflegt alles liebvoll, besonders spektakulär ist die Ausstellung aber nicht. Wir wollten in das Stationsgebäude schauen, da meinte der Herr vor der Türe scherzend: "Just a lot of Garbadge" und verwies uns auf die alte Lok, die 2001 aber gerade restauriert wurde und daher halb demontiert war.

Nebenan befindet sich die Mango Winery, hier bekommt man selbst gebrauten Mangowein. Ebenfalls in der Nähe ist der öffentliche Miners Park, in dem einige rostige Relikte aus vergangenen Goldgräberzeiten ausgestellt sind: Punpen, Dampfmaschinen, Steinbrecher und so weiter. Einige der Bilder entstanden hier. Vor dem Aussteigen unbedingt gut eincremen, hier auf dem Rasen haben undie Sandflies besonders böse erwischt. Leider hatte ich ein Kleid an und die Stiche gingen hoch bis zum Oberschenkel und waren noch Wochen danach zu sehen.

Der Pine Creek Discovery Trail führt zu weiteren Höhepunkten wie dem National Trust Museum oder dem Miners Lookout hoch über der Stadt, der sehr empfehlenswert ist. Eine sehr steile kleine Straße führt auf einen Hügel. Hier hat man von einer luftigen Plattform aus einen schönen Blick hinunter auf die türkisblauben Seen einer neueren Tagebaumine. Der Ausblick in die andere Richtung über die Stadt ist im Laufe der Jahre ziemlich zugewachsen. Man kann aber noch in ein paar alte, heute mit Gittern zugedeckte Schächte schauen.

An der Hauptstraße von Pine Creek sind auch einige historische Gebäude zu sehen. Es gibt einen kleinen Laden, eine Tankstelle, einen Campingplatz und diverse andere Unterkünfte.


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