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TURQUOISE COAST

Nach unserem Besuch in Geraldton führte unsere Fahrt entlang der windigen Küste weiter in Richtung Perth, dem Ende der Reise. Hinter Dongara verließen wir aber den viel befahrenen Brand Highway, auf dem sich schon die Vorboten des Osterverkehrs zeigten. Eine Abzweigung führt dort die Küste entlang, wo sich der Highway wieder mehr in Richtung Inland orientiert. Der nächste Ort dort ist Enebba, den wir aber links liegen ließen. Wir folgte dem Indian Ocean Drive, auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Auch wenn die Straße hier fast immer am Ozean entlang führt, ist die Sicht auf das Meer meist von grünem Buschwerk verdeckt.

Kwongan nennen die Aborigines das Land an der Küste, was übersetzt so viel wie "sandiges Land mit Büschen" bedeutet. Die Fahrt wird dadurch allerdings auch recht langweilig, denn außer Grün und Himmel sieht man nicht viel. Nur bei näherer Betrachtung erkennt man die Artenvielfalt der Vegetation. Ab und zu zweigen einige Sandpisten ab in Richtung Meer, denen wir ein paar Mal folgten. Stets in der Hoffnung auf einen Stellplatz. Leider sind die Strände hier recht schmal und die wenigen Stellen, die man mit dem Auto erreicht sind zugebaut. Hier haben sich illegale Squatter in Blech- und Holzhütten niedergelassen und das Land zum Privatbesitz erklärt. Diese Art der illegalen Besiedlung gibt es schon lange in Australien, früher war es leerer und es fiel teilweise nie jemandem auf wenn sich jemand ein Stück Land absteckte und widerrechtlich darauf lebte. Doch nun wird das Land knapp und teuer, an der Küste werden immer neue Ferienorte erschlossen und nun kümmert es auch die Regierung.

Die Hütten an diesem Küstenabschnitt wurden in den 60ern und 70ern von Wochenendausflüglern und Fischern gebaut und sollten laut offiziellem Schild eigentlich schon seit Jahren abgerissen und entfernt werden. Aber es tat sich noch nichts, in der Hauptsaison leben in den kleinen wilden Siedlungen wie Sandy Bay bis zu 5.000 Leute. Auch wir wurden von einigen Gestalten misstrauisch beäugt und verschwanden schnell wieder vom besetzten Platz. Wie lange die Squatter noch den Meeresblick in ihren Hütten ohne Abwassersysteme und Strom genießen dürfen, ist ungewiss.

Langsam wurde es dunkel und wir hatten noch keinen Stellplatz gefunden, also blieb uns nichts anderes übrig als bis zum nächsten Ort zu fahren und dort mal wieder auf einen Campground zu gehen. Nachdem wir das Beekeepers Nature Reserve durchquert hatten, erreichten wir den kleinen Ort Leeman und fanden auch auf Anhieb den Leeman Caravan Park. Hier war nicht viel los und wir waren die einzigen Europäer. Am Eingang befand sich eine kleine Voliere mit vielen Vögeln und der Strand war nur wenige Minuten entfernt. In Leeman befindet sich der Heimathafen einer großen Lobster Fangflotte und der Ort ist vor allem bei Anglern beliebt. Er nennt sich selbst "Home of Western Australia´s Dhufish". Auf Fisherman's Island, südlich von Green Head, und auf Beagle Island nördlich von Leeman, befinden sich zwei Brutkolonien der australischen Seelöwen. Ausflüge dorthin kann man am besten in Jurien Bay buchen. Nach einem ausgiebigen Abendessen sanken wir dann müde ins Bett.


Jurien Bay

Am nächsten Morgen wurden wir von den munteren Vögeln geweckt und fuhren weiter in Richtung Süden. Perth war nun nur noch 295 km entfernt. Die nächste Ortschaft 13 km südlich ist Green Head, ein kleiner Ort, der zu Leeman gehört. Auch hier vollzieht sich langsam der Wandel vom kleinen Fischerort zum boomenden Touristenzentrum, da hier ein 18-Loch Golfplatz gebaut wird ist es wohl bald mit der Ruhe vorbei.

Auch in Jurien Bay, dem nächsten Ort an der Küste, hat der Tourismus schon längst Einzug gehalten. Kein Wunder, bei den fantastischen Stränden und Dünen rundum. Es ist noch ruhig im 1956 gegründeten Jurien Bay, kein Vergleich mit der Hektik der Orte südlich von Perth. Auch diese Ort verdankt seine Existenz dem Western Rock Lobster und der Fischfangflotte, für die ein Hafen, Piers und ein Flugfeld angelegt wurde. Eine brandneue Marina beherbergt die ca. 70 Boote, sie ist die einzige zwischen Perth und Geraldton. In der Fangsaison für Crayfish verdoppelt sich die Anzahl, dann liegen ca. 150 Boote hier vor Anker. Einmal im Jahr findet hier ein Anglerwettbewerb statt, der WA Deep Sea Classic. Vor der Küste ist der beste Platz um Snapper, Westralian dhufish (Glaucosoma hebraicum) und Baldchin Groper (Choerodon rubescens) zu fangen. Den Bedarf an Infrastruktur deckt ein kleines Shoppingcenter. Noch kann man hier als Städter aus Perth einen "get away from it all" Urlaub verbringen, aber auch hier ist der Ausbau des Tourismus nicht aufzuhalten.

Die Jurien Bay zieht sich über 9 km von Island Point bis südlich von North Head. Das Wasser hier ist ruhig und sicher, denn eine Kette aus Inseln und Riffen schützt die fantastischen Strände. Hinter dem Sandstrand befinden sich die Villen der Wochenendausflügler und Hobbyangler, die meist leer stehen.

Auch wir konnten nicht widerstehen, denn das türkise Meer lud zu einem Bad ein, und vom Parkplatz waren es nur ein Dutzend Schritte bis zum leeren weißen Strand mit relativ warmem Wasser. Anschließend fuhren wir zum Pier, schauten den Anglern zu und tranken im kleinen Kiosk mit Restaurant am Strand einen leckeren Milkshake. So gestärkt fuhren wir dann wieder weiter in Richtung Süden zum nächsten Highlight: dem Nambung National Park mit den berühmten Pinnacles.



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