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MEDICINE LAKE

Vom Maligne Canyon aus fährt man ca. 16 Kilometer über die schmale Maligne Road parallel zum Maligne River, ein teilweise bis zu 30 Meter breiter Fluss, der viel Wasser führt. Nach einigen Kilometern Fahrt wird das Flussbett plötzlich trocken und der Blick öffnet sich auf einen großen See.

Nachdem es an der Nordspitze den Medicine Lake im felsigen Untergrund verschwunden ist kommt es erst 17 Kilometer weiter nördlich an vielen unterschiedlichen Stellen wieder ans Tageslicht. Der poröse Kalksteinboden saugt das Wasser auf und leitet es dann in ein Höhlensystem. Es handelt sich um das längste, in Kanada bekannte Untergrund-Entwässerungssystem, auch Maligne Valley Karst genannt. Der gesamte Wassernachschub für den gerade besuchten Canyon stammt aus diesem weiter oberhalb gelegenen See. An den Rändern der Schlucht tritt das Wasser dann wieder an die Oberfläche und läuft die Canyonwände herab.

Trotz modernster Technologien haben auch die heutigen Forscher den Eingang des Höhlensystems noch nicht entdeckt, in das sie natürlich gerne einmal hinabsteigen würden. Vermutlicht bilden sich dort im Winter größere Eisfälle und Skulpturen als selbst im Maligne Canyon. Gut für die Natur, das diese Wunderwelt den Menschen noch verborgen bleibt.

Der Medicine Lake wird gespeist von Gletschern. Diese schmelzen allerdings ab Spätherbst nicht mehr, so dass der See dann nach und nach durch Versickerung ausläuft - nicht austrocknet.

Der Maligne River fließt mitten durch diesen See hindurch und am Nordufer gibt es natürlich auch einen richtigen Abfluss. Im Winter und nach der Schneeschmelze im Frühjahr ist auch so viel Wasser im See, dass es ganz normal oberirdisch über den Flusslauf abfließen kann. Am Frühsommer aber beginnt der Wasserspiegel des Sees unter den des Abflusses zu sinken. Der Wasserspiegel dieses Sees schwankt im Laufe der Jahreszeiten um mehr als 20 Meter, bei unserem Besuch im September war er ziemlich niedrig, wie man auf den Bildern gut erkennen kann. Es geht aber noch niedriger, wie man auf der Google-Map ganz unten sehen kann.

Den Indianern, die früher hier in dieser Gegend lebten, blieb das Phänomen natürlich auch nicht verborgen. Sie konnten es sich aber nicht erklären, warum ihnen jedes Jahr der See gestohlen wurde. Daher hielten sich lieber vom Ufer dieses sonderbaren Gewässers fern und gaben ihm den Namen Medicine Lake.



Am Ufer

Wir erreichten das Ufer des Medicine Lake nach einer kurzen, aber schönen Fahrt. Leider sahen wir am Straßenrand auf der Hinfahrt keine Tiere, obwohl die Bobachtungsmöglichkeiten hier sehr gut sein sollen.

Am Nordufer befindet sich ein Parkplatz, von dem aus man eine schöne Aussicht auf den malerischen See hat. In den Felsen unterhalb kann man gute die putzigen Streifenhörnchen bei der Arbeit beobachten, im Herbst sammelten sie fleißig Gräser und Beeren.

Bei der Weiterfahrt entlang des Seeufers fällt eine scharf gezackte, steile graue Felswand auf der Ostseite auf. Es handelt sich um ein geologisch hoch interessantes Gebirge namens Queen Elizabeth Range. Steil steigt die Kalksteinwand 1.500 Meter über dem See auf und besonders im Abendlicht wird die sehr schön angeleuchtet. Es ist Palliser Limestone, ein Kalkstein, der vor 360 Millionen Jahr als altes Riff aus dem Oberdevon gebildet wurde. Einst lagen die Schichten horizontal, aber tektonische Kräfte haben sie aufgefaltet und die Erosion hat sie bearbeitet und markante Zacken herausgebildet. Hinter der östlichen Felswand am Medicine Lake erhebt sich eine ähnliche messerscharfe Bergkette, die man aber nur in Fahrtrichtung Norden auf der Rückfahrt vom Maligne Lake sehen kann. Auch am Südufer kann man ähnliche geologische Formationen sehen, wie riesige Sägemesser aus Stein stehen diese Bergketten beeindruckend in der Landschaft.

Als wir am Ufer vorbeifuhren, trauten wir plötzlich unseren Augen kaum. Direkt auf dem Gras zwischen Straße und Böschung saß ein fettes Murmeltier, unser erstes in diesem Urlaub. Wir konnten kurz anhalten, da gerade Mal kein Fahrzeug hinter uns war. Ansonsten ist der Verkehr hier zu heftig für solche Manöver. Kaum hatten wir das Tier ins Visier genommen und ein paar Bilder gemacht, verschwand es hinter der Böschung und kam nicht wieder zum Vorschein.

Auf der Rückfahrt vom Maligne Lake in Richtung Jasper begleitete uns am Straßenrand kurz hinter dem Medicine Lake ein alter Wolf. Weil er so struppig und dünn war, haben wir ihn erst für einen Kojoten gehalten. Unbeirrbar trottete er mit der Nase am Boden neben unserem langsam fahrenden Camper her und natürlich blieben wir nicht lange alleine mit ihm. Schnell sammelten sich viele Autos, das arme Tier überquerte schließlich einfach die Straße zwischen den Fahrzeugen und verschwand im Wald.




Google Map zum Thema

Medicine Lake

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