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VERMISCHTES

Auf dieser Seite möchte ich ein paar weitere allgemeine Hinweise zum Thema Reisen nach und Reisen in Indien geben. Die Themenbereiche rund ums Geld wie Trinkgelder, Umtausch und Nebenkosten hat eine eigene Seite: Geldgeschäfte.

Wenn man beginnt, sich mit dem Thema Indien auseinandersetzen, dann liest man viele unangenehme Dinge über längst ausgerottete Krankheiten, tödliche Parasiten, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, aufdringliche Händler, Bettler und Schlepper, tollwütige Hunde und man denkt im Stillen: "Oh Gott- auf was habe ich mich da eingelassen!". Natürlich sind all diese Warnungen nicht ganz unberechtigt und so manche Schreckensgeschichte hat einen wahren Kern, aber wenn man eine Zeit lang im Land unterwegs ist wird man dann ziemlich schnell feststellen, dass es eigentlich alles gar nicht so schlimm ist. Selbst die meisten "Traveller" reisen ja meist auch mit hohem Standard in der "Touristenklasse" mit einem Standard, von dem Millionen Inder kaum zu träumen wagen.

Ein Indienbesuch kann hingegen durchaus helfen, die deutsche Bürokratie schätzen zu lernen - denn in Indien ist sie noch viel schlimmer. Das fängt an beim Ausfüllen diverser umfangreicher Anmeldeformulare an, was zum Glück bei besseren Hotels meist vom Personal der Rezeption erledigt wird. Wer die Tageszeitung liest, der erfährt von Beamtenwillkür und Korruptionsskandalen, und man kann nur hoffen, nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen oder Behördengänge erledigen zu müssen. Ein 3-Wochen-Pauschaltourist wie wir wird damit aber höchstwahrscheinlich nicht konfrontiert.

Viele Westler machen in Indien einen Fehler: sie versuchen so indisch wie möglich auszusehen. Aber die traditionelle indische Kleidung wie das Baumwollhemd mit den typischen weiten Hosen Hose oder gar ein Sari wirken an Europäern wenig elegant und sind in den Augen der meisten Inder eher herabsetzend oder sogar beleidigend. Denn ein europäischer Tourist ist unermesslich reich und wer so viel Geld hat, der sollte nicht mit billigem und noch dazu altmodischem Baumwollplunder herumlaufen, der eventuell noch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste signalisieren könnte - was wissen wir schon darüber. Reiche Inder versuchen doch auch, so westlich wie möglich auszusehen - das signalisiert Überlegenheit, Modernität, Erfolg und ein gutes Karma. Ungepflegte Kleidung geht gar nicht. Schmuck darf man ruhig zeigen - das macht jeder Inder, der es sich irgendwie leisten kann. Schmuck wird sogar auf dem Land oft als Geldanlage am Körper getragen.

Touristenvisum

Für eine Indienreise braucht man ein Touristenvisum, welches bis vor kurzem noch bei der Visaabteilung der indischen Botschaft in Berlin oder einem der Generalkonsulate beantragt werden musste. Die Generalkonsulate in Frankfurt und Hamburg nehmen aber keine Visa-Anträge mehr an. Dies wird jetzt von einem externen Dienstleister gegen eine Gebühr übernommen. Darin enthalten sind Einschreibegebühren für die Rücksendung der Visa und Pässe, frankierte Rückumschläge sind ebenfalls Vergangenheit.

Wir Kölner können das Visum in der Bayardsgasse 3 in 50676 Köln beantragen. Email: info@indo-german-services.com. Dort können wir seitdem persönlich den Antrag einreichen und ca 2 Wochen später wieder abholen. Das war praktisch, auch wenn mit Wartezeiten zu rechnen ist, wenn es voll ist. Um die Ecke sind gute indische Lebensmittelgeschäfte. Das Visum klebt dann hinten im Reisepass, mit Hologramm sehr nett anzuschauen.

Da sich bei den Bestimmungen ständig etwas ändert, informiert man sich am besten auf der Webseite http://www.indo-german-services.com/.

Lange war es angekündigt, seit 2014 ist es endlich so weit: Die indische Regierung erlaubt einer ganzen Reihe von Ländern, darunter auch Deutschland, nun ebenfalls unbürokratischer an Touristenvisa zu gelangen. Es funtioniert gut, das sogenannten Tourist Visa on Arrival. Zuerst online einen Antrag stellen, ein Foto von sich und dem gescannten Reisepass hochladen. Mittels einer Kreditkarte wird die Visagebühr dann online bezahlt. Dann kommt per E-Mail eine ETA (Electronic Travel Authorisation), die man bei Einreise zeigt und während Ihres gesamten Aufenthalts in Indien bei sich tragen sollte.


Netze

Die Netzspannung in Indien beträgt 220 Volt bei 50 Hz. Es gibt allerdings oft starke Spannungsschwankungen im Netz und mit Stromausfällen muss gerechnet werden, zum Teil sind sie sogar regelmäßig und geplant, um die Last zu verteilen. Die meisten der von uns bereisten Hotels hatten einen großen Generator, mit dem sie rund um die Uhr solche Ausfälle ausgleichen konnten.

Für den Betrieb von teuren und besonders empfindlichen elektronischen Geräten wie Laptops etc. sollte man nach Auskunft einiger Webseiten eine UPS (Uninterrupted Power Supply) mitnehmen, die Netzschwankungen ausgleicht und Schäden an dem Gerät verhindert. Aber wer hat so etwas schon? In einigen Hotels waren solche dicken Schutzschaltungen vor die Klimageräte geschaltet wie oben zu sehen. Unsere Empfehlung: Entweder am Netz den Akku aufladen bei ausgeschaltetem Gerät, oder das Gerät vom Akku aus betreiben, niemals beides zugleich.

Es gibt verschiedne Formen von Steckdosen in Indien. Auf dem Bild oben eine typische Mehrzweckdose aus einem Badezimmer. Flachstecker bzw. Eurostecker passen ohne Adapter in die meisten Steckdosen, bei der Mehrfachdose oben sind das die beiden Löcher ganz unten. Ein Schukostecker mit etwas dickeren Polen wie z.B. ein Fön passt nur mit viel Glück oder Gewalt hinein. Adapter für die dreipolige Variante mit dickem Schutzkontakt oben in der Mitte gibt es auch in Indien zu kaufen. Angeblich ist dies die internationale Steckerform D wie in Südafrika, in Wirklichkeit sind die Stecker dieser Bauform in Südafrika aber mit dickeren Polen ausgestattet und die Löcher haben viel größere Abstände.

Manche dieser Steckdosen haben noch eine Trick auf Lager: Mit dem Schutzkontakt oben ist eine Mechanik verbunden, welche die unteren Löcher versperrt. Also muss man mit einer Kugelschreibermine der Steckdose die Existenz eines Schutzkontaktes vorspiegeln, damit der Flachstecker hineingeht.

In jeder großen Stadt gibt es Internetcafes. Eine Stunde surfen kostet ungefähr 50 Rupien. Die meisten Hotels bieten ebenfalls einen Internetzugang zu höheren Preisen an, wir haben das nur einmal genutzt, da wir in Urlauben auch sehr gut ohne Computer auskommen.

Wer auch im Urlaub nicht ohne Handy leben will kann ruhig eines aus Deutschland mitnehmen. Es funktioniert auch in Indien und man kann recht preisgünstig mit der SIM-Karte eines indischen Netzbetreibers telefonieren. Eine "Pre-Paid-Card" kostet ca. 150 Rupien. Unser Fahrer hatte ein Handy, so das man so auch mal telefonieren könnte, wenn die Situation es erfordern sollte.

Sprache

Da Indien ein Vielvölkerstaat ist gibt es offiziell 23 anerkannte Nationalsprachen, die sich noch in 400 Einzelsprachen und Dialekte unterteilen. Überall verständigen kann man sich mit Hindi, diese Sprache wird meist in den nord- und zentralindischen Staaten gesprochen und ist seit 1965 auch offizielle Amtssprache Indiens. Die indische Verfassung hat neben Hindi ebenfalls Englisch als offizielle Sprache der Republik festgelegt. Daher sprechen viele Menschen auch Englisch und man kommt als Reisender eigentlich ganz gut damit durchs Land.

Ein paar Brocken Hindi öffnen allerdings viele Herzen, denn über 600 Millionen Einwohner haben Hindi als Alltagssprache. Dazu kommen noch zahlreiche Menschen in anderen Ländern mit großem Bevölkerungsanteil indischer Abstammung wie Mauritius oder Fiji – somit ist es nach Chinesisch die meistgesprochene Sprache der Welt.

Schwierigkeiten hat der Reisende aber trotz Hindi-Kenntnisse mit der indischen Schrift, die Devanagari genannt wird. Hier ist eine schöne Übersicht dazu: Wikipedia Hindi.

Vor allem im Straßenverkehr fällt die Orientierung durch Wegweiser oft schwer, obwohl einige Schilder und Werbetafeln zusätzlich in Englisch beschriftet sind. Aber darauf kann man sich nicht immer verlassen.

Video zum Thema

Learn Hindi 001

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