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WINTERPALAST

Der untere Teil des riesigen Palastkomplexes ist der so genannte Winterpalast mit einigen Sehenswürdigkeiten wie dem Palasttor, der Audienzhalle, dem Spiegelsaal und dem Elefantentor. Weiter oben schließt sich dann der luftigere und kühle Sommerpalast an mit seinem prächtigen Mogulgarten, den Pavillons, der Halle der Zufriedenheit und dem Haremsbereich an. Infos und Bilder zum Sommerpalast gibt es auf einer eigenen Seite.

Über eine breite Treppe erreicht man vom Jaleb Chowk aus den nächsten, höher liegenden Hof durch das Singh Pol (Pol=Tor). Aus strategischen Gründen jedoch nicht auf direkten Weg, sondern erst nach einer 90º-Wendung nach links. Auf diese Weise wurde ein Frontalangriff mit schwerem Gerät oder Kriegselefanten unmöglich gemacht. Dies ist sehr clever und bei vielen Palastanlagen in Indien Standard. Im zweiten Hof angekommen besucht man die große Audienzhalle namens Diwan-I-Am. Von den Mauern hier hat man einen schönen Blick auf die Menschen und Tiere im Vorhof.

In dem prachtvollen und an den Seiten offenen Gebäude aus weißem Marmor, das den gesamten Hof beherrscht, hielt der Maharaja früher sein offiziellen Empfänge ab. Das baldachinartige Dach besteht von unten aus einer Spiegeldecke. Von den vergitterten Fenstern über dem Tor zum nächsten Hof konnten die Frauen das öffentliche Geschehen verfolgen, ohne selbst gesehen zu werden. Schaut man von unten auf die mit kunstvollen Ornamenten verzierten Gitter, so erkennt man die Schatten der dahinter laufenden Touristen.

Die prunkvolle Audienzhalle soll den Neid des Mogulkaisers Jahangir erweckt haben, dessen Vasall der Maharaja von Amber war. Er wolle die schönsten Gebäude alleine in seinem Besitz wissen und ordnete die Zerstörung an. Doch der clevere Herrscher von Amber ließ die prächtigen Decken schnell mit einem hässlichen, einfachen Stucküberzug verunstalteten, bevor die Kontrolleure kamen. Die Pracht war so nicht mehr zu sehen, der Mogulkaiser besänftigt und die wertvollen Arbeiten konnten so gerettet werden. Der Stuck wurde später wieder entfernt.




Ganesh Pol

Durch ein weiteres Tor gelangt man wieder einen Hof höher. Der beeindruckende ornamentierte Torbau trägt den Namen Ganesh Pol, ihn hat Jai Singh II. wahrscheinlich von noch kurz vor dem Umzug nach Jaipur bauen lassen. Prächtig anzusehen sind die hervorspringender Erker und die feinen Steinarbeiten, ein beliebtes Motiv auf den Postkarten von Amber. Von hier aus hat man den gleichen Blick, den die Königin auf den Hof mit der Audíenzhalle hatten. Denn hier, im Suhaag Mandir, hatte nur die erste Dame des Hauses Zutritt.

Das Bildnis des Elefantengottes Ganesh ziert den Eingang im Zentralbogen und gab dem Tor seinen Namen. An vielen Palästen Rajasthans wurde auf diese Weise die Trennung zwischen öffentlichem und privatem Bereich anzeigt. Wunderschöne Miniaturmalereien zieren den Rest des Bogens.

Auch durch dieses Tor läuft man mit der üblichen 90º-Wendung. Unser Guide erzählte, dass durch die Gitter des Tors die wartenden Frauen des Maharajas oft Rosenblätter zu ihrem Liebsten herab warfen, um ihn nach seiner Rückkehr zu begrüßen. Es konnten sich durchaus auch ein paar Steinchen zwischen die Rosenblätter mischen, wenn der Haussegen mal schief hing.


Sheesh Mahal

Erreicht man den Hof hinter dem Ganesh Tor, erstreckt sich links der berühmte Spiegelpalast aus weißem Marmor. Er ist mit zahlreichen Arabesken verziert und eines der gelungensten Beispiele für die Synthese von Mogul- und Hinduarchitektur. Ein Höhepunkt des Rundganges durch den Palast, kein Wunder dass hier Menschenmassen durch den äußeren Gang strömen. Jeder mit einer Kamera versucht, von einem niedrigen Standpunkt aus ein Bild von den Decken der Innenräume zu machen. Diese sind besonders prächtig und nur aus der Hocke zu bewundern. Farbiges Glas leuchtet intensiv im Gegenlicht am Morgen. Die farbenprächtigen Buntglasfenster wurden aus Europa eingeführt und erst im späten 18.Jahrhundert eingesetzt. In das Innere des Sheesh Mahal kommt man nicht mehr hinein, aber auch außen gibt es eine Menge zu sehen.

Über und über sind diese Räume an Wänden und Decke mit Ornamenten aus blinkenden Spiegelstückchen verziert in denen sich die Betrachter von überall her spiegeln, weil sie gewölbt sind. Wenige Kerzen genügten zur Beleuchtung des Raums und auch die hier auftretenden Tänzerinnen reflektierten sich in den Spiegeln. So sah es aus, als würden sich unzählige Frauen zur Musik bewegen. Um dem verwöhnten Maharaja immer wieder ein neues Ambiente zu bieten, wurde der Boden diese Räume ständig mit anderen Teppichen verschönert.

Die Marmorblume auf dem Bild unten sieht auf den ersten Blick ganz normal aus. Aber unser Guide konnte durch Abdecken einzelner Teile mit den Händen die verschiedensten Figuren darin erkennen: einen Krebs, eine Blume, eine Frucht - den Rest haben wir vergessen – dafür hätten jede der schnellen Handbewegungen einzeln fotografieren müssen. Insgesamt waren es neun kombinierbare Bildelemente aus der hinduistischen Überlieferung.



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