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KARLA CAVES

Die Karla Caves (seltener auch auch Karli Caves genannt) lagen für uns quasi auf dem Weg, als wir von Pune aus in Richtung Lonavala zu unserem nächsten Hotel The Machan fuhren. Auf halben Weg zwischen den beiden Großstädten an einer alten Handelsstraße und in einer Höhe von etwa 770 m ü. d. M.

Leider hatten wir für die letzten Tage ab Pune einen vollkommen ortsfremden Fahrer, der sich nur in Mumbai auskannte. Da er auch wenig Englisch sprach, verstand er noch nicht einmal, wohin wir wollten. Das Wort Caves kam in seinem Sprachgebrauch nicht vor, aber wir hatten Ausdrucke mit einer Anfahrtsskizze. So fanden wir die aus dem Granitgestein des Dekkan-Plateaus herausgeschälte buddhistische Tempel- und Klosteranlage, die aus der Zeit zwischen dem 2. vorchristlichen und dem 2./3. nachchristlichen Jahrhundert stammt. Der Komplex besteht aus mehreren Wohnhöhlen, viharas genannt und einer großen Gebetshalle, die als chaitya bezeichnet wird. Ganz in der Nähe liegen noch die Bedsda Höhlen, die wir aber nicht besucht haben.

Vor dem Besuch mussten wir uns erst einmal anstrengen, denn der Weg zur Höhle von Karla führt über einen steilen Weg. Der etwa Aufstieg über eine etwa 100 m hohe und ca. 800 m lange Treppe hoch zu der Höhle dauert ca. 20 Minuten. Die meisten Pilger kommen nicht wegen der buddhistischen Höhlen, sondern wegen des Hindu-Tempels, der sich unmittelbar vor der Haupthöhle befindet. Unten am Parkplatz befindet sich ein weiterer Tempel namens Ekveera Mandir.

Unten auf dem vollen Parkplatz fand unserer Fahrer noch einen Platz, die Umgebung war schon bei der kurzen Anfahrt ab dem Pune-Mumbai Highway ziemlicher Rummel voller blinkender Werbung und allerlei Läden. Das sollte sich auf dem Weg nach oben noch verdichten, hier säumt ein Stand am anderen den Weg hinauf zu den Höhlen. Irgendwie verkauften alle Händler das Gleiche: Süßigkeiten, Spielwaren für die Kleinen, Opfergaben für den Tempel und Getränke. Überall lag Müll herum, es gibt zahlreiche Werbeplakate und auf den Treppen nach oben musste man aufpassen nicht auf eines der kleinen, brennenden Öllämpchen mitten auf den Stufen zu treten. Die Stimmung liegt irgendwo zwischen Andacht, Jahrmarkt und Familienausflug. Kinder können sich hier auf Plüsch-Tigern fotografieren lassen und wir waren bei der Hitze froh über die Möglichkeit, eiskalte Cola zu bekommen.

Obwohl es bei unserem Besuch ein Montag war war hier die Hölle los. Wie mag es erst an einem Wochenende sein, wenn die Horden aus Mumbai anreisen? Vor uns lief leider eine Kapelle, die wirklich infernalischen Lärm produzierte. Wir ließen sie vorgehen, holten sie aber immer wieder ein und am Ende des Tages schmerzte mein Trommelfell von dem Krach. Unten auf dem Video sind die Musiker zu sehen und zu hören. Sei begleiteten eine Familie und ein geschmücktes Kind, das oben im Tempel dann seine Haare opfern musste.

Oben angekommen besuchten wir die wunderschöne Gebetshalle, der Eingang ist hier halb von dem hässlichen modernen Ekvira Devi Mandir Tempel zugebaut. Unfassbar das dieser Bau an dieser Stelle genehmigt wurde. Der Zirkus und der Lärm der rundum veranstaltet wird erschüttert die Umgebung und zerstört die Figuren. Dort stand eine lange Schlange, da haben wir auf eine Besichtigung im Inneren verzichtet. Der Vorplatz war ebenfalls voller Menschen, wir waren die einzigen Ausländer weit und breit und mussten natürlich immer wieder für Familienfotos posieren.






Chaitya-Halle

Links vor dem Eingang zur Chaitya-Halle steht eine mächtige, 15 m hohe und komplett aus dem Felsgestein herausgehauene Säule mit einem glockenförmigen Kapitell. Darauf vier in alle Himmelsrichtungen blickende Löwen bestehenden. Dieses Thema findet sich bereits in den Ashoka-Säulen und ist hier vielleicht ein Jahrhundert später nachgeahmt worden; ein ehemals gegenüber stehendes Pendant existiert leider nicht mehr. Die jungen Männer waren sichtlich von den vollbusigen Figuren angetan und stellten sich für Selfies davor.

Die handwerklich und künstlerisch in hervorragend aus dem Fels herausgearbeitete etwa 14 m hohe und ca. 45 m tiefe Chaitya-Halle von Karla gehört zu den ältesten, besterhaltenen und künstlerisch bedeutsamsten frühen Felsbauten in Indien und sie ist Indiens größter Höhlentempel. Zwei Reihen mit jeweils 15 oktogonalen Säulen teilen ein breites Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe.

Es handelt sich um eine buddhistische Hinayana-Höhle, die etwa um 80 v. Chr. fertiggestellt wurde. Auch wenn man schon die Felsenhöhlen von Ajanta und Ellora gesehen hat, dies hier ist trotzdem wieder etwas anderes. In der Apsis steht hier anstelle einer Figur ein Stupa, ebenfalls aus dem natürlichen Fels herausgearbeiteter und etwa 3,50 m hoch. Mönche und Pilger konnten sowohl unmittelbar als auch in den Seitenschiffen der Halle um ihn herum gehen.

Der Eingang wird dominiert von einem riesigen Fenster mit einem Kielbogen als äußere Blende, das Sonnenfenster lässt das Tageslicht in das Ende dieser tiefen, engen Höhlen fallen.

Die Säulen im Inneren sind oben mit Figuren geschmückt. Man erkennt Elefanten die knien, während auf ihnen Menschen sitzen, die sich über den Elefanten hinweg umarmen. Die Elefantenköpfe an den Seiten sollen einst mit echten Stoßzähnen aus Elfenbein geschmückt gewesen sein, es gibt drei aus den Seitengewänden herausgearbeitete große Elefanten mit darauf im Lotossitz sitzenden Buddha Figuren.

Das aus dem harten Fels herausgearbeitete gewölbte Dach der Halle ist mit von einem statisch völlig überflüssigen Teakholzgewölbe verziert. Dies sollen sogar noch die ca. 2.000 Jahre alten Originalbalken sein, die in den anderen Höhlen längst verschwunden sind.

Wir wurden von einem Architektur-Lehrer der Universität von Aurangabad angesprochen, der mit seiner Familie die Höhle besuchte. Er freute sich sehr, dass wir seine Heimatstadt ebenfalls besucht hatten. So erfuhren wir einige Details, über die man sonst nicht so einfach Informationen findet. Einige Leute versuchten, Geldmünzen auf den Stupa zu werfen, so dass sie oben liegen blieben und hatten dabei sehr viel Spaß. Die Bilder davon sind auf Grund der schlechten Lichtverhältnisse durch Bewegungsunschärfe leider unscharf geworden, aber unten auf dem Video ist die Aktion zu sehen.

Wenn man am Tempel vorbei und die Felswand entlang geht, kann man noch einige Höhlenklöster sehen, weitere liegen verstreut in den Hügeln der Umgebung. Manche wurden in Hindu-Schreine verwandelt. Wer weniger Lärm und Menschenmenge bevorzugt, der sollte sich auch noch die nahen Bhaja Caves ansehen.






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Karla Caves

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