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LOHGARD FORT

Als wir das Hotel The Machan als letzte Station der Reise ausgewählt haben, dann auch weil man von hier aus eines der vielen alten Forts der Umgebung besuchen kann. Wir hatten Bilder davon gesehen und waren fasziniert davon, dort wollten wir unbedingt hin. Warum, das kann man unten auf dem Bild von Google Maps sehr schön erkennen: Es ist das einzige Fort mit einem Skorpionschwanz und somit außergewöhnlich.

Das Lohgard-Fort liegt beim Dorf Lohagadwadi, man erreicht es mit dem Auto nach etwa 10 Kilometern Autofahrt über schmale Straßen auf dem Land von der Stadt Lonavala aus. Da unser Fahrer sich in der Gegend gar nicht auskannte und an jeder Ecke erneut nach dem Weg fragen musste, holten wir das Handy mit der Offline Navigation heraus und leiteten ihn so zum Fuß des Forts.

Das Fort ist nur durch ein schmales Tal von dem benachbarten Visapur-Fort getrennt, auf dem folgenden Bild ist der Berg mit dem Fort zu sehen. Das muss heute weniger bequem erwandert werden und oben auf dem Plateau finden sich hauptsächlich Ruinen. Im Jahr 1818 nahmen die Briten das Visapur-Fort ein und beschossen von dort das etwas tiefer gelegene Lohgard-Fort.

Die Festungsanlage hat eine lange Geschichte und die heute sichtbare Bausubstanz von Lohgard dürfte weitgehend auf die baulichen Aktivitäten der Marathen zurückgehen, deren Festungsarchitektur sich jedoch kaum von der der Moguln unterscheidet die es unter Aurangzeb auch 5 Jahre lang beherrschten.

Von der kleinen Bahnstation in Manavli aus sind es etwa 5 Kilometer Fußweg, der am buddhistischen Höhlenkloster Bhaja vorbeiführt. Das haben wir nach dem Aufstieg zum Fort ebenfalls besucht, der Straße dazwischen ist aber steil und voller Serpentinen. Da in der Hitze hoch laufen und dann auch noch das Fort zu erklimmen, das ist etwas für sehr sportliche Menschen oder man besucht die Region in einer kühleren Jahreszeit.

Das etwa 200 m über dem Geländeniveau des Dorfes Lohagadwadi liegende Fort kann über eine Mitte des 20. Jahrhunderts angelegte breite und steile Treppe erklommen werden. Der erste Teil der Treppe wurde gerade renoviert, am Wegrand lagen noch die abgerundeten Ziersteine die als Abschluss auf die seitliche Mauer gesetzt werden. Erst auf halber Höhe kommt man an die alte Bausubstanz, die Stufen sind unebener, haben unterschiedliche Höhen und es wird anstrengender zu gehen. Stellenweise ist die Treppe auch beschädigt oder ein paar Stufen vom Monsunregen weggeschwemmt worden. Dort muss man zwischen den seitlichen Mauern über den nackten Fels klettern




In der Festung

Das eigentliche Fort befindet sich oben auf einer schmalen Bergkuppe in 1.032 m Höhe. Davor liegen im Aufstiegsweg mehrere Bollwerke und man geht auf dem Weg nach oben durch insgesamt 4 Tore: Ganesh Darwaja, Nayaran Darwaja, Hanuman Darwaja und Maha Darwaja. Sie sind noch in gutem Zustand und intakt. Eines davon ist mit zwei kleinen Löwenreliefs verziert, hinter einem anderen liegen noch Reste von Kanonen auf einer Bastion.

Bemerkenswert ist der natürliche Fels neben der von Menschenhand geschaffenen Architektur, der Blick nach oben auf die Mauern beim Aufstieg ist sehr beeindruckend. Wir waren mal wieder die einzigen westlichen Besucher weit und breit und mussten verschwitzt und keuchend für manches Familienfoto auf dem Weg nach oben posieren.

Oben angekommen hat man zwar den Aufstieg geschafft, die Anlage ist aber sehr weitläufig und fast vollkommen ohne Schatten. Der Blick von oben auf die Befestigungsanlagen außerhalb der Mauer ist nicht weniger beeindruckend als der Blick von unten. Zur Gesamtanlage gehört auch ein kleiner Grabbau (qubba) einer unbekannten Persönlichkeit, möglicherweise eines Fortkommandanten, der sich direkt hinter dem Haupteingang befindet. Geht man nach rechts über einen Hügel, kommt man an einem kleinen Tempel mit angrenzendem größerem Teich vorbei. Es gibt es sogar einen Priester, der hier oben wohnt.

Wir gingen weiter in Richtung des zentralen Gipfels, um von oben einen besseren Überblick zu haben und trafen auf eine Schlange, die vor uns ins dichte, trockene Gras floh. Für ein Foto war sie leider zu schnell. Auf dem Gelände laufen auch diverse Hunde herum und Raubvögel hielten von den wenigen Bäumen Ausschau nach Beute. Zwischen dem braunen Gras blühten einige Pflanzen und hübsche bunte Schmetterlinge torkelten von Blüte zu Blüte.

Von den steil abfallenden Rändern hat man einen weiten Ausblick ins Land, der im November leider diesig war. Im Süden liegt der Wasserspiegel des Pavana Reservoirs.

Der Festungsberg endet im Nordwesten in einem schmalen, an den Seiten befestigten Sporn, der Vinchukata, Skorpionschwanz, genannt wird. Von oben hat man einen guten Blick auf die schmale Zunge, in der Mitte des Vorsprungs befindet sich eine weitere Zisterne. Der Weg hinaus auf den Skorpionschwanz führt im ersten Abschnitt etwa 20 Meter sehr steil bergab und man muss noch einmal eine gute Weile laufen um unten am Ende anzukommen.

Wir machten oben an der Kante Pause, genossen die Aussicht und vernaschten unsere letzten Haribos. Es war sehr heiß und trotz Sonnenschutz und Wasser waren wir ziemlich fertig und verzichteten darauf, bis zum Schwanz-Ende zu wandern. Der Gedanke, auf dem Rückweg vom Schwanz wieder hinauf auf die Hochebene klettern zu müssen schreckte uns ab. Und die beste Aussicht hatten wir ja schon genossen. Sehr schön muss es hier direkt nach der Monsun-Zeit sein, wenn die Umgebung saftig grün ist und die Luft klar ist mit Weitblick ins Land.





Rückweg

Wir machten uns auf, um den gleichen Weg über die Treppen wieder zurück nach unten zu gehen, wo unser Fahrer auf uns wartete. Auf dem Rückweg innerhalb der Festungsanlage, diesmal an der rechten Kante entlang, kamen wir noch an einigen weiteren Zisternen vorbei. Obwohl rundum alles trocken und braun war, gab es hier noch Wasser und sogar viele Frösche. Die schwammen schnell in den Schatten, als wir uns näherten. Mit jedem Schritt näher sprang wieder einer vom Ufer ins Wasser, aber sie waren so gut in graubraun getarnt, dass wir sich nicht erkennen konnten, wenn sie einfach still sitzen blieben. Aber jetzt wussten wir auch, wovon sich die Schlangen hier ernähren. Auch Libellen sahen wir oft und zwei Hunde begleiteten uns, als wir am Rand der Klippe entlang zurück zu den Toren liefen.

Der Abstieg war nicht so anstrengend die der Aufstieg, auf halben Weg mussten wir aber noch einmal eine Pause machen, denn zwei Affenhorden bekämpften sich gerade. Eine Makaken-Horde verteidigte den Hügel von oben, während eine andere von unten kam. An der Front wurden die Zähne gefletscht und es gab heftiges Gezanke, unten auf dem Video sind die Tiere zu sehen und zu hören. Nach einer Weile verlagerte sich der Kampf den Hang hinab auuser Sicht und wir konnten die Stelle passieren. Unten am Auto angekommen, fuhren wir dann weiter zu den letzten Höhlen, die wir uns auf dieser Reise ansehen wollten: den Bhaja Caves.




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