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BHAJA CAVES

Von Lonavala aus fuhren wir zunächst zum Lohgard Fort. Nach einer anstrengenden Klettertour und Wanderung auf dieser Bergfestung standen dann noch die letzten buddhistischen Höhlen in diesem Urlaub auf dem Programm: die Bhaja Caves.

Auf der Karte sieht die Verbindung vom Dorf Lohagadwadi hinunter zu den Caves wie eine unbefestigte Straße aus, das war sie aber nicht mehr. Schön asphaltiert fährt man hier bergab, aber in zahlreichen, engen Serpentinen und auch recht steil. Unser Fahrer aus Mumbai war wirkte auf uns hier sehr unsicher und kurbelte wild am Lenkrad wie ein Fahranfänger - was er mit Sicherheit nicht war. Aber solche Straßen gibt es in der Großstadt offenbar nicht.

Die Straße führt nach den Serpeninen dann sachte weiter ins Tal und unterhalb der Bhaja Caves vorbei. Hier hielten wir am Strassenrand einfach an und dann stand uns ein weiterer Aufstieg bevor. Ein breiter, gepflasterter Weg führt schräg von der Hauptstraße zu den Höhlen von Bhaja hinauf. Mittlerweile war es nach Mittag und sehr heiß, aber wir mobilisierten die letzten Kraftreserven. Zum Glück liegen die Stufen hier etwas weiter auseinander, die Steigung ist mäßig. Diese Höhlen liegen in einer weitaus lieblicheren und wesentlich grüneren Landschaft als die nur 3 Kilometer entfernte Höhle von Karla auf der anderen Seite des Mumbai-Pune Espressway.

Hier ist auch wesentlich weniger Rummel, die Zahl der Besucher hielt sich in Grenzen. Wir waren in der Woche hier, am Wochenende mag das etwas anders sein. Auf halben Weg steht links ein Kassenhäuschen, der Kassierer bat Michael angesichts der roten Birne gleich hinein - dort ging etwas Wind durch die Fenster und kühlte das schattige Innere. Sehr nett - dafür zahlten wir auch den Ausländertarif.

Weiter oben am Eingangstor wurden unsere Karten abgerissen und wir gleich darauf von einem Guide belagert. Doch für eine Führung hatten wir wenig Lust, haben die kleine Anlage lieber selbst erkundet und dem Guide am Ende dann ein Trinkgeld dafür gegeben, das er uns in Ruhe gelassen hatte.

Das aus 22 Höhlen bestehendes frühbuddhistisches Höhlenkloster gehört zu den ältesten seiner Art in ganz Indien. Die große Chaitya-Halle, die Höhle Nr.12, mit ihrem weitgehend erhaltenen hölzernen Schein-Gewölbe ist der bekannteste Bau des buddhistischen Höhlenklosters von Bhaja. Sie wird von 27 leicht schrägstehenden oktogonalen Pfeilern in ein breites Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe unterteilt und gehört zu den meist fotografierten Sehenswürdigkeiten in der Region.

Im Inneren war es halbwegs kühl und wir konnten wenigstens im Schatten ein wenig ausruhen. Der gesamte Raum ist ca. 17 Meter lang und ca. 8 Meter breit und er wurde komplett aus dem Fels herausgearbeitet. Die Teakholzbalken an der 8,8 Meter hohen Decke sind ca. 2.200 Jahre alt. Der im Apsis der Halle stehende und ebenfalls aus dem Fels herausgearbeitete Stupa ist etwa 3,50 Meter hoch. Oben befindet sich ein Loch, in dem früher der hölzerne Schirm befestigt war.

Der Eingang zur Höhle ist heute komplett offen, aber die Halle wurde ursprünglich von einer hölzernen Fassade verschlossen, in die Fenster- und Türöffnungen eingearbeitet waren. Die meisten Forscher neigen zu der Ansicht, dass die Chaitya-Halle von Bhaja die älteste ihrer Art in ganz Indien ist.





Vihara-Höhlen

Die übrigen Höhlen von Bhaja sind zumeist Wohnhöhlen, so genannte Viharas. Unmittelbar neben der Haupthalle liegt eine doppelgeschossige Wohnhöhle. Hier kann man einige aus den Wänden herausgehauene kleine Schlafkammern sehen, in denen sich manchmal noch die erhöhten Steinbetten befinden. Einige der Höhlen wurden vielleicht auch als Herbergen für Pilger und vorbeiziehende Kaufleute genutzt, deren Almosen und Spenden stets willkommen waren.

In der großen Höhle Nr.18 kann man sich ein paar schöne Reliefs ansehen. Die Steinmetzarbeiten in den Bhaja Höhlen sind nicht sehr tief in den Stein gearbeitet, der Stil ist eher ähnlich geformter Terrakotta-Figuren. Aber die Figuren tragen aufwendigen Kopfputz, Girlanden und Schmuck. Es ist möglich, dass sie zunächst mit Putz bedeckt und dann mit Farben bemalt wurden.

Die Aussicht von hier oben, aus ca. 120 Meter über der umliegenden Ebene, ist schön. In der Regenzeit gibt es hier sogar einen Wasserfall.

Eine Besonderheit der Anlage sind aber die 14 aus dem Fels herausgehauene Votiv- oder Gedenkstupas, die sich 50 Meter von der Chaitya-Halle entfernt bei einer Nebenhöhle befinden. Fünf davon stehen unter einem Felsvorsprung dicht beieinander, die anderen 9 stehen im Freien. Die ungewöhnliche Anlage wird manchmal als eine Art Friedhof bezeichnet, allerdings wurden Reliquien oder deren Behältnisse hier nicht gefunden. Einige Stupas waren mit roten Hibiskusblüten geschmückt. Ein hässliches Dach aus gewelltem Plastik schützt den außen liegenden Teil der Anlage vor Regen und Sonne.

Nahe dem Eingang zu den Caves befindet sich ein kleiner Tempel, welcher der Göttin Ekvira gewidmet ist. Rechts davon steht eine Säule mit drei Löwen.

Der Weg zurück zum Auto, das unten an der Straße auf uns wartete, war dann nicht mehr anstrengend. Wir wollten nur noch zurück in unser schönes Hotel und Ruhe und ein kühles Getränk genießen. Ein alter Mann hatte an der Straße auf uns gewartet und bettelte uns an. Er bekam noch eine kleine Gabe, dann konnten wir zurück fahren und den Rest des Nachmittags in unserem Machan entspannen.






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