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Roopmati's Pavilion

Auf dem Weg vom Ortszentrum mit der mächtigen Moschee in Richtung Roopmati's Pavilion im Süden kommt man noch an weiteren Monumenten vorbei. Zuerst am Grabmal des Darya Khan aus dem Jahr 1526. Gegenüber von einem künstlichen See namens Sagar Talao befindet sich eine weitere Ansammlung von Monumenten, die teilweise nicht sehr gut erhalten sind und auch keinen Eintritt kosten.

Unter anderem steht hier die Malik Mughith`s Moschee aus dem Jahr 1432, eine Karawanserei, Bai-Ka-Choti Bahem und ein weiteres, zugewuchertes Grabmal aus dem Jahr 1526 mit dem typischen, runden Kuppeldach.

Unser eigentliches Ziel aber lag 4 Kilometer im Süden vom Ort Mandu, es handelt sich um das neben dem Schiffspalast Jahaz Mahal am meisten fotografierte Bauwerk: der Palast von Rani Roopmati. Hier in der Rewa-Kund Gruppe zahlt man wieder 100 Rupien Eintritt, der gilt dann auch für den benachbarten Baz Bahadur Palast.

Die romantische Geschichte aus dem 16. Jahrhunderts zwischen Baz Bahadur, dem letzten unabhängigen König von Mandu, und Roopmati ist viel besungen und in Märchen nacherzählt worden.

Rani Rupmati, auch Roopmati oder Rupamati geschrieben, sang einst als Schäferin auf den Feldern mit ihren Freundinnen. Der König hörte sie und war bezaubert von ihrer Schönheit und ihrer Stimme. Die Legende erzählt, dass Roopmati nur einwilligte, die Gemahlin des Königs zu werden, wenn sie von einem Palast aus ihren geliebten Fluss Narmada sehen könnte. Ein alter Armeestützpunkt auf einer Klippe mit Blick in die Ebene wurde für die Königin umgebaut. Hier lebte sie, den Fluss auf der einen Seite weit entfernt im Blick und den Palast von Baz Bahadur auf der anderen.

Der König hatte wohl bei der Wahl des Platzes auch den Hintergedanken, sie so vor begehrlichen Blicken zu schützen. Man sagt, dass Sultan Akbar die Stadt Mandu nur angriff, weil er die schöne Roopmati erobern wollte. Die Festung bekam er dann auch, die Frau aber nicht. Denn ihr Geliebter Baz Bahadur floh und ließ seine traurige Rani alleine zurück. Um sich nicht Akbar hingeben zu müssen vergiftete sie sich.

Die Liedermacher in Malwa singen noch heute von der Romanze der beiden:

Roopmati, du Mädchen aus dem Narmada-Tal

mit den langen lockigen Haaren,

du entzündetest die Leidenschaft Bahadurs,

der dich zu sich nahm,

dich in den Pavillon setzte hoch über Fluss und Ebene.

Dort schaust du sehnsüchtig herab

auf dein Heimatdorf, auf Freundinnen und Verwandte.

In der Ferne versinkt die Sonne hinter dem Horizont

Tag für Tag und dunkel sind deine Gefühle.

Vom Palast Bahadurs weht Musik herauf,

wie Perlenschnüre liegen sie auf der Brust.

Bahadur feiert das Lichterfest mit seinen weiblichen Wächtern

in der Stadt der Freude am See.

Die Späher stehen am Tor.

Du blickst hinaus in das Dunkel,

hörst das Geflüster der Lichter.

Ach, Roopmati, du Stern am dunklen Himmel.






Aussicht

Der Aufstieg vom Parkplatz aus zum Pavillon zum Rand der 366 Meter hohen Klippe ist steil und ohne Schatten, am besten geht man den flacheren Fahrweg in Serpentinen hoch und von hinten direkt durch die Zisterne, dort ist es schön kühl. Der Speicher enthielt noch immer Wasser, denn in der in Monsunzeit wird das Regenwasser vom Dach hier gesammelt.

Es gibt auch steile Treppen als eine Art Abkürzung direkt hoch zum Pavillon auf dem Berg. Ganz am anderen Ende führt ein Weg zu den Toiletten, von dort hat man eine schöne Aussicht auf die andere Seite des Tals.

Oben angekommen kann man dann im unteren Bereich des Pavillons einige Räume mit spitzen Bögen betrachten. Der Weg hinauf zur Dachterrasse mit den beiden berühmten Pavillons führt über eine sehr enge Steintreppe mit sehr kleinen Stufen. Diese ist one-way ausgewiesen, für Gegenverkehr ist hier gar kein Platz. Wenn man vom Dach wieder herunter möchte, dann muss man über eine recht abenteuerliche und sehr steile Treppen-Konstruktion aus Gerüstbauteilen absteigen. Oben auf dem Foto ist sie zu sehen.

Von dem eleganten Bauwerk mit seinen zwei Pavillons hoch oben auf dem Bergesgipfel aus konnte damals die schöne Königin ungestört den Palast von Baz Bahadur und die Narmada beobachten, die weit unterhalb durch die Nimar-Ebene fließt. Wir sahen aber leider nichts von der Narmada. Denn zur Trockenzeit im November verbrennen die Bauern überall Reisstroh und Schwaden von Rauch ziehen über das Land. Einen weiten Blick hat man so leider nicht, nur Dunst ist zu sehen.

Der Blick auf der anderen Seite zum Palast und zu einigen Kuppelbauten hingegen war schön. Es gibt auch noch einen kleinen, gepflegten Garten, in dem wir ein paar Echsen unter den Sträuchern entdeckten. Direkt daneben liegen die Felder der örtlichen Bauern.

Der Platz ist besonders beliebt zum Sonnenuntergang.





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