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NAGDA UND EKLINGJI

Ein Besuch in den Tempeln von Nagda und Eklingji wird von den meisten Besuchern als Tagesausflug ab Udaipur gebucht. Wir hatten Glück und kamen quasi auf dem Weg vom Kumbhalgarh Fort, wo wir eine Nacht im Hotel Aodhi gewohnt haben, ich Richtung Süden an diesen Tempeln vorbei. Tagesziel war das Fort Dhariyawad im gleichnamigen Ort, der südlich von Udaipur liegt.

Unser Fahrer hielt zuerst auf dem Weg nach Eklingji in Nagda an einem berühmten Tempel am Ufer des Bagela Lake an. Dieser Ort liegt etwa 24 Kilometer nördlich von Udaipur und ist. 2,5 Kilometer von Eklingji, einer weiteren Tempelstätte, entfernt. Auf der anderes Seite des Sees verläuft der NH 8, die Route von Udaipur nach Nathdwara.

Nagda ist für zwei Hindu-Tempel aus dem 10./11. Jahrhundert bekannt, die wirklich sehr schön sind und die einen Besuch lohnen. Am Eingang wartete schone eine kleine Schar aufdringlicher Kinder auf uns Neuankömmlinge. Sobald man aber den Tempelkomplex betreten hat, folgen sie aber nicht mehr und winken ab und zu nur mal über die Hecke, um auf sich aufmerksam zu machen. Das kann man aber gut ignorieren.

Das Gelände ist sehr gepflegt, kostet keinen Eintritt und hier darf man fotografieren. Eine richtige Oase. Da es in den letzten Wochen sehr geregnet hatte war der See sehr voll und das Wasser schwappt noch auf den tiefer gelegenen Rundweg auf dem Tempelgrundstück. So konnten wir den Weg am Zaun entlang nicht gehen, sondern nur auf die Plattform mit den Bauwerken. Bevor am Ufer des Sees Hotels und Wohnanalagen gebaut wurden, muss die Atmosphäre hier ehemals noch viel idyllischer gewesen sein. Aber auch so hat man einen schönen Ausblick auf die Aravalli-Berge und über den kleinen See.

Hier sieht man je nach Jahreszeit Ibisse, Reiher und Störche, ab und zu flattern Schwärme grüner Halsbandsittiche auf und lassen sich in den umliegenden Baumwipfeln nieder.

Im 6. Jahrhundert wurde der Ort unter dem Namen Nagahrida oder auch Nagadraha gegründete Die Stadt war einstmals die Hauptstadt des Reiches Mewar und wurde durch muslimische Invasoren unterdem Sultanat von Delhi fast vollständig zerstört. Geblieben sind bis heute nur die beiden im 10. Jahrhundert erbauten Heiligtümer namens Sas-Bahu, das bedeutet Schwiegermutter-Schwiegertochter.




Rundgang

Die beiden Tempel verfügen über einen Dachaufbau in Form einer Pyramide, der Zutritt erfolgt durch eine offenen Pfeilerhalle mit seitlichen Vorsprüngen An einigen Türmen sind noch die unverzichtbaren Ringsteine mit ihren aufsitzenden Vasen erhalten. Die ganze Architektur erinnerte uns sehr an die Tempel in Karnataka im Süden, sie sind aus Sandstein und Marmor exquisit gearbeitet.

Das prachtvolle Tor zeigt Reliefs von Himmelsmädchen (Surasundaris) und Glockenschnurmotive. Die Glocke ist auch ein wichtiges Ritualgerät, das zu Beginn der Andachten angeschlagen wird.

Im Innern der Tempel bleib kein einziges Bauteil ohne Dkoration, man kann hier eine Fülle von filigranen Steinmetzarbeiten an Decken und Wänden bewundern. Beide Tempelbauten sind ein echtes Schmuckkästchen, wer sucht, der findet hier auch mehrere erotische Motive. Sehr schön waren nicht nur die im Süden üblichen Figurenfriese rund herum, sondern die dazwischen angeordneten detaillierten Steinbilder. Damit wurden anscheinend Geschichten in Form von dreidimensionalen Bühnenbildern überliefert.

Mit vielen Besuchern mussten wir das Areal nicht teilen. Eine Reisegruppe und ein paar Einheimische waren hier unterwegs und fotografierten die Schönheit der sakralen Bauten.





Am See

Nach dem Besuch führen wir dann 2,5 Kilometer auf die andere Seeseite nach Eklingji. Eklingji wird vielerorts auch als Kailashpuri, Stadt des Kailash, bezeichnet. Es ist in erster Linie eine hinduistische Tempelstadt mit angeblich mehr als 100 Schreinen und Tempeln und Unterkünften für die zahlreichen Pilger.

Der Name des Ortes bedeutet "Ein Lingam" und weist auf das dem Gott Shiva geweihte Hauptheiligtum hin. Shiva war der Schutzgott der Fürsten von Merwar.

Mitten im quirligen Ort direkt neben derm NH 8 liegt hier der berühmte Haupttempel, am Eingang ging es bei unserer Ankunft sehr chaotisch zu, denn es waren gerade Busse mit einheimischen Pilgern angekommen. Der Tempelbezirk ist von einer hohen Mauer umschlossen und der Eingang befindet sich auf der Südseite an der Straße. Das Gelände ist dicht bebaut mit kleineren und größeren Tempeln, die von Angehörigen der Fürstenfamilie und von wohlhabenden Kaufleuten und Händlern gestiftet wurden. Es gibt auch eine Quelle auf dem Gelände.

Der Tempelbezirk ist für Touristen nicht immer zugänglich und die Öffnungszeiten werden recht willkürlich gehandhabt; meistens ist es in den Nachmittagsstunden erlaubt, den Komplex zu betreten. Leider dürfen hier auch keine Kameras, Taschen oder Handys in den Tempel mitgenommen werden, die sollte man beim Besuch am besten direkt im Fahrzeug beim Fahrer lassen. Vor dem Eingang zu dem wichtigsten Tempel steht ein schön geformter riesiger Nandi, der heilige Bulle, der in der Mythologie das Reittier von Shiva ist. Im Innen befindet sich das Hauptkultbild: eine aus schwarzem Marmor gearbeitete viergesichtige Eklingji-Figur die stets mit Blüten geschmückt ist. Unten ist ein Foto vom Eingang zum Tempelkomplex zu sehen.

Wir sind dann noch über eine Nebenstraße hinter dem Tempel mit Kamera an den zweiten Stausee oberhalb von Eklingji gegangen. Hier gibt es eine Stelle, symbolisch getrennt nach Männern und Frauen, an denen gebadet und gewaschen wird. Wenn man auf die Mauern klettert, hat man einen schönen Überblick auf den Tempelkomplex am Ufer und auf den See mit den umliegenden Bergen.



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