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AGRA

Die Stadt Agra, an einer Schleife des Flusses Yamuna oder Jumna gelegen, befindet sich etwa 200 km südöstlich der Hauptstadt Delhi. Die Stadt liegt 169 m über dem Meeresspiegel und hat ca. 1,4 Millionen Einwohner. Ein Moloch mit vielen Kontrasten: Schönheit der Bauwerke neben Armut in den Gassen, hohe Eintrittsgelder neben Bettlern und Wohnungsbau, wie man ihn vom Landleben in Rajasthan nicht kennt. Hier gibt es wniger Dachterrassen, eine unübersichtliche Verkehrsführung und alle Nachteile einer großen Metropole. Besonders wohlgefühlt haben wir uns bei dem kurzen Besuch in Agra nicht. Die Luft ist stark verschmutzt durch die umliegende Industrie und die Stadt hat außer den weltweit bekannten Bauwerken wenig zu bieten. Überall Lärm, Hektik und volle Strassen. Touristennepp, Schlepper und Bettler tun das Ihre, damit man diese Stadt nach dem Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Bedauern wieder verlässt.

Auf der Hinfahrt kamen wir an unzähligen Ziegeleien vorbei, die Strasse von Ranthambhore bis nach Agra war über viele Kilometer Baustelle und die Umleitungen nur einspurig. Trotzdem wurde hier natürlich mehrspurig gefahren, was schon die Anreise nach Agra ziemlich nervig machte. Erst in ein paar Jahren soll dieser Streckenabschnitt fertig ausgebaut sein.

Ich behaupte einmal, jeder Tourist, der eine Rundreise durch Rajasthan macht oder eine Zeit lang in Delhi verbringt, der macht auch einen Abstecher nach Agra. In erster Linie natürlich, um das berühmteste Bauwerk von Indien zu bewundern: das Taj Mahal. Sehr beeindruckend ist auch das Fort von Agra, aus rotem Sandstein erbaut: das Red Fort. Ein Besuch hier lohnt sich wirklich und ich habe ihm, ebenso wie dem Taj Mahal, eigene Seiten gewidmet. Sonst hatten wir keine Zeit, um uns andere Sehenswürdigkeit in der Stadt anzusehen, so wie das exquisite Mausoleum des Itimad-ud-Daula, welches als erstes Mogul-Bauwerk in Marmor gefertigt wurde. In Agra befindet sich das Grabmal von Akbar und Chini ka Rauza, das Chinesische Grab. Hier ruht ein Perser namens Allama Afsal Khan Shukrullah aus Shiraz, der war einst Poet und Minister am Hof des Herrschers.

Die klimatisch beste Besuchszeit ist von September bis Dezember, in dieser Jahreszeit ist es allerdings auch häufig dunstig am Morgen und die Bauwerke verschwinden dann im nebligen Grau. Die zunehmende Luftverschmutzung durch die Schwefelabgase einer nahegelegenen Raffinerie lässt die Bauwerke von Agra schneller verrotten, als man sie in Ordnung halten kann. Ein Grüngürtel wurde um das Taj Mahal angelegt und ständig erweitert, in der Zone rund um die Stadt darf sich heute keine neue Industrie mehr ansiedeln. Der Erfolg bleibt abzuwarten, auch wenn die Touristenscharen mit Elektrobussen innerhalb der Sperrzone befördert werden. Pkw und Busse müssen auf Parkplätzen außerhalb des Grüngürtels warten.


Geschichte

Der Legende nach soll Agra eine Gründung der ersten arischen Siedler sein, damals wurde sie "Arya Garh" genannt. Später wurden die beiden Worte dann zu Agra zusammengezogen. Im Jahre 1501 eroberte Sikander Lodi (1489-1517) die Stadt, um einen abtrünnigen Statthalter in die Schranken zu weisen, wobei er das in der Nähe gelegene Sikandra als Residenz wählte.

Der Herrscher Babur war der erste Mogul, er soll gegenüber des Taj Mahal einem Palast besessen haben. Auf seine Idee hin wurde der heute noch existierende Garten Ram Bagh am Ostufer des Yamuna angelegt. Von der einstigen Pracht soll heute allerdings nicht mehr viel erhalten sein. In der Nähe befindet sich eine sehr schöne Mosche, die sein Sohn Humayun bauen ließ.

Mit der 1526 beginnenden Mogul-Dynastie erblühte eine rege Bautätigkeit. Herrscher Akbar (1556-1605), der damals noch im nahen Fatehpur Sikri residierte, hinterließ auch in Agra einige Bauwerke, unter anderen das beeindruckende Red Fort. Sein Sohn Jahangir kehrte der Stadt aber den Rücken und bevorzugte ab 1616 Kaschmir als Wohnort.

Der Aufstieg von Agra zum weltweit bekannten Symbol und Juwel indischer Baukunst ist Akbars Enkel Shah Jahan (1628-1658) zu verdanken. Obwohl er hier nur zwischen 1632-1637 residierte, hinterließ er Bauten, die zur bedeutendsten Architektur der Welt zählen. Da er sich aber eigentlich in Agra nicht so sehr heimisch fühlte, ließ er gleichzeitig die Grundlage des heutigen Old Delhi schaffen. Dort gab er die Jamia Msjad Moschee und das Rote Fort von Delhi in Auftrag. Seiner Verschwendungssucht - er streckte wohl das gesamte Staatsvermögen in den Bau des Taj Mahal und der anderen aufwendigen Bauten - führte zu seiner Absetzung durch seinen Sohn Aurangzeb (1665-1706). Dieser entmachtete seinen Vater und hielt ihn im Roten Fort von Agra bis zu seinem Tod im Jahr 1666 gefangen. Aurangzeb vollzog dann schließlich auch den Umzug nach Delhi und beschied Agra damit unruhige und blutige Jahre. Die lokalen Fürstentümer kämpften miteinander um die Macht und Herrschaft über die Stadt. Im Jahre 1803 kamen die Briten nach Agra und bauten die Stadt zum Verwaltungszentrum für die Nordwestprovinzen aus.





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