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TAJ MAHAL

Über das Taj Mahal, wörtlich übersetzt bedeutet der Name "Krone des Ortes", wurde schon so viel geschrieben. Schließlich steht man hier vor dem bekanntesten Bauwerk Indiens, dem Ziel vieler Sehnsüchte. Wer hat nicht schon einmal Bilder vom Taj Mahal gesehen und sich gewünscht, es einmal im Leben zu sehen? Das weiße Mausoleum ist Inbegriff für indische Kultur und ziert die Wände zahlreicher indischer Restaurants in Deutschland. Was gibt es nicht alles für poetische Namen, die dieses Bauwerk beschreiben. "Märchenhaft", "Wie aus einem Traum", "Zu Stein gewordener Seufzer" oder "Denkmal unvergänglicher Liebe". Der Poet Rabindranath Tagore nannte es "die Träne eines Augenblicks". Einmal im Leben sollte man dieses Gebäude gesehen haben.

Unser Fazit schon mal vorab: Ein wunderschönes und beeindruckendes Bauwerk, welches man wirklich unbedingt gesehen haben sollte. Der Anblick dieses erhabenen Baus flößt wohl jedem Besucher beim ersten Anblick Ehrfurcht ein. Wir waren am Abend zum Sonnenuntergang dort und wollten eigentlich noch einmal am frühen Morgen zum Sonnaufgang hin. Dazu hatten wir dann aber spontan doch keine Lust mehr, am Morgen war es sehr neblig und so blieb es bei nur einem Besuch. Dafür sahen wir am Morgen das Red Fort, welches nicht weniger beeindruckte, und fuhren anschließend weiter nach Fatepur Sikri.

Das Taj Mahal und Teile des Gartens wurden einige Jahrzehnte lang restauriert, um dann endlich im Jahr 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen zu werden.


Geschichte

Der Großmogul Shah Jahan ("Herr der Welt", 1628-1658) ließ das wunderschöne Gebäude zum Gedenken an seine am 17. Juni 1631 im Alter von 38 Jahren verstorbene Lieblingsfrau Arjumand Banu Begum (Mumtaz Mahal, was soviel heißt wie: "die Erwählte des Palastes") erbauen, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Schon kurz nach ihrem Tod begann man mit dem Bau und 20.000 Arbeiter schufteten 12 oder 17 oder 22 Jahre lang daran, über die Daten streiten die Experten. Indien feierte im September 2004 in einer Feier offiziell der 350. Jahrestag der Vollendung des Taj Mahal.

Die Materialien für den Bau wurden damals auf Elefanten aus ganz Indien und Asien herangeschafft. Das Grabmal sollte alles bis dahin dagewesenes an Schönheit und Vollkommenheit übertreffen. Der verantwortliche Architekt war angeblich Usad Ahmad aus Lahore, aber auch da sind die Quellen sich leider nicht einig. Eine Legende besagt, dass ursprünglich noch ein gleiches Bauwerk aus schwarzem Marmor als Mausoleum für Shah Jahan selbst auf der anderen Seite des Flusses Yamuna geplant war. Es wurde aber nie gebaut, schon der Bau des Taj verschlang sämtliche Reichtümer des Herrschers und trieb das Reich in den Bankrott. Aurangzeb, der Sohn von Shah Jahan ließ aufgrund der enormen Ausgaben den Vater für verrückt erklären und des Throns entheben. Shah Jahan musste seine letzen acht Lebensjahre unter "Hausarrest" im Fort von Agra mit Blick auf sein geliebtes Bauwerk verbringen. Nach seinem Tod beerdigte Aurangzeb seinen Vater neben seiner so verehrten Frau in einer Gruft des Taj Mahal.

Die Anlage

Das 58 Meter hohe und 56 Meter breite Mausoleum steht auf einer 100 x 100 Meter großen Marmorplattform, die man nur ohne Schuhe betreten darf. Davor wurde ein 18 Hektar großer Garten angelegt, in dessen Zentrum sich ein längliches Wasserbecken befindet. Wahrscheinlich ist dieser Blick der meist fotografierte in ganz Indien. Der charakteristische Eindruck von Schwerelosigkeit und schwebender Leichtigkeit wird durch die Spiegelungen in den Wasserkanälen noch verstärkt.

Auf dem Satellitenbild von Google Maps ist die Anlage wunderbar zu erkennen. Da Mekka im Westen liegt, befindet sich auch eine in diese Himmelsrichtung ausgerichtete Moschee aus rotem Sandstein in der Anlage. Wie ein Spiegelbild liegt mit gleichem Grundriss im Osten genau gegenüber ein Gästehaus, es zeigt nicht gen Mekka und wurde aus rein ästhetischen Gründen errichtet. Beides wunderschöne Gebäude mit roten Sandsteinfassenden und marmornern Kuppeldächern. Sie korrespondieren auch harmonisch mit dem Haupteingangstor, durch das man die Gartenanlage betritt und das den ersten Blick auf das Taj Mahal freigibt.

Die Symmetrie wird fortgesetzt durch die vier 41 Meter hohen Minarette um das Hauptgebäude herum. Sie sind ganz leicht geneigt, damit sie im Falle eines Erdbebens vom Hauptgebäude weg stürzen, eins wurde bei unserem Besuch gerade gereinigt oder restauriert. Auch die 4 Seiten des Hauptgebäudes sind vollkommen identisch mit den gleichen Gittern und Verzierungen. Hier fanden Mumtaz Mahal und später auch ihr Gemahl Sha Jahan ihre gemeinsame Ruhestätte.

Der Marmor ist kunstvoll verarbeitet und auch heute noch ist die Technik der Marmorverarbeitung und der Einlegearbeiten in Agra weit verbreitet und wird vom Vater an den Sohn weitergegeben. Überall kann man Dosen, Untersetzer oder gar Tischplatten aus kunstvoll verziertem Marmor kaufen. 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden am Taj Mahal in den Marmor eingefügt. Die dominante Farbe ist das Weiß des Marmors, Halbedelsteine wie Achat für Pflanzenblätter und -stiele, sowie Lapislazuli oder Karneol für Blüten setzen farbige Akzente. Es waren Steinschneider aus Florenz, die maßgeblich an der Gestaltung der üppigen Fassade beteiligt waren und diese Kunst nach Indien brachten. Mann nennt die Technik, die in den Hofwerkstätten der Medici in Florenz Ende des 16. Jahrhunderts entwickelt wurde, Pietra-Dura. Italienische Kunsthandwerker bekamen dann auch Ende des 19.Jahrhunderts den Auftrag der britischen Krone, an der Restaurierung mitzuarbeiten.

Auch die Schriftbänder mit Suren aus dem Koran an den Portalen sind Pietra-Dura, die aus schwarzem Marmor bestehen. Im Inneren sind die Intarsien noch feiner, teilweise aus bis zu über 30 Einzelteilen für eine einzelne Blüte zusammengesetzt.

Unsere Erfahrungen beim Besuch des Taj Mahal gehen weiter auf den Seiten Am Mausoleum und Ohne Schuhe.



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