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FISH RIVER CANYON

Der Fish River, auf Deutsch auch Fischfluss, hat hier im südlichen Namibia ein Meisterwerk der Natur vollbracht. Auf einer Länge von 160 Kilometern, bis zu 27 Kilometer breit und bis zu 550 Meter Tiefe haben seine Wasser sich in die Felsen gegraben und so den größten Canyon Afrikas geschaffen. Er gilt nach dem Grand Canyon sogar als zweitgrößter Canyon der Erde. Geschützt ist die einmalige Natur durch einen Nationalpark, den 6.000 km² großen |Ai-|Ais/Richtersveld Transfrontier National Park. Er wurde im Jahr 2003 als so genannter Peace Park gegründet Auf der südafrikanischen Seite liegt der ehemalige Richtersveld National Park und auf der namibischen Seite wurden der |Ai-|Ais Hot Springs Game Park und der Fish River Canyon National Park in einer gemeinsamen Verwaltung unter neuem Namen organisiert.

Direkt neben dem Nationalpark wird die Natur auch noch in großen privaten Naturreservaten geschützt. Dies sind der Canyon Nature Park mit 45 km² und der Vogelstrausskluft mit 26 km². In beiden bilden verschiedene Lodges zusammen mit den staatlichen Unterkünften in |Ai-|Ais und Hoabib die einzige Möglichkeit, in Canyonnähe zu übernachten. Von der gleichnamigen Vogelstrausskluft Lodge werden sogar Fahrten hinunter in den Canyon und Helikopterflüge angeboten, sie liegt auf der anderen Flussseite gegenüber von Hobas am oberen Teil des Fish River Canyon.

Wie entstand der Canyon? Vor 350 Millionen. Jahren sank überall dort, wo es Rissen in der Erdkruste gab, die Oberfläche ein. So entstand ein 20 Kilometer breiter Graben, der noch heute zu erkennen ist. Dort flossen dann die Wasser vom Fischfluss und da es hier nur ein geringes Gefälles gab, zog er weite Schleifen durch die Landschaft. Vor 120 Millionen. Jahren brach dann der Urkontinent Gondwana auseinander. Die Ränder des afrikanischen Bruchstückes hoben sich langsam und die Flüsse fraßen sich von der Mündung her immer tiefer ins Erdreich. So bildete sich langsam aus dem ehemals flachen Mäander nach und nach das gewundene und tiefe Schluchtensystem, welches wir heute noch bestaunen können. Am eindrucksvollsten ist es sicherlich aus der Luft oder auf Satellitenaufnahmen zu erkennen. Aber es ist dennoch ein einmaliges Erlebnis, oben an der Kante zu stehen und unvermittelt in die Tiefe zu schauen, so wie es an den diversen Aussichtspunkten möglich ist. Am besten sind die Lichtverhältnisse am Mittag, wenn die Sonne senkrecht steht und alle Ecken gut ausleuchtet. Zum Sonnenuntergang ist es sicherlich sehr stimmungsvoll, aber zum fotografierenist das Licht auf Grund der langen und tiefen Schatten ab Nachmittag dann weniger geeignet.

In dieser rauen Wildnis rund um die Schlucht leben nur wenige große Säugetiere, doch mit etwas Glück kann man Klippspringer, Kudus, Steinböckchen, Hartmanns Bergzebras und Felsenhasen entdecken. Von der Hauptstraße aus sahen wir eine kleine Gruppe Klippspringer und das Wasserloch bei Hobas war am Nachmittag Anziehungspunkt für eine große Gruppe Zebras. Sonst achtet man eher auf die kleinen Bewohner, es gibt eine Vielfalt von Reptilien. Über 50 Arten wurden hier registriert. Auch Vögel gibt es, meist sind sie aber weit entfernt, weil sie tief unten an den Ufern leben. Diverse Raubvögel kann man am Himmel beobachten oder Wasservögel wie Kormorane, Schlangenhalsvogel und diverse Reiherarten. In den Grasebenen trifft man an und zu auf diverse Trappen, Namnaflughühner und Lerchen.



Wasserkraft

Der Fischfluss ist mit 650 Kilometern Länge der längste Fluss in Namibia. Er entspringt im östlichen Naukluftgebirge. Wir waren am 20. März in der Region unterwegs und der Fischfluss hatte noch ziemlich viel Wasser, das ist hier nur in sehr regenreichen Zeiten der Fall. Im Flussbett befinden sich aber auch in regenarmen Zeiten einzelne Tümpel, die wahrscheinlich von Grundwasser gespeist werden. Sie dienen den hier lebenden Tieren als einzige Wasserstellen.

Erst Anfang März, kurz vor unserer Ankunft, wurden wegen Hochwasser die Schleusen des Hardap-Dam bei Mariental geöffnet, wo man das Wasser des Flusses staut. Dreieinhalb Tage später kamen die Wassermassen dann im Fish River Canyon an. Dieses Schauspiel haben wir leider knapp verpasst. Allerdings wurde dadurch auch die Brücke weggerissen, welche im Süden die Mündung des Fish River in den Oranje überspannt. So war die Verbindung von Aussenkehr nach Rosh Pinah mal wieder unpassierbar, wir auch schon im Jahr 2009 für Monate.

Solche Flutwellen könnten auch Wanderern im Canyon gefährlich werden. Oktober bis April sind Monate mit erhöhter Regenwahrscheinlichkeit, dann fällt der Regen oft in örtlich begrenzten Wolkenbrüchen. Bei heftigen Regenfällen im Auffanggebiet eines Trockenflusses können sich Wellen bilden, die noch mehr als hundert Kilometer flussabwärts das trockene Flussbett innerhalb von Minuten in einen brodelnden Hexenkessel verwandeln, obwohl dort am Himmel keine Wolke zu sehen ist. Erlaubt sind Wanderungen und Camping am Fluss daher nur vom 15. April bis 15. September. Beliebt ist die 2-5 Tage dauernde Wanderung über 85 Kilometer entlang des Fish River Canyon, die 12 Kilometer von Hobas entfernt startet und in |Ai-|Ais endet.

Mit oder ohne Führer kann man durch die kaum berührte Wildnis im nördlichen Teil des Fischfluss Canyons auf schmalen Wild-Pfaden wandern. Geschlafen wird im Freien oder in kleinen Camps. Bei geführten Wanderungen tragen Gäste ihr Gepäck selbst, bei ungeführten auch ihr Essen. Teilnehmer müssen mindestens zu dritt und körperlich fit sein, ein ärztliches Attest (nicht älter als 40 Tage) ist dafür vorzulegen. Eine Schadensersatzfreistellung muss in Hobas unterschrieben werden, mit großer Hitze ist zu rechnen.




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Der Canyon


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