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WALVIS BAY

Den Ort Walvis Bay besuchten wir von Swakopmund aus. Die meisten Touristen kommen hierher, um eine Bootsfahrt auf der Lagune zu machen. Dabei kann man Pelikane, Robben und Delfine sehen. In der richtigen Saison auch mal Wale oder mit viel Glück die seltenen riesigen Mondfische.

Auf Deutsch heißt der Ort Walfischbucht und auf Afrikaans Walvisbaai. Die kleine Kreisstadt in der Region Erongo hat etwas über 52.000 Einwohner und hier befindet sich der bedeutendste Tiefseehafen Namibias, 30 Kilometer südlich von Swakopmund. Das schafft Arbeitsplätze und es gibt hier eine fischverarbeitende Industrie, eine Werft, einen modernen Hafen mit Terminal und einen internationalen Flughafen. Pro Jahr legen etwas 1.000 Schiffe im Hafen an - und vor der Küste sahen wir bereits einige Schiffe vor Anker liegen, die auf die Einfahrterlaubnis warten. Auch zwei Bohrinseln aus Angola, die hier repariert werden sollten, schwammen in der Lagune.

Die Einwohnerzahl schwankt, da es besonders viele Saisonarbeiter hierher zieht. Auch die Marine hat hier ein paar Schiffe stationiert. Walvis Bay ist ein Wirtschaftszentrum und Haupt-Versorgungsort der Region, in der Stadt wird eher wenig für den normalen Reisenden geboten. Eine reine Industriestadt, die am Reißbrett mit geometrisch angeordneten Straßen entworfen wurde. Es gibt bei weitem nicht so viele Unterkünfte und Restaurants wie im benachbarten Swakopmund, aber die Entwicklung ist positiv. Bekannt über die Stadtgrenzen hinaus ist das am Meer an der Esplanade gelegene Fischrestaurant "The Raft". Auch das alt eingesessene Café Probst mit deutscher Hausmannskost, Kaffee und Kuchen ist einen Besuch wert. Das bekannteste Bauwerk ist die Rheinische Missionskirche, die im Jahr 1879 in Hamburg als Fertigbau erstellt und dann hierher verschifft wurde.

Die Umgebung ist dafür um so spektakulärer und zieht vor allem gut ausgerüstete Sportler und Allradfreaks an. In den Dünen kann man Sandborden und Offroad fahren, besonders einzigartig ist das nahe, leider sterbende, Feuchtgebiet am Sandwich Harbour. Dort waren wir im Rahmen einer organisierten Tour unterwegs, mehr dazu auf einer eigenen Seite. Beliebt sind Fahrten mit Allradfahrzeugen zum Delta des Kuiseb Riviers, südlich der Lagune. Düne Nummer 7 am Stadtrand ist die höchste Sanddüne der Umgebung, hier kommen Sandboarder auf ihre Kosten. Die flache Bucht vor der Stadt eignet sich auch hervorragend als Revier für Hochgeschwindigkeitssegler und dank dem steten Wind kommen auch Windsurfer und Kitesurfer hierher. Allerdings nur im Neoporenanzug, denn der kalte Benguelastrom macht das Wasser an dieser Küste eher ungemütlich. Zum Baden ist es selbst im Sommer zu kalt.

Der Ort wurde einst von amerikanischen Walfängern entdeckt. Auch die Portugiesen nutzten die natürliche Lagune als idealen Ankerplatz , 1486 nannte sie Kapitän Diaz die "Bahia das Baleas", die Bucht der Wale. Mit beginnender Kolonialpolitik wurde der Ort dann britisch. Auch noch, als sich um ihn herum Deutsch-Südwest mit Swakopmund etablierte. Nach langen Verhandlungen gab Südafrika erst am 28. Februar 1994 die Hafenstadt an Namibia zurück.



Die Lagune

So öde die Stadt und ihre Umgebung wirkt, so lebhaft geht es in den Gewässern der weitläufigen Bucht zu, die der Stadt ihren Namen gab, der Walfischbucht. Dort tummeln sich Robben, Delfine, Pelikane, Flamingos und auch Wale. Besondere Attraktion in Walvis Bay ist die riesige natürliche Lagune mit ihrem Reichtum an Seevögeln, ein international bekanntes Vogelschutzgebiet. Hier befindet sich der bedeutendste Wattbereich im südlichen Afrika und mit über 5.000 Jahren die älteste Lagune in Namibia. In dieser Lagune finden Vögel Schutz und Nahrung inmitten der Wüste, mehr als 120.000 wurden gezählt.

Durch eine Landzunge vom offenen Meer geschützt, suchen die Vögel im flachen und nährstoffreichen Wasser nach Muscheln und kleinen Fischen. Jährlich kommen zahlreiche Zugvögel wie etwa 200.000 Seeschwalben, die auf ihrer Suche nach Nahrung bei ihren Zügen von und zu antarktischen Regionen in der Bucht rasten. Diverse Veranstalter bieten sicherlich sehr interessante Kajakfahrten auf der Lagune an, für Gäste die ein wenig mehr Zeit mitbringen als wir. Zum Überleben notwendig ist die Lagune auch für etwa 70% aller auf der Welt vorkommenden Rotband-Regenpfeifer (Charadrius pallidus). Über 80% aller Flamingos im südlichen Afrika ernähren sich aus diesem Gewässer, 40 % der rosa Flamingos des südlichen Afrikas sind hier fest beheimatet.

Walvis Bay ist ein Paradies für Ornithologen und Vogel-Fotografen. Wir sind am Ufer entlanggefahren und sahen viele Vögel, die meisten waren jedoch recht weit entfernt. Ein Fernglas und ein gutes Zoom sind für Vogelfreunde aber sowieso obligatorisch und der April war sicherlich nicht die allerbeste Zeit zur Vogelbeobachtung. Vielleicht waren wir auch zur falschen Tageszeit vor Ort. Echte Vogelkundler müssen nicht am gleichen Tag noch nach Swakopmund zurück, die übernachten sicherlich ein paar Tage vor Ort.

Südlich der Stadt befindet sich auch eine große Anlage zur Salzgewinnung in Afrika, große Flächen, die sich leuchtend weiß von der Sandwüste abheben. Es lohnt sich auf jeden Fall, von der Stadt über die Esplanade zum Pelican Point zu fahren. In den 3.500 Hektar großen Salinen von Salt Works werden jährlich 400.000 Tonnen hochwertiges Salz gewonnen. Schon von weite sieht man schneeweiße Berge Salz in den blauen Himmel ragen, die aber weniger für den Teller als die chemische Industrie bestimmt sind. Man kann die Anlage auch besichtigen, muss sich allerdings vorher anmelden.


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Walvis Bay


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