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OLIFANTS VALLEY

Eine sehr abgelegene Route in Richtung Grenzübergang nach Südafrika bei Mata Mata führt durch das Olifants Valley. Sie ist eigentlich eher wenig bekannt und wir hätten diesen Weg auch nicht gewählt, wenn wir nicht 2 Nächte auf der Farm Kiripotib zwischen Dordabis und Uhlenhorst verbracht hätten. Dort wurde uns von anderen Gästen diese Route als landschaftlich schöner geschildert.

Ein Blick auf die Karte zeigte, dass diese Strecke zwar Gravelroad ist, aber dennoch ein wenig kürzer als der meist asphaltierte Umweg über Mariental und die B1. Vor allem, da wir ja unterwegs nicht mehr einkaufen mussten, weil wir alles schon in Windhoek besogt hatten was wir für 5 Nächte Selbstversorgung im Kgalagadi Tranfrontier National Park brauchten.

Also brachen wir am Morgen dann zeitig auf und folgten zuerst der D 1448 weiter nach Osten, um dann in Richtung Süd-Südost auf der D 1318 und D 1033 durch das Olifants Valley den Grenzübergang nach Südafrika zu erreichen. Der erste Teil der Strecke hinter Kiripotib ist dabei ziemlich nervig, weil man alle paar Kilometer aussteigen muss, um ein Gatter zu öffnen und zu schließen, denn der Weg führt über viele kleinere Farmen und Weiden. Jedes Gatter hat eine andere Art von Sicherung und Verschluss, und das ständige Aussteigen drückt die Geschwindigkeit auf 20 km/h. Dann hatten wir es endlich geschafft und der Farmpad endete auf einer etwas größeren Straße, der D 1318, der wir nun in südlicher Richtung folgten.

Die Fahrt führt vorbei an zahlreichen Zäunen, denn hier ist alles Farmland. Ständiger Begleiter ist der meist trockene Fluss. Parallel dazu liegen das Tal des Nossob im Osten und weiter südlich beginnt im Westen das Auob-Tal. Wir folgten dem grünen Tal des Olifants River bis wir an die C 20 kamen. Hier fehlte jedes Hinweisschild, wo es weiter geht. Eigentlich hätten wir laut Karte einfach geradeaus fahren müssen, es gab dort aber keine Straße.

Instinktiv bogen wir nach rechts in Richtung Stampriet ab und fanden die gesuchte Abzeigung nach Süden dann wenige hundert Meter weiter. Wieder ging es durch das Flusstal und die Straße nennt sich hier D 1033. Auf diesem Streckenabschnitt hatten wir viel Glück und sahen einige Tiere am Straßenrand, allerdings gibt es hier schon lange keine Elefanten mehr, wie der Name Valley of the Olifants vermuten lässt.



Zuerst sahen wir mitten auf dem Pad eine dicke Schildkröte, die gerade von einer Seite zur anderen wollte. Sie blicke mich misstrauisch an, als ich ausstieg um sie zu fotografieren. Erstaunlich, wie schnell diese Tiere auf ihren dicken, kurzen Beinen unterwegs sind.

Dann hatten wir sehr großes Glück, denn im Straßengraben verschwand gerade eine große Kapkobra, sicherlich eine Begegnung der selteneren Art. Ich konnte sie noch fotografieren, bevor sie im dichten Gebüsch verschwand, mit Schlange haben wir eben immer viel Glück.

Irgendwann überquerten wir die C 18, die vom geschlossenen Grenzübergang Unions End im Osten weiter nach Gochas führt, und sahen ein wenig später zwei Geier auf einem Baum sitzen. Ab und zu überquerte eine aufgeregte Gruppe Perlhühner die Straße. Beeindruckend waren hier auch die riesigen Gemeinschaftsnester der Webervögel am Wegrand.

Michael musste einmal anhalten, weil sich durch Schlamperei und das Wellblech das Hauptkabel vom Pluspol der Batterie gelockert hatte. Die Einspritzpumpe des Dieselmotors quittierte bei zeitweiligen Stromausfall der Steuerelektronik für Sekundenbruchteile ihren Dienst und der Motor antwortete mit leichten Ruckeln. Was tun ohne Werkzeug? In unserem Notfallbeutel fanden sich Feinmechaniker-Schraubendreher für Kamera und Brille, ein Klappmesser, Sekundenkleber und - Heureka - zwei Meter Paket-Kordel. Also den Bindfaden passend um die Batterie geschlungen, das hielt als Notreperatur die Polklemme an ihrem Sitz fest. Am Abend ließen wir es in Mata Mata mit dem passenden Werkzeug fest anziehen.

Die Landschaft veränderte sich nun und es kamen immer mehr rote Sanddünen in Sicht, die sich rechts und links parallel zur Streckenführung kilometerlang hinzogen. Fast parallel, den ab und zu waren die Dünen dann doch zu queren, was schöne Felswände und einige Kurven mit sich Bracht. Größtenteils waren die Dünen um diese Jahreszeit mit Gras und Grün bewachsen, aber dennoch recht eindrucksvoll.

Die Straße endet dann an einer T-Kreuzung bei Twee Rivier auf der C 15, hier geht es dann nach links direkt zur Grenze nach Mata Mata führt. Kurz vor der Grenze gibt es hier noch ein paar Campingplätze und Unterkünfte auf Gästefarmen, wo man mit viel Glück und in der Nebensaison auch ohne Reservierung übernachten könnte, wenn man es nicht mehr rechtzeitig bis zum Grenzübergang geschafft hat. Wir aber erreichten nach knapp 400 Kilometern und fast 6 Stunden Fahrt pünktlich unser Tagesziel: den Kgalagadi Transfrontier National Park im Dreiländereck von Südafrika, Botswana und Namibia.

Die Strecke ist nicht schwierig zu fahren, aber an einigen Stellen muss man etwas suchen und nach dem Sonnenstand fahren. Nicht alle Kreuzungen und Abzweigungen sind beschildert oder korrekt in der Karte verzeichnet.




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