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HOBA METEORIT

Nachdem wir, vom Etosha Nationalpark kommen, den Lake Otjikoto und die Bergbaustadt Tsumeb besucht hatten, folgten wir der C42 in Richtung Grootfontein. Der Name ist Afrikaans und bedeutet so viel wie "Grosse Quelle". 1885 siedelten sich hier 40 Burenfamilien aus dem Nordwesten Südafrikas an und nur 10 Jahre später begann der Bergbau in der Otavi Region. Grootfontein ist ein kleiner Ort mit ca. 10.000 Einwohnern und mit viel Grün am Straßenrand. Leider blühten im April die zahlreichen Jacarandabäume nicht, das muss im Oktober/November ein schöner Anblick sein. Kurz vor Erreichen des Ortes, von Norden kommend, zweigt rechts die D2859 ab. Von hier aus fährt man noch ca. 21 Kilometer auf einer Sandpiste, die auch mit einem normalen Auto gut befahrbar ist. Die Straße führt vorbei an landwirtschaftlichen Betrieben und endet an der größten Sehenswürdigkeit der Region, die auch wir nicht verpassen wollten.

Manchmal scherzt man ja, es würde einem der Himmel auf den Kopf fallen. Das ist genau hier auf der Farm Hoba passiert, denn ein riesiger Meteorit stürzte hier vor zirka 80.000 Jahren auf die Erde. Dieser Impakt löste damals wahrscheinlich eine Naturkatastrophe aus.

Gefunden wurde er erst im Jahr 1920. Es gab keinen Krater, der auf einen solchen Brocken schließen ließ und er wurde nur zufällig entdeckt. Der Eigentümer der Farm, Jacobus Hermanus Brits, fand 1920 bei der Pirsch einen ungewöhnlichen Stein, der sehr viel anders aussah als alle anderen Steine der Umgebung. Er wollte ihn ausgraben und mitnehmen, aber er war viel zu groß. Als er ein kleines Stück mit dem Meißel davon abgeschlagen und es mit in die Stadt genommen hatte, stellte sich heraus, dass es ein Meteorit war. Der Fund war eine Sensation. Der damals veröffentlichter Bericht ist heute im Grootfontein Museum ausgestellt. Eine Untersuchung des amerikanischen Smithsonian Institute ergab fast identische Werte, welche im Jahr 1929 die Otavo Minen- und Eisenbahngesellschaft ermittelt hatte.

Der nach der Farm benannte Hoba Meteorit ist der bislang größte auf der Erde gefundene Meteorit. Am 15. März 1955 wurde er mit Genehmigung der damaligen Farmbesitzerin Olga Scheel zum nationalen Denkmal erklärt. Später hat ihr Nachfolger J. Engelbrecht das Gebiet um den Meteoriten herum dem Staat geschenkt. Seit 1955 steht er unter Naturschutz, nachdem er fast verschrottet worden wäre. Der südafrikanische Stahlkocher ISCOR bot bis zu einer Viertelmillion Pfund Sterling für die Verarbeitung des Eisenbrockens - zur damaligen Zeit über 1 Million Deutsche Mark.

Heute gibt es hier ein Mini-Besucherzentrum mit nett gestaltetem Garten. Ein kleiner Shop bietet kalte Getränke und Souvenirs an sowie eine Beschreibung (1 N$) über den Meteoriten in mehreren Sprachen. Hier zahlt man auch den Eintritt und findet Toiletten und einen kleinen Grillplatz.

Bei unserer Ankunft stand ein Bus auf dem kleinen Parkplatz und vor den Toiletten hatte sich eine Schlange bebildet. Eine deutsche Reisegruppe sammelte sich am Eingang. Es gab die üblichen Scherzbolde, die lautstark die Gruppe unterhielten, ein Grund für uns, erst einmal eine Erfrischung zu kaufen uns sich an einem kleinen Tisch auf der Terrasse vor dem Shop in den Schatten zu setzten. Dort hat man einen netten Blick auf ein üppig blühendes Blumenbeet, das bei Ruhe zahlreiche Vögel anzieht. Dort warteten wir, bis sich die ersten der Gruppe vom Meteoriten aus wieder auf den Rückweg zum Bus machte, dann zahlten wir den Einritt und folgten dem Weg bis zur eigentlichen Attraktion.



Eisenbrocken

Der Hoba Meteorit stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, und solange sich so ein Brocken noch im Weltraum befindet nennt man ihn auch Asteroid. Zum Meteor wird er beim Eintritt in die Erdatmosphäre, er erschein als heller Lichtstreifen am Himmel. Die Größe von Meteoren reicht von riesigen Felsblöcken bis hin zu winzigen Teilchen. Die meisten verglühen vollständig, sobald sie in der Erdatmosphäre eintreten, wir sehen die dann als "Sternschnuppen" am Nachthimmel. Der Name kommt von dem griechischen Wort "meteoros" und bedeutet "in der Luft schwebend". Etwa 20.000 größere Meteore im Jahr verglühen aber nicht vollständig, sie fallen auf die Erde. Dann werden sie zu Meteoriten, denn man bezeichnet als Meteorit nur den Stein, den man auf der Erde findet.

Der Hoba Meteorit liegt heute in der Mitte eines kleinen Amphitheaters, man hat die umgebende Erde weggeschaufelt und Steinstufen errichtet. Auf dem Weg dorthin warnt ein Schild vor herab fallenden Meteoriten, auch auf Deutsch. Der Brocken ist ca. 3 mal 3 Meter groß und 1 Meter hoch und wiegt knapp 60 Tonnen. Er umfasst ein Volumen von 9 Kubikmetern und besteht zu zirka 82,3 % aus Eisen, zu zirka 16,4 % aus Nickel und zu zirka 1 % aus Cobalt. Darüber hinaus enthält er eine geringe Menge von Spurenelementen wie Kohlenstoff, Iridium, Kupfer, Schwefel, Chrom und Zink. Die größten und schwersten Meteoriten gehören alle zum Typ der Eisenmeteoriten und dies hier ist ihr König.

Eisenmeteorite sind stabiler als Steineisen- oder Steinmeteorite, die meist bereits beim Eintritt in die Atmosphäre zerbrechen und dann als Meteoritenschauer niedergehen. Meteoriten mit Nickelgehalten von über 15 % werden als Ataxite bezeichnet. Wenn ein solcher Meteorit poliert und seine Oberfläche mit Salpetersäure geätzt wird, zeigt er keinerlei Strukturen - wie in diesem Fall. Somit gehört der Hoba Meteorit zu den seltensten Meteoriten der Welt und bisher wurde noch kein einziger Einschlag eines Ataxiten beobachtet.

Im Laufe Jahre ist der Hoba-Meteorit ein wenig kleiner geworden. Wissenschaftler und Besucher immer wieder mal zu Untersuchungszwecke an den Kanten ein kleines Stückchen Gestein abgebrochen oder abgesägt. Die blank polierten Bruchkanten sind besonders fotogen und rosten kaum. Die Mischung ist fast perfekter Edelstahl.

Die letzten der deutschen Besuchergruppe waren mittlerweile nach einem Gruppenfoto schnell wieder verschwunden, die hatten bestimmt noch ein straffes Tagesprogramm. So waren wir erst einmal alleine auf dem Gelände, erst bei unserer Abfahrt kamen noch andere Besucher.

Auch durch Berührung des Brockens fühlt man sich den unendlichen Weiten des Weltraums leider kein Stück näher. Immerhin verändert sich die Stimme, wenn man auf dem Meteoriten steht. Das liegt an dem Echo von dem harten Stahlklotz, der nicht wie die umliegende Landschaft den Schall dämpft, sondern direkt reflektiert.



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Hoba und Besucherzenrum


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