Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2005

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WINDFARM

Auf dem Weg vom Tongariro National Park und auf der Flucht vor Regen und grauen Wolken fuhren wir mit unserem Camper in Richtung Süden, um am Abend in der Weinregion um Martinborough zu übernachten. Ab Waiouru, einem Armmee-Ort mit Army Memorial Museum und einem riesigen Truppenübungsgelände daneben, fuhren wir auf dem State Highway 1 in Richtung Palmerston North. Die Region heißt Rangitikei. Der größte Ort auf dem Zentralplateau heißt Taihape und trägt den hübschen Beinamen "Gummistiefelhauptstadt Neuseelands". Jedes Jahr wird hier ein Festival abgehalten, bei dem "Gumboot Throwing" ein besonderer Höhepunkt ist. Mit diesem Gummistiefel-Weitwurf ehrt man auf Kiwi-Weise die unentbehrliche Fußbekleidung der Landbevölkerung. 20 Kilometer weiter liegt Mangaweka, eine beliebte Wochenend- und Urlaubsregion. Ab und zu läuft hier auch schon mal eine Kuhherde über die Straße, wie unten auf dem Foto zu sehen.

Im kleinen Ort Ashhurst angekommen war gerade Schulschluss und wir beschlossen uns ein wenig die Beine zu vertreten und im örtlichen Kaffee eine Tasse Kaffee zu trinken. Als wir bestellt hatten, trug der Besitzer von außen die Schilder herein. Wir hatten nicht mit Öffnungszeiten von 10:00-14:00 Uhr gerechnet. Das Café war gemütlich eingerichtet, mit einem Aquarium, durch das hindurch man hinüber in den örtlichen Friseursalon gucken konnte. Der hatte aber auch schon zu. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging die Fahrt weiter in Richtung Woodville.

Außerhalb vom Ort wies ein Schild auf die nahe Windfarm hin, einige der Turbinen konnten wir schon auf den nahen Hügeln erkennen. Wir hatten ja Zeit und entschlossen und für einen kleinen Umweg auf der Nebenstrecke, um uns die neuste und modernste Windfarm von Neuseeland mal aus der Nähe anzuschauen. Te Apiti, so der Name der Windfarm, wurde offiziell am 9. Dezember 2004 von Premierministerin Helen Clark eröffnet. Die Entwicklungsarbeit und die Aufstellphase haben erst im November 2003 begonnen, mit dem Bau von 21 Kilometern Straße und den Turbinensockeln. Leider war der Himmel bei unserem Besuch noch grau und die Sicht ein wenig trüb. Bei Sonnenschein wirkt die Anlage mit Sicherheit noch imposanter.



Te Apiti

In Tagen mit horrenden Kraftstoffpreisen und der steigendem Energieverbrauch nutzen immer mehr Länder ihre natürlichen Ressourcen und suchen neue Quellen für Energie. Bis zum Jahr 2020 sollen 12% der Energie der Welt aus Wind gewonnen werden. Auch in Neuseeland wird nun auch wie bei uns Energie aus Wind gewonnen und es gibt schon einige größere Windfarmen. Die größte Windfarm in der südlichen Hemisphäre ist sehr eindrucksvoll und wir kamen auf unserer Fahrt in den Süden daran vorbei. Da lohnte sich der kleine Abstecher auf der kurvigen, engen Saddle Road nahe Woodville. Hier gibt es einen natürliche Durchbruch durch das Tararua Gebirge nördlich von Palmerston, und in dieser Gasse für den Westwind stehen die Turbinen überall verstreut auf den Höhenzügen. Insgesamt sind es 55 Windräder alleine auf der Nordseite des Passes, jedes 70 Meter hoch und man sollte an eines mal heranfahren und sich drunterstellen um zu erleben wie phänomenal sie sind.

Die dreifachen Blätter auf diesen Riesen sind alleine 35 Meter lang und sie geben bei Bewegung nur leise surrende Töne von sich. Jede dieser Turbinen kann 1,65 Megawatt Energie produzieren, genug um den Bedarf von bis zu 900 durchschnittlichen Haushalten zu decken. Jedes Windrad kann sich bis zu 17 mal, natürlich von der Windgeschwindigkeit abhängig, in einer Minute drehen. Die Gesamtkapazität der Anlage von 90 MW erzeugt jetzt genügend saubere Elektrizität, um die jährlichen Bedürfnisse von ungefähr 45.000 durchschnittlichen Kiwi-Haushalten zu befriedigen. Die Windkraftanlagen von Te Apiti waren 2004 die größte Windfarm in der südlichen Hemisphäre und sie weisen eine Kapazitätsauslastung von rund 50% aus. Und auf der Südseite des Passes stehen in der Windfarm von Tararua nochmal mehr als doppelt so viele Windräder, allerdings mit geringerer Kapazität.

Alles hier wird elektronisch durch Computer gesteuert, die Leistung und Stromzustände überwachen. Zieht ein Sturm auf, werden die Turbinen automatisch angehalten. Der Betreiber Meridian Energy ist ein großes und angesehenes staatliches Stromversorgungsunternehmen, das sowohl in Neuseeland als auch in Australien tätig ist.

Zwischen den technischen Riesen grasen Schafe auf Weideland, die kurvige Straße führt fast automatisch zu einem Aussichtspunkt. Der Parkplatz von Te Apiti, fast mittig zwischen Woodville und Ashhurst gelegen, ist zwischen 8:30 Uhr und 17:00 Uhr jeden Tag geöffnet. Hier kommt man nahe an eines der Monster heran und auf Schautafeln wird Technik und Nutzen erklärt. Gelegentlich kann der Parkplatz auch wegen Wartungsarbeiten geschlossen sein. Mehr zum Thema Windenergie in Neuseeland findet Ihr auf www.windenergy.org.nz.


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