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CHOO TJOE TRAIN

Einer der beliebtesten Tagesausflüge im Bereich der Gardenroute ist eine laute und russige Fahrt mit dem Outeniqua Choo-Tjoe Train, einer historischen Dampfeisenbahn, die täglich außer Sonntags mehrmals zwischen George und Knysna verkehrt. Es ist die einzige Dampfeisenbahn weltweit, die täglich fährt. Oft wird auch falsch Choo Choo geschrieben, da hat dann wohl jemand an Glenn Miller gedacht. Der Schmalspurzug ist nach den Geräuschen der Dampflok und den hinter der Küste liegenden Outeniqua-Bergen benannt.

Nachtrag 2011: Leider ist diese Seite schon wieder Geschichte. 2006 zerstörten heftige Regenfälle und Erdrutsche wichtige Teilstrecken zwischen George und Knysna, deren Instandsetzung zu teuer waren. Dieses Teilstück wurde früh außer Betrieb genommen. Der Betreiber Transnet konnte bislang keinen neuen Käufer finden, auch die Wartungsstation wurde geschlossen. Der Outeniqua Choo Tjoe Train fährt seit dem 17. September 2010 leider offiziell nicht mehr.

Die 1928 eröffnete Strecke führt in schwierigen Kehren mit Tunnels und Brücke durch eine wunderschöne Landschaft mit atemberaubenden Ausblicken auf die Berge, über breite Flussauen mit kristallklarem Wasser und Lagunen, vorbei an endlosen Sandstränden und oft mit Blick auf das Meer. Von George kommend hält man in Victoria Bay, Wilderness, Sedgefield und Goukamma, bevor man Knysna erreicht.

Bei einer solchen Art von Tagesausflug scheinen Menschen, die mit organisierten Touren reisen, ausnahmsweise mal im Vorteil: Sie steigen ein, fahren bis zum Zielort und werden dort bequem vom Bus wieder abgeholt und zurückgefahren. Für die 2,5 Stunden Fahrt hat man dann aber nur ca. 70 Kilometer zurückgelegt.

Individualreisende haben es da schon schwerer, denn wenn der Leihwagen in George stehen bleibt, muss man ja auch wieder nach dorthin zurück. Für 5 Stunden Fahrzeit plus Aufenthalt muss man also fast einen ganzen Tag einplanen. Wir haben darauf verzichtet und uns den Zug lieber in voller Fahrt angesehen, später jedoch erfahren, dass es wohl auch einen Shuttlebus-Service gibt.

Zeitpunkte (Es war einmal...)

Um Aufnahmen vom Zug zu bekommen, muss man den Fahrplan und die Fahrzeiten ganz genau kennen. In Prospekten und bei Werbung wird er meist auf den spektakulätren Brückenüberquerungen bei Knysna oder bei Wilderness gezeigt. Manschmal fährt der Zug sogar in Doppeltraktion.

In Wilderness ist es am einfachsten, ihn beim Überqueren der Bogenbrücke am Kaaimans River vom Aussichtspunkt Dolphins Point oben an der N 2 aus zu fotografieren. Morgends ist er etwa um 10 Uhr dort. Leider hatten wir hier schlechtes Wetter. Also haben wir in Knysna am Bahnhof fotografiert und den Zug auch unterwegs ein paarmal überholt und dabei gefilmt. Nur an wenigen Stellen kann man parallel fahren, meist verschwindet er dann wieder im Gebirge. Dort windet sich die Strecke in schmalspur-typischer Manier in einigen Kehren um die Berge herum, einige Tunnel gibt es natürlich auch.

Im Sommer verkehren 2 Züge täglich, ab George um 9:30 und um 14:00 Uhr. In den Wintermonaten fährt nur ein Passagierzug. So kann man nur im Sommer hin- und zurückfahren, dann hängen auch ausschließlich Passagierwagen hinten dran. Im Winter werden auch Güter in historischen, offenen Waggons auf diese Art transportiert. Güterwagons werden im Sommer mit Extrafahrten bewegt.

George

Einer der Endpunkte der Strecke war neben Knysna das Städtchen George. Diese größte Stadt der Gardenroute, auch Hauptstadt der Gardenroute genannt, liegt am Fuß der Outeniqua-Berge, die bis zu 1.590 m hoch sind.

Der Montagu- und Outenique-Pass, der im 2. Weltkrieg von italienischen Kriegsgefangenen gebaut wurde, verbindet George mit dem Landesinneren und viele Touristen nutzen heute die Strecke, um Tagesausflüge von der Garden Route zu den Straußen anch Oudtshoorn zu unternehmen.

Forstwirtschaft ist vorherrschend in dieser Gegend, auch Hopfen wird auf den Land rundum angebaut. Die gutbewässerten Täler der Outeniquaberge decken ungefähr die Hälfte des südafrikanischen Trinkwasserbedarfs. Ich habe leider keine Fotos von George zu bieten, das es dort bei unserem Besuch wie aus Kübeln geschüttet hat und die Straßen bordsteinhoch überschwemmt waren. So sind wir nur einmal kurz durchgefahren.

Die Stadt selbst ist eine Verwaltungsmetropole mit breiten Straßen, Shopping Malls und neue Einkaufszentren prägen das heutige Stadtbild. Es ist nicht schwer, sich hier zurechtzufinden, da die Straßen alle im Schachbrett angelegt sind. Sehenswürdigkeiten sind die alte Bücherei in der York Street und die St. Marks Cathedral, die kleinste Kathedrale Südfrikas. Das Eisenbahnmuseum, das Outeniqua Railway Museum, liegt direkt neben dem Bahnhof. Von der N 2 aus abzweigend kommt man direkt daran vorbei.

Es war einmal...

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