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OPERATION NASHORN

Jedes Jahr, ca. Mitte Juni, warten Tierparks in aller Welt auf die Tierversteigerung im Hluhluwe-iMfolozi -Park in Südafrika. Gefangen werden die Tiere im Mai/ Juni und wer zu dieser Zeit den Park besucht, der hat Glück. Denn er kann im Game Capture Center die gefangenden Tiere besuchen und bekommt eine Menge zum Thema vermittelt.

Verkauft werden nur die Arten, deren Bestand so groß ist, dass sie inzwischen das Gleichgewicht im Park bedrohen. Überzählige Antilopen, Giraffen und vor allem Breitmaulnashörner werden von den Rangern und Tierärzten in spektakulären Aktioneb mit Helikoptern und Jeeps eingefangen bevor sie von ihrem Käufer in die neue Heimat verfrachtet werden.

Die überschaubare Größe des Parks ist aber nur einer der Gründe für die Auktion, denn auch Wilderer fangen und töten noch Tiere trotz strenger Kontrollen. Armut und Kinderreichtum sind Alltag hinter dem 200 Kilometer langen Zaun rund um den Park. Vom Töten eines Nashorns und dem Erlös eines Horns kann eine Familie durchaus mehrer Jahre überleben.

Durch eine jährliche Inventur soll für die restlichen Tiere genügend Raum zum Leben geschaffen werden. Gleichzeitig wird so verhindert, dass der Fortbestand einger Arten von der alleingen Existenz in einem einzigen Park abhängig ist.

Die Auktion bringt nicht nur schönes Geld in die Kasse des Parks und hilft den teuren Naturschutz hier zu erhalten. Die Preisspanne reicht umgerechnet von ca. 50 Euro für eine Antilope bis hin zu über 30.000 Euro für ein Nashorn - Preis ab Hof, zuzüglich Transport zum Zielort. 400 Menschen, die im Park arbeiten, werden von diesem Geld bezahlt, knapp 2.000 weitere Menschen in der Umgebung leben vom Park.

Der Bedarf anderer Nationalparks, privater Game Reserves und Tierparks weltweit soll so auf einem legalen und kontrollierten Weg befriedigt werden. So wird auf effiziente Weise der Wilderei die ökonomische Basis entzogen. Alle Breitmaulnashörner in Zoos und Parks weltweit stammen aus diesem kleinen Gebiet und um frisches Blut in die Nachzuchten zu bekommen wird ab und zu ein wildes Rhino dazugekauft.

Boma

Wer Glück hat und so wie wir zur richtigen Jahreszeit vor Ort ist, der kann eine kleine Führung im so genannten Boma mitmachen, einem riesigen Gehegekomplex. Das so genannte Centenary Centre liegt im iMfolozi -Teil des Parks nahe dem Nyalazi Gate, es ist gut ausgeschildert und auf Alphalt zu erreichen.

Nachdem man am Eingang 10 Rand Eintritt gezahlt hat, begleitet ein Ranger oder in unserem Fall eine Rangerin die Gäste zu den Käfigen und Gehegen, die Mitte Mai schon gut gefüllt waren.

Hier warten die gefangenen Tiere auf die Auktion. Näher ran darf man nur an die Nashörner, denn hier befinden sich zwischen Mensch und Tier extrem dicke Eisenstangen. Sobald man sich nähert, kommen die extrem neugierigen und kurzsichtigen Tiere nach vorns ans Gitter um zu schauen wer dort steht.

Andere gefangene Tiere wie Giraffen, Gnus und Antilopen bekommt man nicht zu sehen, die sollen so wenig Kontakt mit Menschen haben wie nötig. Tierärzte kümmern sich um die Umsiedler und mit Radiobeschallung werden die Tiere allmählich an die Geräusche einer Menschenmenge gewöhnt. Vier bis sechs Wochen brauchen die Tiere, um sich von der Fangaktion zu erholen und bei der Nähe von Menschen nicht spontan flüchten zu wollen. Saubere Gehege, frisches Wasser und abwechslungsreiche Ernährung sorgen für ihr Wohlbefinden.

Museum

Auch wenn gerade keine Fangzeit ist, ein Besuch hier lohnt auf jeden Fall. Wenn man nichts kaufen möchte kann man den kleinen Vulamehlo Curio Stall mit den Souvenirs leicht umgehen, in einer Gruppe ist das wohl kaum möglich...

Dann erreicht man einen grünen Innenhof mit einem kleinen Imbiss, Toiletten, Tischen und Stühlen im Schatten. Bei den 10 Rand Eintritt für die Besichtigung des Boma ist der Besuch in dem kleinen und liebevoll ausgestatteten Museum schon enthalten - oder auch umgekehrt. Hier ist hervorragend die Geschichte des Parks mit den Tierfangaktionen dokumentiert, der Besuch lohnt sich.

In den kühlen Räumen mit Reetdach und Sitzgelegenheiten findet man viele historische Fotos, Schädel und Knochen von Nashörnern und eine Menge Information auf sehenswerten Schautafeln. Die Zeitspanne reicht zurück bis zu den Jagden der Zulukönige, über die Zeit der Großwildjäger, die Parkgründung und die Zeit der Nashornrettung bis heute.

Verschiedene Waffen und Geräte werden ausgestellt, die Wirkung der unterschiedlichen Narkosemittel beschrieben und das Fangen verschiedener Tierarten in kleinen Dioramen wie unten zu sehen anschaulich gezeigt. So erfährt man viele Dinge, die auch in den exclusiven BBC-Reportagen unerwähnt bleiben.

Im Jahr 1962 wurden die Nahörner zum Beispiel noch mit vom Pferd aus mit einem Lasso eingefangen, eine gefährliche Arbeit, die viel Mut erforderte.

Tierärzte, Fänger und Ranger der letzten Jahrzehnte sind hier bei der Arbeit zu sehen. Heute betäbt man die Tiere vom Helikopter aus, die Fänger müssen am Boden das Tier erreichen bevor die leichte Narkose nachläßt. Dann wird auf LKWs verladen und die wertvolle und empfindliche Fracht wird zum Boma gebracht.

Nachdem sich der Bestand der Nashörnder von einigen Dutzend Tieren zu Beginn des 20.Jahrhunderst wieder auf einige Tausend erholt hatte begann 1961 die "Operation Nashorn": Die erneute Aussiedlung der Nashörner in ihren angestammten Lebensräumen in anderen geschützten Naturparks. Das erste neu gefangene Rhino wurde im Mkuzi Game Reserve angesiedelt. Leider verstarb das Tier. Nach weiteren Misserfolgen entwickelte man bessere Fangtechniken und seitdem wurden über 4.598 Tiere (stand Jahr 2000) in anderen Reservaten des südlichen Afrika angesiedelt oder in Länder nach Übersee gebracht. 10 Breitmaulnashörner aus Hulhuluwe-iMfolozi leben seit September 1994 sogar in Kenia. Weltweit ist der Bestand bei deutlich über 10.000 Tieren angelangt.

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Boma


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