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BIG HOLE

Die Geschichte der Stadt Kimberley begann im Jahre 1867, als die ersten Diamanten in Südafrika gefunden wurden Überliefert ist, dass ein Junge namens Erasmus Jacobs im Jahr 1866 beim Spielen am Ufer des Oranje einen schönen, glitzernden Stein entdeckte. Er gab ihn seiner kleinen Schwester zum Spielen. Drei Jahre später fand ein Mann mit dem heute weltbekannten Namen de Beers auf der Farm Zandfontein noch einige solcher Steine. Weitere Diamanten wurden nahe des Oranje und später auch auf einem Hügel im heutigen Zentrum entdeckt.

Als der Fund bekannt wurde setzte schlagartig ein grösserer Diamantenrausch ein, schnell strömten mehr als 30.000 Glücksritter in die Region und eine Stadt namens New Rush entstand. Die de Beer Brüder Johannes Nicolaas and Diederik Arnoldus konnten ihre bisher wenig ertragreiche Farm für 6.300 englische Pfund verkaufen, sie wurden nicht reich durch den Diamantenboom.

Drei Jahre später, im Jahre 1869, fand man dann den ersten Diamanten im Muttergestein Kimberlit, bisher wurde nur an der Oberfläche gesammelt. Überall in der Region wurde jetzt nach Diamanten gegraben. Am ergiebigsten waren die Funde auf der Colesberg Koppie, dem Standort der späteren Kimberley Mine und dem heutigen Big Hole. Der Erdhügel, der die ersten Funde enthalten hatte, war ziemlich schnell abgetragen worden und bald mussten tiefe Schächte ins Erdreich getrieben werden, um an die begehrten Glitzersteine zu gelangen.

Aber mit zunehmender Tiefe der Schächte wurde der Tagebau schwieriger, teurer und gefährlicher und eine internationale Finanzkrise führte 1873 schließlich zu einem Preisverfall bei Diamanten. Ein Mann namens Cecil John Rhodes, der bislang vorwiegend mit Diamanten gehandelt hatte, kaufte mit seinem Partner Charles Rudd zuerst die nun weniger ertragreichen Minen nach und nach auf und erwarb als Krönung seiner Laufbahn auch noch die Minen seines Gegenspielers Barney Barnato. Rhodes gründete die Firma "De Beers Consolidated Diamond Mines", benannt nach den ursprünglichen Eigentümern der Farm, auf der die ersten Diamantenfelder lagen.

Der Abbau der Diamanten wurde lange im Untertagebau fortgesetzt, so entstand nach und nach im Laufe der Jahre dieses gigantische, von Menschenhand geschaffene Loch: das berühmte Big Hole. 1877 wurde New Rush dann umbenannt, nach dem britischen Kolonialminister, dem Earl of Kimberley.


Schöne Aussicht

Das Big Hole liegt heute im Zentrum der Stadt Kimberley, aber auch wenn hier schon längst nicht mehr nach Diamanten gebuddelt wird, so zieht das Loch immer noch viele Besucher in seinen Bann. Auch Schulklassen kommen gerne hierher.

Um die ehemalige Mine herum ist ein sehr schönes Museum entstanden, in der schattigen Halle kann man Souvenirs kaufen, etwas essen und die Eintrittskarten erwerben. Kostenlos ist der Besuch des Kimberley Mining Village direkt neben dem Haupteingang, in dem man originalgetreu nachgebaute Häuser aus der Diamantenzeit besichtigen kann. Bilder dazu auf der ersten Seite zum Thema Kimberley.

Neben einigen alten Gerätschaften und Häusern erreicht man zuerst die moderne Aussichtsplattform hoch über dem mit türkis Schimmernden Grundwasser gefüllten Loch. Der Wasserspiegel liegt 175 m unter dem Erdniveau. Die Aussicht vorn hier oben ist überwältigend, das Loch ist 215 Meter tief und hat einen Umfang von 1,6 Kilometern. Aus diesem Big Hole wurden insgesamt 2.722 Kilogramm Diamanten gefördert, die dafür ausgehobene Erdmasse betrug zwischen 1871 bis 1914 insgesamt 22,5 Millionen Tonnen.

Die Plattform ist 30 mal 30 Meter groß, genau die Abmessungen für einen Claim im Bergbau des 19. Jahrhunderts. Sie ermöglicht dem Besucher einen vertikalen Blick hinunter in das Loch, da sie wie eine halbe Hängebrücke über den Rand hinaus ragt. Doch obwohl man 90 Meter gehen kann, steht man am Ende immer noch nicht mittig über der Grube mit dem See, sondern nur über der steilen Böschung.

Am 14. August 1914 wurden die Arbeiten am Loch endgültig eingestellt, weil es nicht mehr rentabel war. Der Untertageabbau hatte damals eine Tiefe von 1.097 Metern erreicht und diese Minen wurden 2005 geschlossen. 2006 wurde der Komplex dann als Touristenattraktion und Museum eröffnet, am 25. November 2006 wurde die Aussichtsplattform eingeweiht.

Am Rand des Big Hole liegt die Skyline von Kimberley, die steilen Hänge sind grün bewachsen.

Oft liest man, es wäre das größte Loch der Welt, aber es konkurriert um diesen Status mit der Mine Jagersfontein, die 110 Kilometer südwestlich von Bloemfontein liegt. Das Big Hole ist etwas tiefer, Jagersfontein hat dafür aber ein größeres Volumen und ist für Besucher nicht zugänglich. Der Rekord gilt auch nur bei Beschränkung auf eher einfache Werkzeuge, Dynamit und senkrecht in die Tiefe gegrabene Schächte. Ansonsten gibt es in Australien oder Chile weitaus größere "Big Hole´s".



Museum

Mit einem Aufzug fährt man nach dem Besuch der Plattform und der Außenbereiche dann unter Tage. Geräusche und Lichteffekte vermitteln eine lange Fahrt in die Tiefe, in Wirklichkeit legt man nur etwa 5 Meter zurück. Hier hat man versucht, die Bedingungen von damals nach zu stellen, um den Besuchern einen gewissen Eindruck zu vermitteln. Man geht durch Stollen, vorbei an Loren, alten Gerätschaften und Säcken. Im Hintergrund dröhnen Maschinen, Pumpen, Aufzüge und Förderbänder, es ist aber nicht so laut, heiß und staubig wie die damalige Welt der Bergleute. In einem Stollen meldet eine Lichtschranke den Besucher, einige Meter weiter kommt eine Warnmeldung, es erschallt eine Sirene und dann erfolgt der ohrenbetäubende Knall einer Sprengung. Unten auf dem ersten Video habe ich die Sequenz gefilmt, nichts für schwache Nerven.

Der Weg unter Tage führt noch vorbei an einigen Schautafeln und endet dann in der De Beers Diamantenhalle des Kimberley Mine Museum. Ein beeindruckender Raum voller Ausstellungsstücke und mit vielen Informationen zur Geschichte des Bergbaus und der berühmtesten Diamanten. Es gibt eine große Zeittafel über mehrere Dutzend Meter an einer Wand entlang, viele zeitgenössische Fotos und einige Modelle und Dioramen, wo die damaligen Methoden dargestellt werden. Hier kann man sich unter anderem eine Replik des berühmten Eureka Diamanten mit 21,25 Karat ansehen, den ersten offiziell registrierten Diamanten in Südafrika.

Gut bewacht ist eine Sammlung von ungeschliffenen Rohdiamanten und einigen Replikaten von berühmten Diamanten. Hier haben jeweils nur wenige Besucher Zutritt, lange warten mussten wir aber nicht. Die Diamanten funkeln, ins rechte Licht gesetzt, verführerisch in den Vitrinen. Da würde man sich gerne man so manche Steinchen mitnehmen.

Der Rundgang endet dann wieder in der Eingangshalle, dort kann man sich bei Bedarf noch einen Film im hauseigenen Kino ansehen.



Eigenes Video zum Thema

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The Big Hole


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