Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 1994
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KUNST UND KULTUR
     Die Bewohner der Cook-Inseln sind noch sehr mit ihrer polynesischen Kultur verwachsen, trotz der zunehmendrn Anpassung an den westlichen Standard und dem Einfluss Neuseelands. Zuerst wird dem Fremden auffallen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Bewohner Blumenschmuck tragen. Sei es die alte Frau auf dem Markt mit prächtigem Blumenkranz im Haar oder der Bauarbeiter, der die Straße teert mit einer Blüte hinter dem Ohr. Vor allem die Haarkränze sind prächtige Gebilde, Dekoration und Parfüm zugleich.
     Die offizielle Umgangssprache ist zwar Englisch, aber auch die örtliche Variante der polynesischen Sprache wird hier gesprochen. Welche Worte der Tourist als erstes hört? Kia Orana - Willkommen!
 
Tanz und Gesang
     Gesang und Tanz sind auf Cook ursprünglicher erhalten als etwa auf Hawaii oder Tahiti. Die Cook-Islander gelten zu Recht als die besten Tänzer des Pazifik. Volkstänze werden schon den ganz Kleinen gelehrt und wenn man am Abend durch die Straßen eines Ortes schlendert, hört man oft von irgendwoher den mitreissenden Rhythmus. Folgt man den Klängen, kommt man zu einem privaten Tanzabend oder zur Übungsstunde einer Tanzgruppe. Jedes Dorf hat eine eigene Tanztruppe, die mehrmals wöchentlich trainiert.
     Tanzen ist auf den Cook Islands eben nicht zur blossen Touristenattraktion verkommen, hier ist es Volkssport. Regelmäßig finden Wettbewerbe statt, in denen die besten Tänzer ermittelt werden. Ich hatte das Glück, im örtlichen Golfclub die Besten der Besten an einem Tanzabend live zu erleben. So eine temperamentvolle, sinnlich knisternde Show mit schönen Kostümen aus natürlichen Materialien und mitreissender Musik sollte man auf keinen Fall verpassen. Wer einmal den Tamure und den Rhythmus der Trommeln erlebt hat schwärmt noch lange davon.
 
Götter
     Die alten Maorigötter sind nichts für schamhafte Gemüter. Besonders der Gott der Schöpfung und der Fruchtbarkeit mit Namen Tangaroa ist mit einem riesigen Geschlechtsorgan ausgestattet. Man findet ihn auf den Geldscheinen, Münzen, Briefmarken oder als Riesenstatue in der Bankfiliale zwischen den Kassenschaltern. Die Missonare hatten ihn aus naheliegenden Gründen verboten, doch heute ist er wieder sehr populär.
     Die Kultstätten für die Götter - Te Rongo, der Kriegsgott wäre noch ein weiterer wichtiger - heißen Maraes. Auf Rarotonga kann man noch einige alte Kultstätten finden.
 
Friedhöfe
     Viele der Friedhöfe liegen an den Kirchen der Orte, und es lohnt sich durchaus, einen Blick auf die liebevoll gestalteten Grabsteine zu werfen, die teilweise ein Bild der Verstorbenen präsentieren. Das bekannteste Grab ist das des ersten Premierministers der Cook Inseln, Albert R. Henry. Er wurde 1974 zum Sir geadelt und blieb bis 1978 im Amt. Auf seinem Grab steht seine Büste, sie ist mit zahlreichen Muscheketten und sogar einer Brille geschmückt.
Fährt man über die Insel, sieht man in vielen Vorgärten ebenfalls Gräber. Liebevoll mit Blumen geschmückt liegen die Verstorbenen zwischen Straße und Haus.
 
Kirchgang
     Auch wenn man zu Hause kein Kirchgänger ist - hier auf Rarotonga sollte man unbedingt einmal an einem Sonntag zur Kirche gehen. Ich tat es in Arurangi, und als Gast wird man mit warmer Herzlichkeit empfangen. Oft wird man auch nach dem Gottesdienst noch zu einem kleinen Imbiss oder zu Kaffe und Kuchen geladen.
     Wer nicht in die Kirche herein möchte, sollte sich aber auf jeden Fall kurz vor 10 Uhr vor eine solche stellen und die Einheimischen betrachten, die zur Andacht streben. Die Frauen tragen kunstvoll geflochtene Hüte und sind meist ganz in Weiß gekleidet. Die Gesänge sind mehrstimmig und eindrucksvoll. Es versteht sich von selbst, das man die Kirche nicht mit Shorts und Sonnentop betritt.
 
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