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Der Truck-Camper von Fraserway hatte uns 2018 so richtig gut gefallen, den wollten wir für Ostkanada auch wieder haben. Es sollte nach einigen langen Urlauben voller Planung und alle drei bis vier Tage Unterkunftswechsel jetzt endlich mal wieder ein Urlaub ohne Vorbuchen und ohne Kofferpacken werden.
Was ist für einen langen Zeitraum besser geeignet als ein monströser Camper mit viel Power, Slide-out und einem guten Platzangebot? Dass der Verbrauch sich wegen des Iran-Kriegs stark verteuern würde, war da zwar nicht eingeplant, ließ sich aber nicht ändern.
Die allgemeine Beschreibung von Vor- und Nachteilen für dieses Fahrzeug findet sich auf der Truckcamperseite von damals, daran hat sich nichts geändert und wir wollten genau diesen wieder haben. Bei der Buchung stellte sich aber dann leider heraus, dass in den letzten Jahren das Layout der Aufsatzkabine geändert wurde.
Insgesamt ist der neue Aufbau 1 Fuß kürzer als der alte. Die großzügige Duschkabine in der Mitte gegenüber vom Kühlschrank war in die vordere rechte Ecke gewandert. Leider auch nicht mehr mit der sehr praktischen Aufteilung von Dusche, Toilette und Waschbecken nebst großer Ablage in zwei geschlossenen Fächern. Im neuen Layout ist es jetzt einfach eine nahtlose Fiberglas-Form, in der man über der Toilette duscht, plus Spiegelschrank, der sowieso immer aufgeht, wenn er zu voll ist. Das neue Layout bietet zwar eines der geräumigsten Badezimmer in dieser Fahrzeugkategorie mit spürbar mehr Ellbogenfreiheit beim Duschen und Toilettengang, und man verringerte damit das Risiko von Wasserschäden und Schimmel in den Fugen drastisch. Dazu lässt sich das glatte Design extrem leicht reinigen – auch in vielen Häusern findet man ähnliche Lösungen in größer. Dafür entfällt die praktische Aufteilung in drei Bereiche und vor allem der schöne Stauraum, in dem man eine Menge unterbringt.
Obwohl das Bad größer ist, hat man nicht viel gewonnen, denn die Wassertanks bleiben bauartbedingt kompakt. Wer die geräumige Dusche wie zu Hause nutzt, hat den Frischwassertank sehr schnell geleert und den Grauwassertank gefüllt. Die Dusche bleibt trotz des tollen Layouts nur für kurzes Nassmachen, Wasser aus, Einseifen, kurzes Abduschen. Duschen ist auf den Campingplätzen angenehmer.
Dafür rückte die Küche direkt an das große Bett heran. Dort sorgte früher die Duschkabine für eine optische und räumliche Trennung von Schlafen und Kochen. Nun hat man dann die Chance, das Bettzeug über das Fußende direkt in das Spülbecken zu schieben. Das wurde uns von anderen bestätigt, die dieses Modell hatten. Nachts rutscht ein großer Mensch da schon mal gegen den Wasserhahn und öffnet ihn oder hängt mit dem Bettzeug in der Spüle. Wir haben uns am Ende mal eines der neuen Modelle ohne Slide-out von innen angesehen – nicht unser Ding für 8 Wochen.
Zudem wurde das Bett auch kleiner und ist jetzt eher ein Queensize-Bett. Dafür sind die Schränke über dem Kopfende weg, an denen man sich zwar manchmal den Kopf gestoßen hat, die aber guten Stauraum boten. Neben dem Bett gibt es eine lange Klappe, der Kleiderschrank mit Spiegeltüren ist geblieben. Bei holperiger Strecke fallen diese Türen auch gerne mal raus und landen auf dem Bett, irgendwann hat man dann raus, wie man die wieder einsetzt.
Die gemütliche runde Sitzecke, in der man auch mal gemütlich die Beine hochlegen konnte, ist zwei gegenüberliegenden, unbequemereren kurzen Bänken gewichen, weil jetzt der Eingang wegen der Duschkabine mehr Richtung Sitzecke eingebaut wird. All das gefiel uns nicht mehr, wir waren enttäuscht.
Nach langer Recherche fanden wir dann aber heraus, dass das von uns geliebte alte Layout bei den Slide-out-Fahrzeugen mit Bunk-Bett für Kinder noch nicht geändert worden war. Diese haben in der Essecke die Möglichkeit, noch ein Hochbett zu nutzen. Wenn das kleine Kinderbett in der Essecke nach oben an die Decke gefahren wird, ist der Kopfraum etwas eingeschränkt, aber den dritten und vierten Sitzplatz darunter brauchen wir ja nicht. Also wurde es dieses Mal ein Truck-Camper mit bunk-slide-out von Fraserway.
Die Kabinen sind noch etwas älter als the neuen Truck-Camper, aber mit Baujahr 2022–2023 und generalüberholt, damit konnten wir leben. Auch wenn der Wohnaufbau etwas älter ist, ist das Basisfahrzeug, ein Pick-up Ford F-450, garantiert neuer. Unser erster Pick-up hatte bei Übergabe 390 Kilometer auf dem Tacho.
Leider gibt es den Truck Camper Slide-Bunk (TC-B) im alten Layout bei Fraserway offiziell nur noch für die Buchungssaisons 2026 und 2027. Er wird danach dann komplett ausgemustert und ein Kingsize-Bett im Camper ist dann wohl nur noch Geschichte, sehr schade. Bei einer Körpergröße von 1,93 m ist ein Standard-Queensize-Bett für zwei Personen schlichtweg zu eng.
Gebucht haben wir das Ganze dann ziemlich früh über Best Camper zum All-inclusive-Preis. Der Preis lag bei 8.231 Euro für 55 Tage mit Full Cover, und durch die Anmietung und Rückgabe in Halifax sparten wir Einweggebühren.
Da wir ziemlich früh in der Saison Mitte Mai ankamen, bekamen wir noch 1.000 Kilometer frei und alle Pakete für Küche und Ausstattung kostenlos dazu. Da wir nur zwei Inseln besuchen wollten und dafür 8 Wochen Zeit hatten, brauchten wir auch keine unbegrenzten Kilometer und wählten 7.000 Kilometer plus die 1.000 Freikilometer. Das war wesentlich günstiger, selbst wenn man etwas mehr fährt. So relativiert sich der Preis schnell, man muss gerade in Kanada immer alles ganz genau vergleichen.








Ein Thema, das 2010 und 2018 noch nicht so relevant war: Wie und wo kann ich meine ganzen elektronischen Geräte laden? Da hat sich ja im Lauf der Jahre einiges getan. Waren es damals noch ein kleiner Reiselaptop und ein Ladegerät für die Akkus der Kamera, so sind da inzwischen zwei Smartphones, zwei E-Book-Reader, zwei aufladbare Taschenlampen, ein mobiler WLAN-Router, zwei Powerbanks als Notreserve und ein zweites Kamera-Ladegerät dazugekommen.
Die erste Möglichkeit bietet natürlich die Fahrzeugkabine während der Fahrt. Dort gibt es eine mehrere USB-Dosen, eine Kontaktlos-Ladefläche für das Smartphone, ein 12-Volt-Steckdose und sogar eine 120-Volt-Steckdose nach US-Norm neben dem Radio. 2018 haben wir eigentlich immer dort geladen, insofern waren die Steckdosen in der Aufsatzkabine kein Thema in der Beschreibung. Auch 2026 haben wir die letzte Woche diese Steckdose vorne im Auto während der Fahrt für den Laptop genutzt, da wir da immer ohne Stromanschluss gestanden haben.
Es gibt ein Solarpanel auf dem Dach, das liefert wenigstens ein klein wenig Ladestrom für die Hausbatterien in der Aufsatzkabine. Die dortigen Verbraucher haben sich nicht geändert: Licht, Lüfter (auch für die Heizung) und der Antrieb für den Slide-out, dazu die schon erwänten Steckdosen für USB-Ladegeräte.
Ansonsten ist die Stromversorgung weiterhin zweigeteilt: Es gibt in der Küche unter dem Hängeschrank, unten in der Essecke und im Bad sowie am Bett je zwei Steckdosen nach US-Norm mit 120 Volt für Rasierer, Föhn, Küchen- und Ladegeräte, die aber nur bei externer Stromzuführung auf dem Campingplatz Strom liefern. Auch der mitgelieferte einfache elektrische Toaster funktioniert so. Ohne Strom bleibt einem nur der klassische Campingtoaster mit Klappbügeln, oder man hält die Brote mit der Fleischgabel über die Gasflammen - das geht alles.
Dazu gibt es eine 12-Volt-Steckdose in der bekannten Zigarettenanzünder-Form, die von der Hausbatterie versorgt werden und eine Doppel-USB-Steckdose in der Nähe des Bettes. Alle unsere Verbraucher sind, bis auf den Laptop, über einen Standard-USB-Port zu laden. Mit einem Mehrfachstecker für die 12 Volt und die eingebaute Doppeldose kann man 4 Geräte gleichzeitig anschließen. Nachts sind die dort üblichen blauen LED etwas hell, da haben wir eines der großen Kopfkissen davorgestellt.
Wichtige Erfahrung: Eine moderne Powerbank mit einem guten Kabel ist in der Lage, auch einen Laptop über USB-C aufzuladen. Der Laptop meckert zwar über ein "Ladererät mit geringer Leistung", aber es funktioniert wenigstens. Das sollte man vor Abreise mal ausprobieren und ggf. neue Powerbanks kaufen, die das schaffen.
Die praktische Steckdose in der Essecke funktionierte beim ersten Camper gar nicht; beim zweiten Camper, den wir nach dem Unfall nahe Gander Newfoundland bekamen, brauchten wir sie kaum noch. Es war Sommer, wärmer und wir standen öfter ohne Strom als mit Stromanschluss.
Ein weiterer Vorteil der alten Generation von Wohnkabinen: Der Kühlschrank läuft auf 120 Volt oder Gas und ist relativ leise. Von anderen Reisenden hörten wir, dass die neuen 12-V-Kompressor-Kühlschränke bei Fraserway viel lauter sind als die alten Gas-Kühlschränke – und das Tag und Nacht. Der mechanische Kompressor in den neuen Modellen erzeugt beim Anspringen ein hörbares Summen oder sanftes Vibrieren, ähnlich wie der Kühlschrank zu Hause. Da der Truck-Camper jedoch ein kompakter Raum ist, nimmt man dieses Geräusch nachts viel deutlicher wahr. Allerdings schwächelten Absorber-Kühlschränke bei großer Hitze, im Sommer haben die neuen Kühlschränke also durchaus Vorteile.
Ein weiterer Nachteil: Die alten Geräte haben entweder auf 120 Volt oder auf Propan gearbeitet. Diese absolute Unabhängigkeit vom Stromnetz fällt im neuen Layout weg. Wer tagelang ohne Stromanschluss in der Wildnis steht, belastet die Hausbatterien spürbar. Fällt die Batteriespannung unter einen Wert von etwa 10,5 V, schaltet sich der Kompressor zum Schutz der Batterie automatisch ab. Das Gefrierfach taut dann schnell auf.
Im Truck Camper sind zwei 20-lb-Propanflaschen (ca. 9 kg Propan) eingebaut, es sind dieselben Flaschen, die auch für Gasgrills verwendet werden. Bei Bedarf kann man umschalten, gibt dann eine leere Flasche bei der Tankstelle oder am Supermarkt ab und bekommt eine bereits gefüllte zurück. Das geht schnell, aber leider sind diese Tauschflaschen manchmal nicht komplett gefüllt. Besser man lässt an einer Tankstelle, bei Baumärkten oder Campinggeschäften einen Refill machen und bezahlt nur das nachgefüllte Propan. Die Flasche wird dann bis zum zulässigen Füllstand (ca. 80 %) gefüllt und das ist meist etwas günstiger als der Tausch.
Wenn man kocht, sollte man den Brandmelder über der Eingangstür solange abnehmen und ins Bett legen, denn er fängt selbst bei geringem Dunst und eingeschalteter Abzugshaube schnell und nervig laut an zu piepen. Nett war auch der Moment, an dem Michael ein Glas mit Rotwein vom Tisch fegte. Der Wein landete vor dem Bad auf dem Boden, dort ist der Gasalarm eingebaut, der den Alkoholdunst sofort als Angriff wertete und extrem laut lospiept. Zum Glück hatte das Ding ein Abbruchknopf.








Ein Thema, das in einigen Internetforen immer wieder auftaucht, sind Abschätzungen und Kalkulationen, nach denen die Truck-Camper – egal von welchem Vermieter – eigentlich immer überladen auf die Reise geschickt werden. Das Gewicht der Kabine samt Extras, die Tanks, Passagiere, Gepäck und Lebensmittel übertreffen angeblich die zulässige Zuladung des Trucks um einiges. Das machte mich neugierig, und die Angaben, die man dazu findet, sind in der Tat ziemlich irritierend. Der Einfachheit halber bleibe ich hier bei den imperialen Einheiten, also lbs und gals, wie sie in Nordamerika üblich sind.
Zunächst zum Basisfahrzeug: Ein Ford F-350 Allrad-Pickup mit Dieselmotor und einer Hinterachse mit Einfachbereifung (SRW). Die Fahrzeugkabine ist eine Fullsize Crew Cab mit vier Türen. Dafür wird eine Zuladung von 4.859 lbs angegeben; die höheren Werte von bis zu 8.000 lbs sind nur mit Doppelbereifung, Single-Cab und einem leichteren Benzinmotor möglich.
Die Slide-out-Kabine von Adventurer ist mit einem Trockengewicht (dry weight) von 3.335 lbs angegeben. Das Solarpanel kommt laut Optionstabelle mit 19 lbs und die Heckmarkise mit 40 lbs dazu. Ebenfalls schlagen 44 Gallonen (166 Liter) Frischwasser mit 366 lbs und 8 Gallonen (30 Liter) Propangas mit 39 lbs zu Buche. Die Ausstattung an Kochgeschirr etc. kann ich nur schätzen und veranschlage sie mit großzügigen 88 lbs. Ebenfalls an Bord sind zwei bekleidete Personen mit zusammen 375 lbs sowie zwei Koffer und Rucksäcke mit insgesamt 120 lbs.
Summa summarum ergibt das 4.382 lbs bzw. 1.988 kg. Da bleiben noch 477 lbs übrig – oder, um zu den gewohnten Kilogramm zurückzukehren: 216 kg zum Einkaufen. Der 7-Cubic-Feet-Kühlschrank bietet etwa 197 Liter Volumen. Wenn man diesen zu zwei Dritteln vollgepackt bekommt, ist man schon gut bedient. Man kriegt also noch knapp 100 kg Konserven und Getränke unter – das sollte wohl für eine ganze Weile reichen. Für eine Familie mit zwei oder 3 kleinen Kindern reicht es aber nicht mehr.
Wir können das Ganze auch umgekehrt rechnen. Das Basisgewicht des F-350 mit SRW ist vollgetankt und mit allen Betriebsstoffen mit maximal 7.732 lbs angegeben, was 3.507 kg entspricht. Fraserway gibt im Handbuch ein zulässiges Gesamtgewicht von 6.599 kg an. Daraus resultiert eine theoretisch mögliche Zuladung von 3.092 kg. Abzüglich des oben berechneten Gewichts unserer Kabine samt Passagieren von 1.988 kg bliebe da noch deutlich über eine Tonne Zuladung frei. Das ist noch einmal deutlich mehr als oben ausgerechnet. Vermutlich hat Fraserway die Basisfahrzeuge ab Werk mit einer verstärkten Federung für die Hinterachse (Heavy-Duty Payload Package) aufrüsten lassen.
Bei unseren F450-Fahrzeugen 2026 war das alles kein Thema mehr, die hatten hinten die Schwerlastachse mit Zwillingsreifen. Die war deutlich steifer gefedert, und die Spurbreite war über 40 cm breiter, ein sehr willkommener Zuwachs an Fahrstabilität.








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