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ZUSATZKÄUFE

Wir hatten unseren Truck-Camper von Fraserway RV bereits fünf Wochen, waren damit 4.500 Kilometer gefahren und fühlten uns darin rundum wohl. Alle Dinge hatten im Laufe der Zeit ihren festen Platz gefunden, und an ein paar kleine Macken hatten wir uns schnell gewöhnt. Um es uns noch ein bisschen gemütlicher zu machen, hatten wir einige Zusatzkäufe getätigt, die das Leben während der immerhin achtwöchigen Mietzeit ein Stück schöner machten.

Dann kam der Unfall bei Gander, und unser schöner Camper, den wir "Rocky" getauft hatten, war nur noch Schrott.

Dabei haben wir einige der Einkäufe leider verloren. Da wir Newfoundland mit dem Flugzeug verlassen mussten und danach in Halifax noch einmal einen gleichwertigen Ersatz-Camper für weitere zwei Wochen erhielten, haben wir Gegenstände wie Weingläser und Ähnliches für diese kurze Restzeit dann nicht mehr nachgekauft und uns mit der normalen Ausstattung begnügt.

Direkt am Anfang der Reise sind wir durch ein Walmart Supercentre gelaufen und haben uns viel Zeit für den ersten Großeinkauf genommen. Neben Lebensmitteln war uns nach der ersten Sichtung der Küchenausstattung im Camper schnell klar, was uns fehlen würde. Es gab in der Grundausstattung nur eine sehr schwere eiserne Pfanne, für 11 CAD erwarben wir deshalb eine dünne, beschichtete Pfanne, die auf dem Gasherd hervorragend funktionierte. Dazu noch einen passenden Pfannenwender für 4,50 CAD. So gute Rühreier wie damit habe ich selten hinbekommen.

Weingläser gab es in der Standard-Ausrüstung nur ohne Stiel. Richtige Gläser fanden wir ebenso für kleines Geld wie etwas größere Schüsseln und eine dazu passende Schale aus Melamin aus der Campingabteilung. Diese wurde praktisch als Brotkorb genutzt, und die Schüsseln hatten die perfekte Größe für Eintöpfe. Weil das Design mit Tomatenmotiven aus dem Vorjahr stammte und aktuell eigentlich Palmen im Trend lagen, kostete uns das reduzierte Set zusammen nur 9,50 CAD.

Mit den bereitgestellten Geschirrtüchern aus Waffelpikee kann ich persönlich nicht gut abtrocknen, weshalb ich mir ein paar ältere Halbleinen-Geschirrtücher sowie einige Ziploc-Beutel von zu Hause mitgebracht hatte. Im Walmart kamen dann noch Alufolie, Glasreiniger, Küchenrolle und ein praktischer Satz Frischhaltedosen dazu: vier runde und drei eckige Dosen von Rubbermaid für jeweils 3,94 CAD. Die gesamten acht Wochen über haben sie wunderbar gehalten und waren extrem praktisch für die Aufbewahrung im Kühlschrank oder zum Einfrieren von Resten.

Irgendwann kam dann noch eine leichte, eckige Auflaufform für 5 CAD hinzu, denn im ersten Camper funktionierte der Backofen. Die haben wir auch verloren, was aber nicht schlimm war, weil im zweiten der Ofen kaputt war. Diese leichte beschichtete Blechform war billiger als ein 4er-Set gleichgroßer Alu-Schalen!

Später entdeckten wir bei einem Zwischenstopp noch einen genialen Dosenöffner für 16,50 CAD namens "The Beaver". Dieser durfte sogar als Souvenir mit nach Hause fliegen, wo wir nun glatt alle anderen Exemplare dafür aussortieren können. Er öffnet die Dosen mit einem waagerechten Schnitt unterhalb des Randes wunderbar glatt, sicher und ohne scharfe Kanten.

Achtung: Alle Ausrüstungsgegenstände unterlagen 2026 noch der HST von 14%. Im Laden stehen immer nur die Nettopreise am Regal.

Unser bewährtes Brotmesser von Opinel, ein treues Klappmesser sowie zwei scharfe Steakmesser hatten wir ebenfalls bereits im Reisegepäck aus der Heimat mitgebracht. Eine Entscheidung, die sich in der Campingküche täglich bezahlt gemacht hat.






Ausstattungs Mikado

Da wir zwei baugleiche Camper hatten, können wir sie gut vergleichen. In beiden war die Ausstattung in Bezug auf das Geschirr gleich. Auch die Töpfe und die Schublade mit Topfhandschuh, Wäscheleine, Klammern, rudimentärem Werkzeug, Spüllappen und Geschirrtüchern waren identisch. Ebenso gab es jeweils einen Wasserkessel, eine Axt, einen Handfeger, einen Eimer, zwei Plastik-Keile (Leveler) und zwei Campingstühle. Das Besteck war wild zusammengewürfelt, und es gab diverse große Schüsseln, davon zwei aus Plastik mit Deckel.

Zwei Decken gibt es standardmäßig ebenfalls dazu, und wir fragten nach zwei weiteren, die wir auch problemlos bekamen. Im ersten Camper war die Matratze etwas dünner, die wurde mit zwei zusätzlichen Decken unter dem Betttuch stramm gespannt etwas fester und sehr bequem und hielte uns auch schön warm.

Die Kopfkissen sind etwas groß und knubbelig, aber wir hatten zum Glück unsere eigenen kleinen von zu Hause mitgebracht. Die Bettwäsche war wunderbar warm, gefroren haben wir darunter nicht. Was uns jedoch etwas geärgert hat, war das Thema Betttuch. Wenn man den Camper übernimmt, ist das Bett bereits gemacht. Wir hatten für volle acht Wochen gemietet, bekamen aber nur zwei große und zwei kleine Handtücher sowie ein einziges weißes Betttuch. Spannbettlaken (Fitted Sheets) kennt man hier in Kanada im Vermietbereich einfach nicht. Schon nach der ersten Nacht stellten wir fest, dass das Laken für das Kingsize-Bett viel zu klein war. Um uns nicht jeden Morgen über rutschende Ecken zu ärgern, haben wir dann bei Walmart für 23 CAD ein hellblaues Kingsize-Bettlaken gekauft. Das ließ sich perfekt bis um die Seiten der Matratze ziehen und saß schön straff – ab und zu mal waschen und ab in den Trockner. Leider ging es dann beim Unfall verloren.

Bei der Übernahme des zweiten Campers, der ursprünglich aus British Columbia stammte, waren dann für die verbleibenden zwei Wochen plötzlich zwei blaue Kingsize-Betttücher und ein weißes, kleineres Laken zum Zudecken dabei. Das hat mich im Nachhinein ein wenig geärgert. Schließlich ist es doch ein erheblicher Unterschied, ob ich für acht Wochen oder nur für zwei Wochen miete. Ein einziges Betttuch für acht Wochen auszugeben ist mager, aber bei der Übergabe kann man eben einfach nicht auf jedes Detail achten.

Eine weitere, letztlich selbst verschuldete und überflüssige Ausgabe war ein Heizlüfter für 48 CAD. Sicher, das Fahrzeug hat eine Heizung, die auf Gas läuft. Bei den niedrigen Temperaturen ist dann aber alle paar Tage die Gasflasche leer. Man kann bei Fraserway RV eigentlich einen Heizlüfter für 20 CAD mieten, was wir bei der ersten Übernahme schlicht verpasst hatten. Das Wetter war in Nova Scotia recht frühlingshaft, und wir haben dort nur am Morgen mal ganz kurz geheizt. Auf Cape Breton und Newfoundland war es dagegen richtig kalt. Da war eine Heizung über den Stromanschluss des Campingplatzes (Shore Power) wesentlich leiser in der Nacht als die eingebaute Gasheizung, weshalb wir die Ausgabe am Ende gar nicht bereut haben. Das Gerät haben wir nach der Reise dann bei Fraserway gelassen.

Alles in allem sind die Camper gut ausgestattet, und bei einer langen Mietzeit lohnen sich ein paar kleine Zusatzeinkäufe definitiv. Vieles von unseren Sachen haben wir am Ende an campende Nachbarn verschenkt, die sich sehr darüber gefreut haben. Die Gesamtkosten von 200 CAD entsprechen etwa einem Miettag plus Campingkosten, fallen also nicht ins Gewicht. Einmal volltanken kostet deutlich mehr.

Die Wohnkabinen der beiden Fahrzeuge stammten aus verschiedenen Produktionsreihen. Beim ersten war der Kühlschrank besser aufgeteilt, der Verschluss hielt optimal, und in die Türfächer passten dort wie uns von 2018 bekannt sogar die großen Zwei-Liter-Milchbehälter. Beim zweiten war das leider nicht mehr der Fall, dafür war der Gasherd neuer, den ich allerdings beim Reinigen deutlich nerviger fand als das ältere Modell. Also den Kühlschrank genau anschauen, bevor man einkaufen geht.

Da wir uns ja für das Layout mit dem Bunk-Bett, also dem Etagenbett, entschieden hatten, war der Tisch etwas größer, und oben im Bett konnte man wunderbar flache Sachen lagern. Die Rundecke fanden wir sehr gemütlich, hier gab es ein zusätzliches, extrem praktisches Kissen. Wenn ich ein Eckkissen auf das andere gestapelt habe, konnte ich prima mit hochgelegten Beinen sitzen und ganz entspannt lesen.





DEF-Alarm

Alle Dieselfahrzeuge in der Flotte von Fraserway sind mit DEF ausgerüstet, das "Diesel Exaust Fluid" entspricht dem bei uns üblichen "AdBlue". Eigentlich sollte bei unserem fast neuen Fahrzeug mit 390 km auf dem Tacho der DEF-Vorrat locker für 8000 km halten, bei Bedarf sollten wir nachkaufen. Der Bedarf stellte sich dann auch ein - vielleicht wird bei Ford ja auch gespart und wie bei einem neuen Drucker wird der Tank bei Auslieferung nur zum Teil gefüllt.

Auf jeden Fall fing das Fahrzeug kurz nach unserer Ankunft in Neufundland an zu piepen und zu blinken, dass der DEF-Vorrat nur noch 600 km weit reichen würde und wir unbedingt auffüllen müssten.

Diese Aufforderung ist ernst zu nehmen, denn Fahren ohne DEF nimmt die Motorelektronik übel. Um extrem teuere Schäden an Motor und Abgasanlage zu vermeiden wird in einen Schutzmodus geschaltet, entweder schaltet sich der Motor ganz ab und springt auch nicht mehr an, oder die Geschwindigkeit wird auf 5 km/h gedrosselt. Das möchte man bei den dortigen Entfernungen nicht erleben, erst recht nicht bei Temperaturen unter 5°C.

Also kurz recherchiert und ein Paket DEF im Walmart gekauft. Mit Steuern sind das etwa 22,5 CAD für knapp 10 Liter, das ging dann an der Kasse über eine seperate Quittung. In den DEF-Tank in unserem F450 gehen knapp 25 Liter, man bekommt beim Alarm also bequem 2 Pakete hinein. Der Kunststoffbehälter hat einen Rüssel zum Draufschrauben, leider ist am Tankdeckel eine der Halterungen für den Campingaufsatz im Weg. Man bekommt also nicht alles hinein, für den letzten Rest braucht man eine kleinere Plastikflasche wie z.B. von Canada-Dry Ginger Ale, mit Umschütten bekommt man dann alles hinein.

Die Quittung habe ich am Ende des Urlaubs bei Fraserway vorgelegt, das Geld wurde sofort auf die Kreditkarte zurückgebucht. Die möchten auch keinen Motorschaden, deshalb wird das sehr unbürokratisch abgewickelt.






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