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KLIMA UND SAISON

Da Kanada eine enorme geographische Ausdehnung hat, gibt es viele verschiedene Klimazonen. Die reichen von gemäßigtem Klima bis hin zum Polarklima. Es gibt Kakteen und Klapperschlangen in Südwesten bis hin zu ewigem Eis im Nordosten.

Der größte Teil von Kanada hat mit langen und zum Teil sehr kalten Wintern mit bis zu -35 °C zu kämpfen. Dann folgen kurze, heiße Sommer in denen das Thermometer auch schon mal Temperaturen von bis zu 35 °C erreichen kann.

Natürlich wird es umso kälter, je weiter nördlich man kommt. Natürlich sind die wärmsten Gebieten im Süden auch am dichtesten besiedeltet.

Die beste Reisezeit in Kanada hängt natürlich ganz von der bereisten Region ab. Auf Newfoundland ist es aufgrund der maritimen Lage etwas mild, aber selbst auch im Sommer durchschnittlichen 16 Grad recht kühl. Mit Wind, Regen und Nebel ist immer zu rechnen, also sollte der Camper gut isoliert und gemütlich sein.

Dass es im Jahr 2026 im Mai und Juni auf Newfoundland spürbar kühler war als im langjährigen Durchschnitt, liegt an einer Kombination aus großflächigen atmosphärischen Strömungen und lokalen maritimen Einflüssen. Selbst die Einheimischen warteten sehnsüchtig auf wärmere Tage, bei 14 Grad wurden schon die Sommersachen getragen.

Nach einer längeren Phase mit gegenteiligen Bedingungen hat sich die Atmosphäre in diesem Frühjahr sehr schnell auf ein El-Niño-Muster umgestellt. Das beeinflusst die Lage des Jetstreams über Nordamerika maßgeblich. Während sich dadurch im Westen Kanadas oft extreme Hitze staute, kam es im Osten, und besonders über den Atlantikprovinzen, zu einer dauerhaften Dellenbildung im Jetstream, einem sogenannten Höhentrog.

Dieser Trog funktionierte über Wochen hinweg wie eine Verankerung für Tiefdruckgebiete direkt östlich von Newfoundland. Statt warmer Festlandsluft aus dem Süden zog das System in einer permanenten Schleife kühle, feuchte Luftmassen aus der Arktis und dem nördlichen Nordatlantik direkt über die Insel. Da die Winde meist aus nördlichen und östlichen Richtungen wehten, passierten sie den kalten Labradorstrom, der zu dieser Jahreszeit zudem viel Schmelzwasser und Packeis aus der Arktis nach Süden transportiert. Diese eisige Meeresoberfläche kühlt die untersten Luftschichten extrem ab, was auf Newfoundland zu dem typisch nasskalten, wolkenreichen Wetter führt und den Einzug des Sommers spürbar verzögert hat.

Ein Blick auf die Klimatabellen der 4 Orte hier ist selbsterklärend. St. Anthony liegt ganz im Nordwesten, Twillingate und Fogo Island im Nordosten, Port aux Basques im Süden gegenüber von Nova Scotia, und St.John's ganz im Osten.



Saisonzeiten

Auf Newfoundland ist die touristische Saison etwas anders gelagert als in anderen teilen kanadas. Natürlich kann man das ganze Jahr über hierhin, ein Angebot für Touristen ist über den Winter aber so gut wie gar nicht vorhanden. Eigentlich beginnt die Reisezeit hier zum Victoria Day Ende Mai, andere sprechen vom 1. Juni, allerdings können in kleineren Orten - und das sind fast alle - die dort vorhandenen Einrichtungen wie Restaurants, Hotels und Souvenirläden dann trotzdem immer noch geschlossen sein. Der Victoria Day ist übrigens kein fester Feiertag, sondern er findet am letzten Montag vor dem 25.Mai statt, damit es immer ein langes Wochenende gibt.

Kanadier mit ihren riesigen Trailern und Bussen kommen egren schon Ende Mai, um die kopolette Eisberg-zeit zu genießen und möglichst viele Eisberge zu sehen. Wir hatten es Anfang Juni zwar mal kalt und es hat auch mal zwei Tage am Stück geregnet, aber die meisten tage waren sonnig mit blauem Himmel-

Wenn man im Norden Eisberge besichtigen möchte, so ist dann Anfang Juni die beste Zeit dafür. Da können in St.Anthony an der Nordspitze oder in Twillingate die Stellplätze auf dem Campground schon knapp werden. Wenn man eine straffe Route geplant hat, so lohnt es sich zu reservieren, ansonsten ist es gut, wenn man nicht unbedingt auf Strom- und Wasserversorgung angewiesen ist.

Nach unserem Unfall war Fraserway nicht in der Lage einen neuen Camper zu liefern, das Nadelöhr sind die Fährverbindungen. Autostellplatze und Kabinen sind bis Ende Augszt komplett ausgebucht. Auf der Insel gab es keine Mietwagen, die waren alle vorbestellt. So blieb uns nicht anderes, als den Rückflug nach Halifax anzutreten und dort einen neuen Camper zu übernehmen.

Juli bis August ist die absolute Spitzenzeit für einen Besuch der Insel. Das Wetter zeigt sich dann von seiner stabilsten und wärmsten Seite, mit Temperaturen, die tagsüber oft angenehme 15 bis 25 Grad erreichen. Eisberge gibt es dann keine mehr zu sehen und auch die puffins verlassen im August ihr Brutgebiet.

In diesen beiden Monaten ist die touristische Infrastruktur vollständig geöffnet, alle Fähren laufen unter Volllast, und die Museen, Bootstouren sowie Restaurants haben verlässliche Öffnungszeiten. Beliebte Nationalparks wie der Gros Morne, Unterkünfte an den Küsten, Fährpassagen und Mietwagen sind Monate im Voraus ausgebucht, sodass spontanes Reisen in dieser Zeit kaum möglich ist.

Der Spätsommer bringt oft eine wunderbare Ruhe mit sich. Die Hauptzeit für den spektakulären Aufstieg der Atlantischen Lachse neigt sich im September dem Ende zu. Die Fische wandern meist im Hochsommer aus dem Meer zurück in ihre Geburtsflüsse, um dort zu laichen. Die großen Besucherströme sind abgereist, die Natur färbt sich in kräftigen Herbsttönen, und die Beerenreife beginnt. Die Temperaturen werden zwar spürbar frischer, aber das Wetter ist häufig stabiler und klarer als im Frühjahr.

Ab Oktober geht die Insel in den Winterschlaf. Nahezu alle touristischen Einrichtungen, saisonalen Hotels und Campingplätze schließen. Der Fokus verlagert sich auf den Wintertourismus wie Schneemobilfahren oder Skilanglauf, viele Küstenorte sind durch Schnee und Eisberge im Packeis schwer erreichbar.

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