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LONG POINT LIGHTHOUSE

Die Fahrt am Morgen vom Peyton’s Woods RV Park hinauf zum Long Point Lighthouse soll ein echtes Highlight einer jeden Twillingate-Reise sein. Auf nur wenigen Kilometern verdichtet sich hier die ganze raue, unverfälschte Magie des nördlichen Neufundlands zu einem unvergesslichen Ausflug.

Schon beim Verlassen des Campingplatzes, der in den grünen, windgeschützten Nadelwäldern eingebettet liegt, spürt man den Wechsel der Landschaft. Sobald man auf die Hauptstraße einbiegt und der Route 340 weiter nach Norden folgt, öffnet sich die Umgebung. Die Bäume werden kleiner, duckartiger und machen bald den typischen Küsten-Barrens Platz. Der Weg schlängelt sich durch die geschäftigen, bunten Ortsteile von Twillingate, vorbei an historischen Holzhäusern, kleinen Fischerhäfen und Bootsschuppen. Je weiter man nach Norden gelangt, blitzt hinter jeder Kurve das tiefe Blau der Notre Dame Bay auf.

Schließlich steigt die Straße steil an und führt direkt auf das Vorgebirge von Crow Head zu. Der Ort sieht sehr hübsch aus mit seinen bunten Holzhäusern und der schönen Lage. Am Ende der Straße, hoch über den Klippen, ragt dann das Long Point Lighthouse empor.

Als wir mit dem Camper ankamen, war es schon zeimlich voll auf dem Parkplatz und wir fanden mit Mühe noch einen Stellplatz, weil gerade ein anderer Camper wegfuhr. Zwei riesige Reisebussen standen mit laufendem Motor vor dem Zugang zum Leuchtturm, stinkender Qualm und Lärm vermiesten uns den ersten Eindruck von diesem Ort. Es dauerte lange, bis alle Tourgäste wieder im Bus sassen und diese endlich abfahren konnten - was für eine Erhohlung für Lunge und Ohren.

So konnten wir die Aussichts auf das Meer dann endlich genießen. Natürlich ist man an so einem Highlight nie alleine, aber das hatten wir auf Newfoundland bisher auch noch nie erlebt.

Mit seinem roten Anstrich und der ehemals leuchtend schneeweißen Kappe bildet das Leuchtfeuer einen spektakulären Kontrast zum dunklen Atlantik und dem oft dramatischen Wolkenhimmel der Küste. Die Station wurde 1876 aus Ziegelsteinen errichtet und bekam 1929 nach Beschädigung durch ein Erdbeben eine Ummantelung aus armierten Beton. Das Licht leuchtet oben 101 m über dem Meeresspiegel auf Devils Cove Head und blinkt alle fünf Sekunden. Zur historischen Anlage gehörten nicht nur der Leuchtturm und das ehemalige Keeper's House, sondern auch ein eigenes Fog-Horn-Gebäude.

Oben am Leuchtturm angekommen, bietet sich ein atemberaubender Panoramablick: Der Aussichtspunkt liegt rund 80 Meter über dem Meeresspiegel und gewährt freie Sicht über die berühmte Iceberg Alley. Je nach Jahreszeit lassen sich von den Holzplattformen und Klippenpfaden aus mächtige, strahlend weiße Eisberge beobachten, die friedlich auf dem offenen Meer treiben. Wir haben sie dann woanders gesehen, hier war bei unserem Besuch nur ganz weit draußen auf dem Meer einer zu erahnen. Der Himmel war mit Wolken bedeckt und der Wind kühl. Doch auch ohne die Eisriesen bieten die felsigen Steilküsten, an denen sich die Gischt mit lautem Getöse bricht, während Möwen durch die Aufwinde gleiten, schöne Motive. Nur für eine Wanderung auf den Wegen an der Küste hatten wir hier wenig Lust, es war uns einfach zu voll und das Licht zu trübe.

Nach dem windigen Erkunden der Landspitze lädt das kleine Visitor Centre im einstigen Haus des Leuchtturmwärters zum Verweilen ein. Hier kann man allerlei typische Touristen Souvenirs aus China kaufen, viel Kitsch und Krempel und ab und zu dazwischen auch mal eine nette Handarbeit.

Bekannt ist der Laden aber für seine Süßwarenspezialität: Hausgemachtes Fudge, auf Deutsch auch Weichkaramell genannt. Das ist ein sehr weiches, cremiges Konfekt, das im Mund schmilzt. Es besteht im Wesentlichen aus Zucker, Butter und Milch, Schlagsahne oder Kondensmilch. Die Masse wird erhitzt und anschließend beim Abkühlen intensiv geschlagen. Dadurch entstehen winzige Zuckerkristalle, die dem Fudge seine charakteristische, samtig-weiche Textur verleihen.

Hier kann man verschiedene Geschmacksrichtungen aussuchen, und es wird lose vom Block geschnitten verkauft. Dafür bezahlt man dann etwa 3,70 € pro 100 Gramm.

Nach dem doch recht kurzen Fotostopp am Leuchtturm fuhren wir dann nur ein kleines Stück weiter südlich nach Wild Cove, denn hier hatte man Eisberge gesehen.














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